Dietikon

Was passiert, wenn plötzlich kein Trinkwasser mehr fliesst?

Dietikon hat ein Konzept entwickelt für den Fall, dass die Trinkwasserversorgung nicht mehr funktioniert. (Symbolbild)

Die Stadt hat für den Fall, dass das Trinkwasser ausfällt, ein Notfallkonzept ausgearbeitet. Ab dem vierten Tag stellt sie 15 Liter Wasser pro Einwohner zur Verfügung.

Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) hat dem Konzept der Stadt Dietikon zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen zugestimmt. Dieses sieht vor, dass bei einem Ausfall des Leitungsnetzes Feuerwehr und Zivilschutz von acht Ausgabestellen aus täglich bis zu 15 Liter Trinkwasser pro Person verteilen.

Im Normalbetrieb werden in Dietikon täglich etwa 7 300 Kubikmeter Wasser verbraucht. Das sind rund 270 Liter pro Person und Tag. Sollte die Versorgung über das Leitungsnetz wegen grösserer Schäden oder Verunreinigung nicht möglich sein, muss die Bevölkerung gemäss Bundesvorgaben die ersten drei Tage mit Trinkwasser aus dem persönlichen Notvorrat auskommen – empfohlen werden 9 Liter pro Person.

Das neu erarbeitete städtische Notfallkonzept setzt – unter Annahme des Notvorrats – am dritten Tag nach einem Wasserleitungsnetzunterbruch ein. Ab dann muss die Stadt rund 125 Kubikmeter Wasser an die Bevölkerung (4 Liter pro Person) verteilen, ab dem vierten Tag dann 440 Kubikmeter (15 Liter pro Person).

Feuerwehr und Zivilschutz nötig

Die Wasserabgabe erfolgt an acht Abgabestellen: Zelgliplatz, Wolfsmattschulhaus, Luberzenschulhaus, Kreuzung Holzmatt-/Rüternstrasse, Kreuzung Linden-/Winzerstrasse, Parkplatz Dreispitz, Rapidplatz und Parkplatz Festo. Zivilschutz und Feuerwehr übernehmen die Wasserausgaben.

Das Notfallszenario endet mit der Wiederinbetriebnahme des Leitungsnetzes. Bevor es soweit ist, muss das Wasser im Netz mittels Öffnen der Hydranten vollständig ausgetauscht wer-den, um die erforderliche Wasserqualität zu garantieren. Zuständig für diesen letzten Schritt ist die Infrastrukturabteilung.

Die Verordnung vom Bund zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen verpflichtet die Stadt als Inhaberin von Wasserversorgungsanlagen, Massnahmenpläne zur Gewährleistung der Versorgung zu haben. Nachdem der Stadtrat diesem Konzept Anfang Oktober zugestimmt hat, hat es am 25. Oktober auch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft genehmigt. Das teilte die Stadt Dietikon gestern mit.

Die Wasserversorgung der Stadt Dietikon gewährleistet im Normalbetrieb, dass Trinkwasser zu jeder Zeit in ausreichendem Masse und in guter Qualität aus dem Wasserhahn fliesst. Selbst der Ausfall ihres grössten Pumpwerks ist für die Verbraucher nicht spürbar.

Auch für einen länger andauernden grossräumigen Stromausfall ist die Stadt Dietikon gut aufgestellt. Sie ist Mitglied im Wasserwirtschaftsverband Limmattal, der das Grundwasserpumpwerk Schönenwerd II beim Bahnhof Glanzenberg an der Limmat betreibt. Dieses Pumpwerk ist mit einem leistungsfähigen Notstromaggregat ausgestattet. (AZ)

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