Bei Uitikons Gemeindeschreiber Bruno Bauder ist der Ärger gross: «Wir haben uns das in keiner Weise ausgesucht und müssen es nun ausbaden», meint er mit Blick auf das für den 30. Oktober im «Giardino Verde» geplanten Antifeminimus-Treffen, das von René Kuhn, Ex-Präsident der Stadtluzerner SVP organisiert wird. Kuhn erregte im vergangenen Jahr Aufsehen, als er sich abfällig über Schweizer Frauen äusserte.

Wohl in den frühen Morgenstunden des Montags wurden sowohl das Gemeindehaus wie auch die Werbetafel, die auf das «Giardino Verde», den Veranstaltungsort, hinweist, versprayt: «Feuer und Flamme dem Patriachat» und «Den Antifeministen aufs Maul geben», steht da etwa. Dies, nachdem bereits am Samstag bei der Zürcher Sihlpost gegen die Veranstaltung mobil gemacht worden war.

Bauder sieht «schwarz»

Dafür, dass die Gemeinde den Anlass verbieten könne, sehe er «eher schwarz», meinte Bauder. Es handle sich um «einen privatrechtlichen Anlass in einem privaten Gebäude». Der Gemeinde gehe es darum, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Der Gemeinderat werde am Montagabend über das weitere Vorgehen befinden.

Für Organisator Kuhn ist der ganze Wirbel um die Veranstaltung «eine Schweinerei, ein Armutszeugnis». Er habe immer geglaubt, er wohne in einer Schweiz, in der Meinungsfreiheit gelte. «Alles, was wir wollen, ist Gleichbereichtigung», sagt Kuhn. Und es gebe unbestrittenermassen Bereiche, in denen der Mann der Frau gegenüber schlechter gestellt sei, unter anderem im Scheidungsrecht und in Sorgerechtsfragen. Er werde im Laufe des Montags mit allen Beteiligten Gespräche führen und danach über das weitere Vorgehen entscheiden. Sollte der Anlass nicht in Uitikon durchgeführt werden, verfüge er, erklärt Kuhn, über einen Plan B. Wie der aussehe, verrate er aber nicht.