Oetwil/Weiningen

Wegen Cevi-Unfall: Pfadi streicht Harassenklettern am Rebblütenfest

Pietät geht vor: Am Weininger Rebblütenfest wird es kein Harassenklettern geben wie in Urdorf 2002.  mu

Pietät geht vor: Am Weininger Rebblütenfest wird es kein Harassenklettern geben wie in Urdorf 2002. mu

Die Pfadi Altberg verzichtet nach dem tödlichem Unfall im Cevi-Lager im Rahmen eines Adventureparks am Weininger Dorffest ein Harassenklettern zu organisieren. Geboten wird nun ein Info-Stand, eine Feuerstelle und eine Hüpfburg.

Der tödliche Unfall von Oetwil führt zu Korrekturmassnahmen: «Wir werden am Rebblüetefäscht präsent sein. Aber auf das Harassenklettern verzichten wir», sagt Romano Stocker. Der Abteilungsleiter der Pfadi Altberg und seine Kollegen haben ursprünglich geplant am Weininger Dorffest vom kommenden Wochenende im Rahmen eines Adventureparks unter anderem ein Harassenklettern zu organisieren. Der tödliche Unfall vom Pfingstwochenende in einem Cevi-Lager in Oetwil hat bei den Pfadfindern – die Abteilung umfasst die Gemeinden Geroldswil, Oetwil und Weiningen – nun zu einem Umdenken geführt.

Pfadi will ihr Mitgefühl ausdrücken

«Nach der Rückkehr aus unserem Pfingstlager am Montag haben wir bereits darüber diskutiert, ob wir das Harassenklettern durchführen wollen», so Stocker. Um das Mitgefühl mit den Angehörigen und Freunden des verstorbenen Mädchens auszudrücken, verzichte man auf das Klettern. Zudem wolle man so kurz nach dem Unfall in Oetwil die Gemüter nicht erhitzen, in dem man Kinder an gesicherten Seilen auf Harassen klettern lasse. Am diesjährigen Rebblüetefäscht werde man deshalb lediglich mit einem Info-Stand, einer Feuerstelle und einer Hüpfburg vertreten sein.

Nebst dem Entscheid auf das Harassenklettern zu verzichten, hat die Pfadi Altberg als Reaktion auf den Unfall in Oetwil weitere Massnahmen getroffen. «Als Abteilungsleiter habe ich bestimmt, dass wir vorläufig auf Seilaktivitäten verzichten werden», sagt Stocker. Dies im Gegensatz zur Pfadi Schweiz, die laut der Pfadi-Schweiz-Sprecherin Andrea Adam keinen Anlass sieht, solche Übungen vorderhand zu stoppen.

Der Cevi Schweiz hat dagegen angekündigt, dass sie sich ein Moratorium für Seilbahnkonstruktionen auferlegt habe, solange der Fall nicht geklärt sei.

Cevi Weiningen-Geroldswil

Ereignet hat sich der tödliche Unfall am Pfingstsonntag im Wald oberhalb von Oetwil. Der Cevi Weiningen-Geroldswil hatte dort sein Zelt-Lager auf einer Wiese in der Nähe der Hüttikerstrasse aufgeschlagen und im Wald einen Parcours aufgebaut. Ein Posten des Parcours war eine Seilbahn, die Gruppenleiter zwischen zwei Bäumen gespannt hatten. An einem Seil von 100 Meter Länge führte sie rund 30 bis 40 Höhenmeter bergab.

Mit einem zweiten Seil gesichert, glitten daran mehrere Kinder und Jugendliche, Teilnehmende des Cevi-Lagers, zunächst kontrolliert herunter. Dann kam es zur Todesfahrt des 8-jährigen Mädchens. Aus noch ungeklärten Gründen versagte die Bremsvorrichtung bei dem Mädchen. Ein Lagerleiter, der am unteren Ende der Seilbahn postiert war, versuchte das Mädchen aufzufangen – vergeblich. Es raste nahezu ungebremst gegen den Baum am Seilbahnende. Schwer verletzt wurde es von der Rega ins Spital geflogen, wo es noch am gleichen Abend ihren Verletzungen erlag.

Noch keine Ergebnisse

Was genau zum Versagen der Bremsvorrichtung geführt hat, war auch gestern noch nicht klar. Laut der zuständigen Staatsanwältin Sandra Lanz von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ist man daran, die Spuren an der Seilbahn und vor allem am Seil zu sichern. Auch die Befragung der Beteiligten sei eben erst losgegangen. Erste Untersuchungsergebnisse lägen noch keine vor.

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