Limmattal
Wegen Durchsetzungsinitiative: Sehen Sie hier, wie viele Limmattaler bereits abgestimmt haben

Trotz polarisierender Durchsetzungsinitiative, die Rekordwerte seit Einführung des Frauenstimmrechts werden wohl trotzdem nicht gebrochen.

Alex Rudolf
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Auch in Zürich ist die Stimmbeteiligung höher als sonst.

Auch in Zürich ist die Stimmbeteiligung höher als sonst.

Keystone

Für den Abstimmungssonntag vom 28. Februar zeichnet sich eine hohe Stimmbeteiligung ab. Dies zeigt die Nachfrage bei den Gemeinden des Bezirks Dietikon bezüglich der brieflichen Stimmabgabe.

Jede Gemeinde zählt höhere Werte im Vergleich zu demselben Zeitpunkt vor anderen Abstimmungssonntagen, wie die zuständigen Stellen auf Anfrage sagen. Der Grund dafür dürfte an den emotionalen Themen liegen, über die an der Urne befunden wird.

In neun Tagen wird auf Bundesebene über die Durchsetzungsinitiative der SVP, die Ehe-Initiative der CVP, die Volksinitiative zum Stopp der Nahrungsmittelspekulation und die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels abgestimmt.

Bis Mitte dieser Woche haben bereits knapp 28 Prozent aller Urdorfer Stimmberechtigten ihre Couverts an die Gemeindeverwaltung gesandt.

Verglichen mit den vergangenen sieben Abstimmungs- und Wahlterminen ist dies ein hoher Wert. So hatten durchschnittlich elf Tage vor dem Abstimmungstermin erst jeweils rund 23 Prozent der Stimmberechtigten abgestimmt.

Einzig bei der Abstimmung zur Limmattalbahn vom 22. November vergangenen Jahres wurde ein vergleichbarer Wert erzielt (28.5 Prozent).

Mehr als bei der Limmattalbahn

In Schlieren sandten 24,6 Prozent aller Stimmberechtigten ihr Couvert an das Wahlbüro. Dabei handle es sich um einen sehr hohen Wert, wie Manuela Meili, Leiterin des Stadtbüros auf Anfrage sagt.

Bei anderen Vorlagen, über die im Jahr 2015 befunden wurde, liessen sich zwischen 29 und 32 Prozent der Stimmenden an die Urne locken.

Lediglich am 22. November, als über die Limmattalbahn abgestimmt wurde, beteiligten sich 41 Prozent. An der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative im Jahr 2014 betrug die Stimmbeteiligung in Schlieren 44 Prozent.

Uwe Krzesinski, stellvertretender Stadtschreiber in Dietikon, teilt auf Anfrage mit, dass die Teilnahme an der brieflichen Stimmabgabe im Bezirkshauptort überdurchschnittlich ausfällt.

22,6 Prozent der Stimmberechtigten hätten bisher ihre Stimme abgegeben. Sogar bei der Vorlage über die Limmattalbahn waren zu diesem Zeitpunkt weniger Stimmen eingegangen (21,2 Prozent).

Auch Claudia Koch von der Gemeindeverwaltung Weiningen sagt, dass die aktuelle Anzahl der eingegangenen Stimmzettel hoch ist.

«Bei den letzten Abstimmungen waren zu diesem Zeitpunkt erst knapp 20 Prozent der Stimmcouverts bei uns eingetroffen. Aktuell sind es bereits rund 25 Prozent», so Koch.

Ebenfalls in Oberengstringen ist das Interesse für die Abstimmungen gross. Wie Gemeindeschreiber Peter Menzi auf Anfrage sagt, würden zu diesem Zeitpunkt üblicherweise erst zwischen 12 und 15 Prozent der Stimmberechtigten ihre Unterlagen eingereicht haben. Aktuell liegen im Wahlbüro jedoch bereits die Stimmzettel von 25 Prozent der Stimmberechtigten.

«Deutlich mehr als sonst», so Menzi. Ob Oberengstringens höchste Stimmbeteiligung geknackt wird, bleibt jedoch offen.

Menzi erinnert sich, dass 78 Prozent an die Urne gelockt wurden, als im Jahr 1989 über die Abschaffung der Armee abgestimmt wurde. Schweizweit nahmen damals knapp 70 Prozent an der Abstimmung teil.

Seit der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 weisen einzig die Überfremdungs-Initiatigve im Jahr 1974 (70,3 Prozent) und die EWR-Abstimmung (78,7 Prozent) im Jahr 1992 eine grössere Beteiligung aus.

Auch in anderen Städten zeichnet sich eine hohe Stimmbeteiligung ab. So haben in der Stadt Zürich bereits 34 Prozent ihre Unterlagen abgegeben. Zum gleichen Zeitpunkt waren es vor der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative erst 18 Prozent.

So viele Limmattaler haben bereits abgestimmt

Dietikon: 22,6%

Schlieren: 24,6%

Urdorf: 27,9%

Oberengstringen: 25%

Unterengstringen: 30,1%

Weiningen: 25%

Geroldswil: 32%

Oetwil: 36%


Birmensdorf: 35,5%


Uitikon: 38%


Aesch: 30%