Dietikon
Wasserverbrauch steigt auf Rekordhöhe

Die Stadt Dietikon stellt derzeit 9 Millionen Liter Wasser pro Tag zur Verfügung – das sind 3 Millionen mehr als sonst

Anina Gepp
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So viel Wasser wie diesen Juli floss in Dietikon schon lange nicht mehr. Aber bald dürfte damit Schluss sein.

So viel Wasser wie diesen Juli floss in Dietikon schon lange nicht mehr. Aber bald dürfte damit Schluss sein.

KEYSTONE

Damit die Wiesen trotz der Hitze schön grün bleiben und die Blumen ihre Blütenpracht nicht verlieren, wässern die Dietiker ihre Gärten derzeit grosszügig. Das schlägt sich im Gesamtwasserverbrauch der Stadt deutlich nieder: Ganze 9 Millionen Liter Wasser stellt Dietikon momentan täglich zur Verfügung. Das sind drei Millionen Liter mehr als letztes Jahr zur selben Zeit.

Konsequenzen hat der erhöhte Wasserverbrauch bislang zwar noch keine. Das könnte sich aber ändern, wenn es auch in der nächsten Woche noch so heiss bleibt, sagt Werner von Holzen, Leiter Gas- und Wasserversorgung der Stadt Dietikon. Konkret könne das heissen, dass Privatpersonen keine Autos mehr waschen dürfen und die Gärten und Vorplätze nur noch sehr bewusst bewässert werden können. Zurzeit seien die Wasserreservoire aber noch gefüllt, auch wenn dies zu höheren Stromkosten führe. Dass zurzeit Sommerferien sind, sei ein Glück, so von Holzen. Da viele Leute verreist seien, sinke der Wasserverbrauch zumindest etwas.

Werner von Holzen, Leiter Wasserwerke, und Stadtgärtner Thomas Weber überlegen gemeinsam, wo die Bewässerung Sinn macht.

Werner von Holzen, Leiter Wasserwerke, und Stadtgärtner Thomas Weber überlegen gemeinsam, wo die Bewässerung Sinn macht.

Anina Gepp

Mehr Arbeit für Stadtgärtnerei

Mehr Aufwand bedeutet die Hitze vor allem für die Stadtgärtnerei Dietikon. Der Leiter Thomas Weber ist mit seinem Team drei Mal in der Woche unterwegs, um Pflanzen, Bäume und Rasen in der Stadt zu bewässern. Normalerweise reiche einmal in der Woche aus, sagt er. Hinzu kommen die aussergewöhnlichen Arbeitszeiten. Da es wenig Sinn macht zu bewässern, wenn die Sonne schon da ist, fahren die Fahrzeuge der Stadt jeweils schon um 5 Uhr morgens aus. Ganze vier Stunden dauert es jeweils, bis alles Grün mit Wasser versorgt ist.

Damit die Bewässerung zu bewerkstelligen ist, müssen andere Arbeiten wie Rasenmähen derzeit etwas zurückgeschraubt werden. Denn auch die Bäume muss Weber derzeit gut im Auge behalten. Dürre Äste drohen an verschiedenen Fussgängerzonen abzubrechen. Bewässert werden nur noch Jungbäume bis vier Jahre, so der Gärtner. Es sei gar nicht möglich, alle Bäume mit Wasser zu versorgen. Die älteren Pflanzen hätten zudem grössere Wurzeln und weniger Probleme, sich selbst zu helfen. Auch wenn einzelne Blätter schon braun würden: Das bedeute nicht, dass der ganze Baum absterbe. Dies sei lediglich ein Schutzmechanismus des Baumes gegen die Verdunstung. Sobald er wieder an Wasservorräten getankt habe, mache er nochmals einen Austrieb.

Prioritäten setzen

Bis die Hitzeperiode vorbei ist, stehen von Holzen und Weber in ständigem Austausch. Sie suchen Kompromisse und besprechen, wo an Wasser gespart werden kann. Schulhaussportplätze würden beispielsweise nur noch sporadisch bewässert, so von Holzen. Sportplätze für Vereine hingegen müssten zwingend bewässert werden, da sie sonst nicht mehr bespielbar sind.

Im Rekordsommer 2003 war der Wasserverbrauch übrigens niedriger, da die Hitzeperiode weniger lang dauerte. Vergleiche mit Vorjahreszahlen zeigen, dass bis jetzt massiv mehr Wasser verbraucht wurde. Sollte sich die Lage zuspitzen, so werde man gemeinsam mit den anderen Limmattaler Gemeinden Vorschriften zur Reduktion des Wasserverbrauchs erarbeiten, so von Holzen.