«Das Verrückte ist, dass sich solche Vorfälle immer dann ereignen, wenn viele Leute zu Hause sind oder nach Hause kommen. Dann zeigt sich, dass es halt doch nicht so selbstverständlich ist, fliessendes Wasser zu haben», sagt Unterengstringens Tiefbauvorstand Simon Wirth über die Unterbrechung der Wasserversorgung für die südlich der Zürcherstrasse gelegenen Quartiere.

Am vergangenen Freitag ist im Rahmen einer Routinekontrolle durch den Kanton Zürich bei der Rohrunterführung unterhalb der Limmatbrücke ein Schachtdeckel auseinandergebrochen. Ein herunterfallendes Bruchstück hat dabei das darunterliegende Druckrohr getroffen und ein grosses Loch in die Leitung gerissen.

Das Leck hatte zur Folge, dass das Rohr auf einer Länge von einem Meter barst. Die dabei entstandene Fontäne führte dazu, dass der Schacht augenblicklich geflutet wurde und rund 1500 Kubikmeter Wasser in die Limmat floss. Darauf hin entleerte sich das Reservoir derart schnell, dass die ganze so genannte untere Druckzone – das Gebiet südlich der Zürcherstrasse – ohne Wasser war.

«Die untere Druckzone wird durch Wasser aus der Grundwasserfassung Schlieren über eben diese Leitung versorgt», so Wirth. Die obere Druckzone, also die nördlich der Zürcherstrasse gelegenen Quartiere würden ihr Wasser dagegen aus dem Gebiet des Gubrist beziehen. Deshalb sei nur der südliche Dorfteil vom Unterbruch betroffen gewesen.

Kettenreaktion ausgelöst

Doch nicht nur Unterengstringen war vom Vorfall betroffen. «Das Leck löste eine Kettenreaktion aus. Durch die viele Luft und den Schmutz, der in die Leitung geriet, kam es in der Wasserversorgung in Schlieren zu drei Folgebrüchen», erklärt Wirth. Zudem seien die Reservoire von Schlieren und Oberengstringen ebenfalls geleert worden.

«Dank Wasser aus Oberengstringen, das in unser System eingespeist wurde, konnten die Versorgung der betroffenen Haushalte glücklicherweise nach einer Stunde behelfsmässig wieder hergestellt werden», so Wirth. Das Ganze sei unbürokratisch über die Bühne gegangen und habe gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Nachbarn funktioniere.

Gleiches, so Wirth, gelte auch für die Reparatur der Leitung. «Das Ersatzmaterial haben wir aus Schlieren erhalten», hält der Tiefbauvorstand fest. Allerdings sei grosser Einsatz von Nöten gewesen, um das kaputte Teilstück zu ersetzen. «Als Erstes musste der enge Schacht ausgepumpt werden. Erst dann konnte man damit beginnen, das Rohr auf einer Länge von 1,5 Metern zu ersetzen», erklärt er. Insgesamt drei Männer hätten ohne Pause bis um 5 Uhr am Samstagmorgen gearbeitet, um den Schaden zu beheben.

Mittlerweile sei alles wieder in Ordnung, sagt Wirth. «Jetzt sind wir am Abklären, wie hoch die Kosten sind, die durch den Vorfall entstanden sind, und wer dafür aufkommen muss.»

Ein Video zum Rohrleitungsbruch gibt es hier: http://www.feuerwehr-unterengstringen.ch