Limmattal unter Wasser
Wasser beherrscht das Limmattal

Auch am Kanton Zürich gehen die Folgen der heftigen Regenfälle der vergangenen Tage nicht spurlos vorbei. Das Limmattal kommt hingegen glimpflich davon.

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Leser Anton Scheiwiller machte dieses aktuelle Bild von der Limmat bei der Limmatbrücke in Dietikon. Beide Unterführungen sind überflutet. Im Bild ist Markus Ferderer vom AWEL (Zürcherisches Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) mit seinen Kindern bei der Überwachung des Wasserabflusses.
10 Bilder
An gemütliches Flanieren war am Samstagmorgen an der Limmat nicht zu denken.
Hochwasser im Limmattal
Dieselbe Stelle, ein anderer Blickwinkel: An der Limmatbrücke in Dietikon verschwanden die Spazierwege in der Limmat.
Die Limmat wuchs zu einem reissenden Strom an.
Leserin Ursula Walpen sandte ein Bild des Marmoriweiher-Abflusses ...
... und der reissenden Reppisch.

Leser Anton Scheiwiller machte dieses aktuelle Bild von der Limmat bei der Limmatbrücke in Dietikon. Beide Unterführungen sind überflutet. Im Bild ist Markus Ferderer vom AWEL (Zürcherisches Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) mit seinen Kindern bei der Überwachung des Wasserabflusses.

Anton Scheiwiller

Die erste Hochwasserwelle in der Nacht auf Samstag hat im Kanton Zürich zwar zu keinen grösseren Schäden geführt. Die Feuerwehren sind aber – vor allem entlang der Thur – in Alarmbereitschaft. Greifen- und Pfäffikersee sind an verschiedenen Orten über die Ufer getreten. Nach einer kurzen Beruhigung erwartet das Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) ab spätem Samstagnachmittag eine zweite Hochwasserwelle, wie Sprecher Wolfgang Bollack auf Anfrage sagte.

Gemäss Zürcher Kantonspolizei kam es an der Thur zur Überflutung des sogenannten Vorlandes, das dafür vorgesehen ist, sowie in Einzelfällen von Kulturland. Aufgrund des hohen und noch steigenden Pegelstandes wurde der Krisenstab Thurhochwasser einberufen, der die Thur «intensiv überwacht». Erwartet wird, dass auch entlang von Reuss und Töss das Wasser über die Ufer treten wird.

Die grösseren Gewässer haben die Wassermassen bis am Samstagvormittag weitgehend aufnehmen können. Um Greifensee und Pfäffikersee sind die Uferbereiche überschwemmt worden. Bei beiden Seen hat der Pegelstand in den frühen Morgenstunden den Alarmwert «Hochwassergefahr» - die zweithöchste Gefahrenstufe - überschritten. Bei der Zürcher Kantonspolizei sind gemäss Communiqué zwischen Freitagabend und Samstagvormittag zahlreiche Meldungen wegen überschwemmter Strassen eingegangen. Grund war in den meisten Fällen die Überlastung der Kanalisationen.

Die SBB-Strecken zwischen Rüti ZH und Jona SG sowie im Tösstal bei Wald sind am Samstagmorgen wegen Hangrutschen gesperrt worden. Bei Rüti sind an einem Hang etwa 15 Kubikmeter Schlamm abgerutscht, ein halber Kubikmeter verschüttete die Gleise.

Zwischen Wald und Gibswil bemerkte ein Lokomotivführer einen Hangrutsch auf einer Länge von etwa 10 Metern, konnte aber mit seinem Zug die Stelle noch passieren. Danach wurde die Strecke jedoch gesperrt. An beiden Orten wurde während der Aufräumarbeiten für die Bahnpassagiere der Linien S5 und S15 beziehungsweise S26 Busse eingesetzt.

Vorsorglich evakuiert worden sind laut Polizei bereits am Freitagabend zwei Campingplätze, einer an der Reuss in Ottenbach und einer in Gütighausen an der Thur.

Im Limmattal ist die Lage zwar ruhig, wie die Leserfotos in der Bildergalerie jedoch zeigen, kam es auch in der Region zu Überschwemmungen.