Ab morgen ist es wieder so weit: Pferde und ihre Reiter vom Limmattal bis zur Romandie werden auf der Pferdesportanlage Fondli an den den Pferdesporttagen in Dietikon um eine gute Wertung kämpfen. In der vergangenen Woche haben die Mitglieder des Organisationskomitees noch mit Hochdruck auf der Anlage gearbeitet. Sie haben unter anderem die Naturhindernisse für die Pferde nochmals herausgeputzt und im Klubhaus die Festwirtschaft sowie die Plätze für die Jury eingerichtet. Schliesslich muss für morgen, wenn die Pferdesporttage beginnen, alles bereit sein.

Beinahe wäre die Veranstaltung allerdings ins Wasser gefallen. Der Dauerregen der vergangenen Tage habe dem Rasen zugesetzt, sagt OK-Präsidentin Charlotte Keller. Hätte es auch gestern so weitergeregnet wie in den Tagen zuvor, wären die Pferdesporttage im schlimmsten Fall sogar abgesagt worden. Doch weil sich das Wetter beruhigte, konnte der Rasen etwas abtrocknen.

Es wäre gemäss den Veranstaltern erst die zweite Absage gewesen in der rund 60-jährigen Geschichte der Reitgesellschaft an der Limmat. «Ende der 1980er-Jahre mussten wir die Veranstaltung absagen. Damals schwammen Enten über den Platz», erinnert sich Keller lachend.

Das schlechte Wetter hat aber nicht nur auf den Concours selbst einen starken Einfluss. Auch die Betreiber der Festwirtschaft müssen ihr Angebot den nasskalten Bedingungen anpassen. «Wenn es sehr kalt und regnerisch ist, möchten die Leute natürlich warme Mahlzeiten und Getränke», sagt Sybille di Lorenzo, die Präsidentin der Reitgesellschaft an der Limmat, die am Concours als Festwirtin agiert. «Und wenn es heiss wird, wollen sie etwas Kühles. Wir beziehen unsere Ware sehr kurzfristig, damit wir das Angebot noch anpassen können.»

Sowohl di Lorenzo als auch Keller sind schon seit rund 30 Jahren Teil des Organisationskomitees. In dieser Zeit haben sie einige Highlights erlebt. «Beim 50-jährigen Jubiläum der Reitgesellschaft haben wir die Schweizer Meisterschaft der Senioren ausgetragen», sagt di Lorenzo: «Das war ein tolles Erlebnis.» Ebenso in Erinnerung geblieben ist der Besuch von Steve Guerdat, dem Olympiasieger von 2012. «Guerdat ritt vor drei Jahren bei der Elite mit», erzählt Keller, «und zwar auf einem jungen Pferd.»

Heute ist die Elite, die Stärkeklasse für professionelle Reiter, bei den Pferdesporttagen nicht mehr dabei. Der Concours richtet sich weniger an Profis als vielmehr an Basisreiter, die einfach ihrem Hobby frönen wollen. «Die Elitereiter haben andere Ansprüche», begründet di Lorenzo. «Sie nehmen eher an grossen Turnieren teil, wo sie auf weitläufigen Sandplätzen reiten können.»

Senioren statt hohe Sprünge

Auf dieses Jahr hin haben die Organisatoren das Programm leicht angepasst. Die Prüfung R/N120 wurde gestrichen. Dabei handelt es sich um Sprünge über 120 Zentimeter, die höchste Kategorie, die man mit einer regionalen Lizenz reiten kann. Dafür reiten seit letztem Jahr neu die Senioren mit. In dieser Kategorie wird auch Keller selbst am Concours teilnehmen. Pro Prüfung sind maximal 70 Teilnehmende am Start.

Mit der Anzahl Anmeldungen sind die beiden Frauen bisher zufrieden. Denn trotz der unsicheren Wetterlage seien einige Prüfungen schon ausgebucht. «Am Sonntagmorgen haben wir keinen Platz mehr», sagt di Lorenzo. «Die kombinierte Prüfung am Freitag ist ebenfalls voll.» Für die anderen Prüfungen kann man sich jedoch noch anmelden. «Wir lassen das Anmeldefenster bewusst bis einen Tag vor Beginn der jeweiligen Prüfung offen», sagt Keller. «Denn viele entscheiden spontan, ob sie reiten wollen oder nicht.» Je nach Wetterentwicklung eben.

Für die Pferdesporttage erhoffen sich die Verantwortlichen auch den einen oder anderen Erfolg eines Vereinsmitglieds. «Unsere Reiterinnen und Reiter haben eigentlich in allen Kategorien gute Chancen», sagt di Lorenzo.