Der Brücke, die an der Grenze zu Schlieren die Bernstrasse über die SBB-Fahrbahnen führt, soll umfassend erneuert werden. Dies ist einerseits nötig, weil der 1936 vom Kanton gebaute Übergang schon seit längerer Zeit in einem schlechten Zustand ist: Seit 2011 festgestellt wurde, dass die Tragfähigkeit der Haupt- und Querträger ungenügend ist, muss die Brücke mit jährlichen Inspektionen überwacht werden; zudem wurde bereits die zulässige Achslast für Ausnahmetransporte des Typs II von 20 auf höchstens 13,5 Tonnen reduziert werden.

Da andererseits im Zuge der Limmattalbahn schon in wenigen Jahren der regionale Ost-West-Durchgangsverkehr über die Bernstrasse abgewickelt werden soll, wird der Ersatz der Brücke nun angepackt. Der Regierungsrat hat für das von Kanton, Stadt Dietikon, SBB und Kantonspolizei erarbeitete Projekt gebundene Ausgaben von 11,3 Millionen Franken gesprochen, wie er gestern mitteilte. Die Bewilligung weiterer 5,7 Millionen wird nun dem Kantonsrat beantragt. Währende der erste Kredit im Wesentlichen den Ersatzbau beinhaltet, sollen mit dem zweiten Kredit die bestehenden zwei auf vier Fahrspuren ausgebaut werden. Die Spurerweiterung und Verstärkung der Brücke wird auch deshalb nötig, weil auf der bisher für Ausnahmetransporte des Typs I – Lasten bis zu 480 Tonnen – vorgesehenen Badener-/Zürcherstrasse Raum für die Limmattalbahn geschaffen werden muss.

Burgweg wird verlängert

Anstelle der heutigen, beidseitigen Trottoirs ist auf der Brücke ein drei Meter breiter kombinierter Rad- und Gehweg vorgesehen. Ausserdem wird unter der Brücke, entlang der Bahngleise, ein fünf Meter breiter Radweg erstellt. So soll der Burgweg, der heute kurz nach dem Bahnhof Glanzenberg endet, mit der Bernstrasse verbunden werden. Er wird die Brücke auf der Ostseite her, also neben der Sprüngli-Produktionsstätte, erschliessen.

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Wir fahren die Strecke der Limmattalbahn ab

Am 22.November stimmt der Kanton Zürich über den Bau der Limmattalbahn und flankierende Kapazitätserweiterungen am Strassen-Netz ab. Es geht um Staatsbeiträge in Höhe von maximal 646,6 Millionen Franken. Die Limmattaler Zeitung hat die Abstimmungsvorlage in ein Quiz verwandelt. Finden Sie Antworten auf die 25 Fragen. Ein Beitrag der az Limmattaler Zeitung - www.limmattalerzeitung.ch

Geht es nach dem Regierungsrat, soll das Projekt im September dieses Jahres festgesetzt werden. Einsprachen gingen während der öffentlichen Auflage in Dietikon keine ein. Erfolgt die nötige Zustimmung des Kantonsrats, sollen die Bauarbeiten schon im kommenden Januar beginnen. Dann könnten die Hauptarbeiten bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Über welche Routen in dieser Zeit der motorisierte Verkehr umgeleitet wird, teilt der Kanton im Herbst mit.

Hilfsbrücke für Langsamverkehr

Der Langsamverkehr wird während der Bauzeit hingegen keine Umwege machen müssen: Für Spaziergänger und Velofahrer wird eine provisorische Hilfsbrücke erstellt, wie Tiefbauamt-Projektleiter Markus Bissig auf Anfrage erklärt.

Der Ersatz der Schönenwerdbrücke ist nur eine von vielen Massnahmen, mit der die Strassen für die Zeiten nach der Inbetriebnahme der Limmattalbahn fit gemacht werden. So wird neben der Brücke auch der Knoten Bern-/Zürcherstrase umgebaut. Dies wird etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. «Wir wollen möglichst viele der Arbeiten am Knoten während der Zeit des Brückenneubaus erledigen», sagt Bissig. Dennoch wird es wohl Ende 2018, bis die Schönenwerdkreuzung erneuert ist.

Die Bernstrasse ist eine der wichtigsten Verbindungsstrassen im Limmattal. Schon heute passieren sie auf dem Abschnitt der Schönenwerdbrücke täglich rund 15 000 Fahrzeuge – nach der Verlagerung des Durchgangsverkehrs im Zuge der Limmattalbahn werden es noch viel mehr sein. Auch in Schlieren begannen diese Woche die Arbeiten an der Bernstrasse