Die sogenannten «Serviceclubs» sind ursprünglich eine amerikanische Angelegenheit. Alle wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA gegründet. Sie waren hauptsächlich Männern vorbehalten. Rotary startete 1905 in Chicago, Kiwanis 1915 in Detroit, Lions 1917 in verschiedenen Städten der USA und die Frauenvereinigung Soroptimist 1921 in Oakland. Die Funktion der Serviceclubs bestand und besteht einerseits in der Pflege persönlicher und beruflicher Beziehungen, andererseits im Dienst an der Gemeinschaft. Die Mitglieder stammen häufig aus derselben sozialen Schicht und verfolgen gemeinsame politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen, etwa Liberalismus und eine offene Gesellschaft.

1,4 Millionen Mitglieder

In der Schweiz wurde der erste Rotary Club 1924 in Zürich gegründet, Soroptimist 1939 in Genf, Lions 1948 sowie Kiwanis 1963 in Basel. 1998 gab es in der Schweiz und in Liechtenstein rund 210 Lions Clubs mit über 7500 Mitgliedern. Rotary hatte 177 Clubs mit 10 000 Mitgliedern, Kiwanis 160 Clubs mit 6000 Mitgliedern und Soroptimist rund 50 Clubs mit 2000 Mitgliedern. Ein lokaler Serviceclub besteht in der Regel aus 20 bis 30 Mitgliedern, die auf Einladung beitreten. Üblicherweise werden nur ein bis zwei Vertreter derselben Berufsgruppe zugelassen.

Es handelt sich meist um Geschäftsleute und Freiberufler. An regelmässig stattfindenden Treffen wird die Geselligkeit gepflegt, werden aber auch Vorträge gehört. Die Mitglieder organisieren gemeinnützige Aktionen und humanitäre Einsätze auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene. Inzwischen haben sich viele Clubs auch für weibliche Mitglieder geöffnet, oder es wurden Schwesterorganisationen für berufstätige Frauen geschaffen.

Gründer des Lions Club International (LCI) war Melvin Jones (1879 bis 1961), ein Chicagoer Versicherungskaufmann. Am 7. Juni 1917 berief er die Vereinigungsversammlung ein. 1945 vertrat er den Club bei den UN in San Francisco. Seine Lebensphilosophie: «You can’t get very far until you start doing something for somebody else.» («Du kommst nicht sehr weit, bis du beginnst, etwas für andere zu tun.») Jones war auch Mitglied einer Freimaurerloge in Chicago. Der LCI-Sitz befindet sich heute in Oak Brook, Illinois.

Mit rund 1,4 Millionen Mitgliedern in 45 000 Clubs in 202 Ländern ist der LCI die mitgliederstärkste Serviceclub-Organisation der Welt. LCI war 1945 massgeblich an der Gründung des Sektors der Nichtregierungsorganisationen (NGO) bei den UN beteiligt und ist neben Rotary International die einzige Serviceorganisation, die als beratender Partner mit der UNO einen Konsultatsstatus besitzt. Lions investiert mehr Geld in soziale und gemeinnützige Projekte als das Internationale Rote Kreuz.

Das Lions-Motto lautet «We serve» («Wir dienen»). Damit verpflichtet sich jedes Mitglied, den Dienst am Nächsten über seinen eigenen Profit zu stellen. Lions ist Name und Wahlspruch zugleich. «Liberty, Intelligence, Our Nation’s Safety» («Freiheit, Intelligenz, Sicherheit unserer Nation»). Alle Lions Clubs haben das Ziel, im freundschaftlichen Miteinander Gutes zu tun. Daher wird Wert auf eine altruistische, weltoffene Einstellung gelegt.

LCI unterstützt vielfältige globale Projekte. So soll etwa die «Sight-First-Activity» vermeidbare Blindheit verhindern. Es gibt ein Programm zur Suchtprävention bei Primarschulkindern, internationale Jugendcamps, Jugend-Musikwettbewerbe, aber auch eine «Liga für Ältere», die Lobbyarbeit leistet und Modelle zur Unterstützung von älteren Menschen entwickelt. LCI finanziert Trinkwasserdesinfektionen und einen jährlichen internationalen Friedensplakatwettbewerb für Kinder. Hinzu kommen die regionalen Aktivitäten der mittlerweile über 45 000 Clubs weltweit, so auch des Lions Club Limmattal.