Oberengstringen

Wasserreservoir: Im Untergrund rückt die Putzequipe an

Schwierig zu sagen, wie viele Autos Platz hätten. Aber es dürften einige sein, die man in der grössten Kammer des Oberengstringer Reservoirs Lochholz unterbringen könnte.

Jetzt, da der Raum leer ist, erinnert er tatsächlich an eine Tiefgarage. Maximal 2000 Kubikmeter Wasser haben in der Kammer Platz. Am Dienstag wurde es abgelassen, damit gestern die grosse Reinigung über die Bühne gehen konnte.

Reinigung dauert einen Tag

Für den stellvertretenden Brunnenmeister von Oberengstringen, Pascal Setz, gehört die Arbeit schon zur Routine. «Einmal jährlich müssen unsere beiden Reservoirs gereinigt werden. So schreibt es die Qualitätssicherung vor», sagt er. Die Reinigung geht trotz der Grösse der Kammer schnell vonstatten. Zwei Leute brauchen rund einen Tag, bis alles wieder sauber ist.

Mit einem Hochdruckreiniger werden die Decke, die Wände und die Säulen abgespritzt. Zum Schluss folgt der Boden. «Wir reinigen ausschliesslich mit Wasser. Chemikalien dürfen wir keine verwenden», so Setz. Danach wird das Wasser wieder eingelassen. Rund 24 Stunden sind dann die beiden Pumpwerke im Oberwerd an der Limmat im Einsatz, um das Wasser hinauf an den Waldrand zu pumpen. Allerdings werde das Reservoir nicht bis zur Maximalhöhe gefüllt, sagt Setz. In der Kammer stehe nur so viel Wasser bereit, wie die Gemeinde benötige.

3048 Haushalte werden versorgt

«Im Winter brauchen wir durchschnittlich 1400 Kubikmeter Wasser pro Tag. Im Sommer sind es 1800 Kubikmeter täglich», so Setz. Damit würden insgesamt 3048 Haushaltungen versorgt. Um das Wasser zu verteilen, ist ein Leitungsnetz von 18 Kilometer Länge notwendig.

Bei einem solch weitverzweigten Netz ist Kontrolle und Überwachung unabdingbar. Denn «die Gewährleistung der Wasserversorgung ist die wichtigste Aufgabe einer Gemeinde», sagt Setz. Überwacht wird das System über einen unscheinbaren Computer im Werkgebäude. Dort lässt sich unter anderem der Wasserstand in den beiden Reservoirs und das Leitungssystem kontrollieren. «Bei einem Rohrbruch wird ein Alarmsignal auf das Handy gesendet. Gleiches gilt, wenn im Reservoir der Wasserstandsgrenzwert unter oder überschritten wird», hält Setz fest.

Trotz eines weitestgehend computergesteuerten Systems, kann die Wasserversorgung der Gemeinde nicht ohne die Werkhofmitarbeiter aufrechterhalten werden. «Wir müssen das Reservoir einmal wöchentlich vor Ort kontrollieren. Vor allem ist wichtig, ob die für den Notfall eingerichtete Steuerung der Löschwasserkammer für die Feuerwehr funktioniert», sagt Setz. Die Kammer befindet sich ebenfalls im Reservoir Lochholz und fasst 250 Kubikmeter Wasser. Im zweiten Reservoir Frankenbüel, das 1000 Kubikmeter Wasser fasst, existiert keine solche Kammer.

Auch die Pflege der Umgebung des Reservoirs ist eine wichtige Aufgabe. Erst kürzlich mussten dort Bäume gefällt werden. «Dadurch verringern wir das Gewicht, das auf der Decke des Reservoirs lastet. Auch dies ist eine Sicherheitsmassnahme», so Setz.

Überhaupt wird Sicherheit bei der Wasserversorgung gross geschrieben. Die Reservoirs sind alarmgesichert. Versuchen Unbefugte sich Zugang zu verschaffen, löst auch das einen Alarm aus. Vorgekommen sei das aber noch nie, sagt der stellvertretende Brunnenmeister. Auch für den Fall einer Wasserknappheit ist vorgesorgt. Im Osten der Gemeinde existiert eine Notleitung zur Stadt Zürich, im Westen eine zu Unterengstringen. Diese können im Notfall geöffnet werden.

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