Zahlreiche Windlichter und eine Finnenkerze wiesen in der sternenklaren Silvesternacht den Weg zur Fahrer Klosterpforte. Bereits zum vierzehnten Mal fanden sich Gäste im Kloster ein, um mit Musik und Lesungen Silvester zu feiern.

Die Stunde vor dem Jahreswechsel stand ganz im Zeichen des Schweizer Oktetts, das mit drei Violinkonzerten von Johann Sebastian Bach aufwartete. Schwester Ruth Tresch las zwischen den Stücken Texte von der im Jahr 2011 verstorbenen Schwester und Dichterin Silja Walter.

Nach Konzerten richtete Priorin Irene Gassmann ein paar besinnliche Neujahrsgedanken an die Anwesenden: «Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Diese letzte Stunde erfüllt uns mit wechselnden Gefühlen. Kostbare Augenblicke möchten wir festhalten. Doch sie zerrinnen wie Sand zwischen den Fingern.» Und dennoch überwiege die Dankbarkeit, hielt die Klostervorsteherin fest.

Anschliessend ertönten nach altem Brauch zuerst die Klosterglocken, nach einigen Minuten startete der Glockenschlag zum Jahreswechsel. Diese wenigen Minuten waren Momente der absoluten Stille. Nichts war zu hören, niemand bewegte sich.

Nach der Feier in der Klosterkirche trafen sich die Gäste in der renovierten Propstei, um aufs taufrische Jahr anzustossen und den Benediktinerinnen für ihre Gastfreundschaft zu danken. So sagte Béatrice Bürgin aus Schlieren: «Den Jahreswechsel im Kloster Fahr zu erleben – das ist für mich die schönste Art, Silvester zu feiern.»