Limmattal
Wegen schlechtem Wetter schliessen viele Badis frühzeitig

Trotz Rekordpfingsten fallen die Badibilanzen dieses Jahr ernüchternd aus. Schuld daran sind häufige Regenfälle und nicht gerade sommerliche Temperaturen.

Sebastian Schanzer
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Viel Platz im Becken für die sogenannten Gesundheitsschwimmer: Im Juli und August war es oft bewölkt und regnerisch, ein Ansturm wie an Pfingsten blieb aus.

Viel Platz im Becken für die sogenannten Gesundheitsschwimmer: Im Juli und August war es oft bewölkt und regnerisch, ein Ansturm wie an Pfingsten blieb aus.

Ces

Als am Pfingstwochenende dieses Jahres in sämtlichen Limmattaler Freibädern Rekordbesucherzahlen vermeldet wurden, ahnte noch niemand, dass der Sommer derart regnerisch ausfallen würde. «Im Juni waren wir alle noch total optimistisch», sagt André Thoma, Leiter des Sekretariats Werke in Schlieren. Mittlerweile sind von den meisten Freibädern die Besucherzahlen der Sommersaison bekannt. Sie zeigen: Häufige Regenfälle und nicht gerade sommerliche Temperaturen vermiesten den Badis die Saison.

Bis zu 40 Prozent weniger Gäste

Die Schlieremer Bio-Badi «Im Moos» verkaufte laut Thoma etwa 14 000 Eintritte, das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Monat mit den niedrigsten Besucherzahlen war der August. Als einzige im Limmattal bleibt Schlieremer Badi zwar noch bis zum 30. September offen — alle anderen haben ihre Tore schon geschlossen. Man erwarte aber keinen grossen Ansturm mehr, so Thoma. Positiv wertet er die Verkäufe am Kiosk: «Im Verhältnis zu der Anzahl Badegäste lief der Kiosk sehr gut. Die Gäste waren sehr zufrieden mit Essen und Service», sagt er.

Auch im «Fondli» in Dietikon schaut man mit knapp 65 000 verkauften Eintritten auf eine verhaltene Saison zurück. Im Neueröffnungsjahr 2013 habe man innerhalb zweier Monate nur etwa 9000 Besucher weniger begrüsst als in der ganzen Saison 2014, sagt Oskar Schildknecht, Leiter der Badi. «Indem im Sommer aber auch das Hallenbad geöffnet war, konnten wir den Schaden noch begrenzen», so Schildknecht. Alles in allem sei man mit einem blauen Auge davon gekommen.

Im Birmensdorfer Freibad «Geren» verzeichnete man etwa 25 000 Badegäste. Das sind über 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Hans Käser, Leiter der Sportanlagen Weihermatt in Urdorf, spricht gar von einem «Jahrhundertsommer in Sachen Regen». In der «Weihermatt» wurden zwar keine Eintritte gezählt. Käser schätzt aber, dass dieses Jahr etwa 40 Prozent weniger Besucher kamen als noch im letzten Jahr. Sogenannte «Gesundheitsschwimmer» könne zwar auch ein bewölkter Himmel nicht abschrecken, sagt er. «Leute, die in der Badi gern die Sonne geniessen, mussten dieses Jahr aber oft zu Hause bleiben.»

Knapp 1,1 Millionen in Zürich

Die Badi «Zwischen den Hölzern» in Oberengstringen hat seit zehn Jahren nicht mehr so wenig Besucher gezählt wie 2014. Mit knapp 30 000 Badegästen erreichte man nur 57 Prozent des Vorjahres. «Für das Hölzli war es ein sehr schlechtes Jahr», sagt Daniela Eggs vom Sportamt Zürich, dem auch die Oberengstringer Badi angegliedert ist. In den insgesamt 24 Badeanstalten der Stadt Zürich liegen die Besucherzahlen zwar unter dem Durchschnitt der Jahre zuvor. Mit knapp 1,1 Millionen verkauften Eintritten befinde man sich laut Eggs aber noch in einem annehmbaren Bereich. Dass die Einbussen bei den Eintritten in der Stadt nicht so deutlich ausgefallen sind wie im Limmattal, habe möglicherweise damit zu tun, dass die Badis in der Stadt für die Bewohner schneller erreichbar seien. Bei wechselhaftem Wetter könne man schneller reagieren, wenn sich doch noch die Sonne zeige, sagt Eggs.