Zürich

Was passiert, wenn das teuer erstandene Autokennzeichen gestohlen wird?

Umso tiefer die Zahl auf dem Autokennzeichen, desto höher der Preis.

Umso tiefer die Zahl auf dem Autokennzeichen, desto höher der Preis.

Mit der Versteigerung von Autokennzeichen nimmt der Kanton Zürich mehrere Millionen Franken jährlich ein. Gehen die Nummernschilder verloren oder werden sie gestohlen, hat der Besitzer aber ein Problem: Er bekommt weder die ersteigerte Nummer noch das Geld zurück.

Rund 2,5 Millionen Franken pro Jahr geben Zürcher Auto- und Motorradfahrer für besondere Auto- und Töff-Nummern aus, die der Kanton versteigert. Grundsätzlich gilt: Je tiefer die Nummer, desto teurer ist sie, spezielle Zahlenkombinationen wie beispielsweise 1234 oder 1111 sind besonders begehrt. Über 20 Schilder landen jede Woche auf der Auktionsplattform des Strassenverkehrsamts im Internet. Ist eine besonders attraktive Nummer erst mal vergeben, taucht sie meist nicht so bald wieder in einer Versteigerung auf: Autokennzeichen dürfen im Kanton Zürich zwar nicht privat gehandelt werden, eine Übertragung an enge Verwandte ist aber möglich.

Die Preise, die bezahlt werden, reichen von wenigen Hundert bis mehreren Zehntausend Franken. Ende Oktober beispielsweise wurde ZH 1280 für 42'000 Franken versteigert. Seit bald 20 Jahren unangefochtener Spitzenreiter ist ZH 1000, die tiefste Zürcher Nummer, die überhaupt je versteigert wurde. Stolze 131 000 Franken bezahlte der Käufer dafür. Die Nummern von 1 bis 999 werden im Kanton Zürich nur als Händlerschilder ausgegeben, die den Zusatz «U» haben.
Jahrelang gesperrt

Doch was passiert, falls teuer ersteigerte Kontrollschilder abhandenkommen? Eine Statistik über verlorene oder gestohlene Schilder führt das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich nicht, wie der Kommunikationsverantwortliche Severin Toberer auf Anfrage sagt. «Aber vereinzelt waren auch schon versteigerte Kontrollschilder von Diebstählen und Verlusten betroffen.»

Der Verlust eines oder beider Kontrollschilder ist für die Betroffenen so oder so mit Umtrieben verbunden. Für die Besitzer der ersteigerten Schilder dürfte der Ärger aber noch um einiges grösser sein, denn wenn beide Kontrollschilder weg sind, wird die Nummer gesperrt und im polizeilichen Fahndungssystem Ripol ausgeschrieben. Bei verlorenen Schildern gilt die Sperre für fünf, bei Diebstahl für zehn Jahre. Werden nicht nur die Schilder, sondern gleich das Fahrzeug gestohlen, gilt die Sperre sogar für 15 Jahre. Die teure Nummer ist dann weg, «es besteht kein Anrecht auf gleichwertigen Ersatz», heisst es in einem Merkblatt des Strassenverkehrsamts. «Auch den bezahlten Betrag können wir nicht rückerstatten», sagt Toberer.

Automatische Fahndung

Deutlich besser dran ist, wer nur eines von beiden Kontrollschildern am Auto nicht mehr hat: Das fehlende Schild wird – mit identischer Nummer – ersetzt. Bis das Ersatzschild montiert ist, darf man sogar mit nur einem Schild auf der Strasse unterwegs sein, wenn man den Polizeirapport über den Verlust des Kontrollschilds bei sich hat.

Mit Kontrollschildern herumzufahren, die im Fahndungssystem Ripol erfasst sind, ist eine schlechte Idee: Polizei und Grenzwache nutzen Überwachungskameras, welche die Schilder vorbeifahrender Autos erfassen und mit der Datenbank abgleichen. Bei einem Treffer werden automatisch Fotos vom Fahrzeug und vom Lenker gemacht. Zudem kann eine Patrouille alarmiert werden. Ergibt die Abfrage der Datenbank keinen Treffer, werden die Daten aus Datenschutzgründen sofort gelöscht.

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