Kommentar

Weg mit dem Rangierbahnhof: Die Idee war noch nie so sinnvoll

Soll der Rangierbahnhof aus dem Limmattal verbannt werden? Das ist bei weitem nicht die einzige Frage zum Grenzgebiet von Dietikon und Spreitenbach.

Soll der Rangierbahnhof aus dem Limmattal verbannt werden? Das ist bei weitem nicht die einzige Frage zum Grenzgebiet von Dietikon und Spreitenbach.

Den Rangierbahnhof Limmattal abreissen und darauf Platz schaffen für über zehntausend Einwohner: Bei dieser Forderung läuft der Immobilienbranche gleich das Wasser im Mund zusammen.

Die Forderung ist angesichts der erneut gesunkenen Rangierzahlen sinniger denn je. Aber sie ist nicht die einzige. Noch vor Monatsfrist war die Idee wieder im Gespräch, den Rangierbahnhof zu überdeckeln, für einen grünen Park, der das lärmgeplagte Limmattal entlastet. Beides ist symptomatisch für das Grenzgebiet von Dietikon und Spreitenbach: Es ist eine Projektionsfläche der Träume, eine raumplanerische Knetmasse, zu allem fähig.

Zerschnitten von Strassen, am westlichen Rand sind soeben neue Spreitenbacher Blöcke dem Kreuzäcker entstiegen, am östlichen Rand wird das auch mit dem Dietiker Niderfeld passieren, wenn dann irgendwann die Planung fertig ist. Am nördlichen Rand im Müsli kommt das Limmattalbahn-Depot, das in ferner Zukunft erweitert wird, wenn die Bahn dereinst bis nach Baden fährt. Das Grün, das bleibt, soll dann zur Landschaftsspange Hüttikerberg-Niderfeld werden. Die Bahnplaner beim Bund studieren derweil, ob nach 2030 ein Gubrist-Bahntunnel für Güterzüge das Limmattaler S-Bahn-Netz entlasten soll, was endlich den Bahnhof im Wirtschaftsgebiet Silbern ermöglichen würde. Es passiert noch einiges! 

Wer darob den Kopf verliert, dem sei ein Spaziergang durchs Niderfeld ans Herz gelegt: Dornengebüsch, Holzbaracken, Occasionsautos. Unter den Füssen die Deponiesünden alter Zeiten. Die Realität, die Träume: Sie klaffen extrem weit auseinander.

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