Anlagetechnische Probleme verzögern die Inbetriebnahme der sanierten Kunsteisbahn Weihermatt», meldete diese Woche der Urdorfer Gemeinderat. Dies war nun bereits die zweite Verschiebung einer Eröffnung, nachdem zuerst der 8. Oktober, später der 15. Oktober als Eröffnungsdatum genannt wurden.

Alter Tank das Problem

Was sind die anlagetechnischen Probleme? Franz Wipfli, Bereichsleiter Liegenschaften und technische Betriebe auf der Verwaltung, erklärt auf Anfrage: «Die Anlage wird mit neuer Technik betrieben, auch mit neuer Software. Bei der Software gabs Probleme, als wir die Eisplatte zuschalten wollten.» Die Eismeister waren nämlich guten Mutes. Die Kühlung der benachbarten Curlinghalle, welche mit demselben System betrieben wird, hatte zuvor tadellos funktioniert. Der Ursprung des Problems liegt beim alten Ammoniaktank.

Die Eröffnung der Kunsteisbahn Urdorf verzögert sich: Noch fährt hier keiner auf den Schlittschuhen

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Statt des Ammoniaks läuft im äusseren Kühlkreislauf nun das umweltverträglichere Glykol. Und von diesem braucht es deutlich weniger. «Der Inhalt des Tanks wurde massiv reduziert», erklärt Eismeister Hans Käser gegenüber der az Limmattaler Zeitung. «Die Software nahm an, es sei zu wenig Kühlmittel drin.» «Die Anlage konnte nur noch abstellen und Alarm geben. Dann lief die Anlage nicht mehr. Dies musste man zuerst durch die zuständigen Fachleute des verantwortlichen Totalunternehmers funktionsfähig programmieren lassen. Die Anlagen sind heute so abgesichert, dass nichts Unvorhergesehenes mehr passieren kann», so Käser. Die Softwareprobleme hätten die Anlagebetreiber eine ganze Woche gekostet, blickt Franz Wipfli zurück.

Eisplatte abstellen

Die Eismeister mussten nach den Softwareproblemen die Eisplatte abstellen. Die Curlinganlage musste man mit Handsteuerung bedienen. Die Platte der Eisbahn wurde dementsprechend wieder wärmer. «Nun funktioniert sie wieder einwandfrei», kann Käser Entwarnung geben. «Es ging zwar einige Zeit, bis wir die alte Temperatur wieder hatten.

Sowohl Wipfli wie Käser betonen, dass die Handhabung der neuen Anlage zuerst erlernt werden müsse. So reagiere das neue Kühlmittel Glykol anders als das alte Ammoniak. So habe es laut Käser länger gedauert, bis auf der Platte überall die gleichen Temperaturen geherrscht hätten. Glykol sei nämlich schwerfälliger als Ammoniak. «Das Einspielen von verschiedenen neuen Elementen ist schwierig», erläutert Wipfli.

Positiv habe sich die neue Überdachung ausgewirkt. «Auf die Sonneneinstrahlung hatte sie erwartungsgemäss Wirkung, auf die Temperaturen nicht», sagt der Eismeister. Auch hier denkt Wipfli, man müsse mit dem Dach im Zusammenhang mit der Eisaufbereitung zunächst Erfahrungen sammeln.

Seit Mittwochabend wieder dran

Am Mittwochabend haben die Eismeister wieder mit der Eisproduktion begonnen. Die Eisaufbereitung kann nur nachts bei tiefen Temperaturen erfolgen und dauert mehrere Nächte. «Es ist durchaus möglich, dass wir nächste Woche eröffnen können», ist Franz Wipfli vorsichtig optimistisch. «Wir schauen auf alle Fälle, dass wir schnell aufmachen können.»
Die von der Verzögerung betroffenen Eissportvereine seien informiert und hätten Verständnis gezeigt. Beide, Wipfli und Käser, sind sich einig, dass es aber in den kommenden Jahren möglich sein müsse, auf die Herbstferien hin Eis machen zu können.