Dietikon
Was passiert mit dem Hedinger-Parkplatz beim der "Krone"?

Mitte-links will den Hedinger-Parkplatz umzonen, damit es nicht bebaut wird und sie Sicht aufs "Kronen-Areal" weiterhin frei bleibt – und vielleicht ein Stadtpark entstehen könnte.

David Egger
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Viel Platz für Planungsideen: Um diesen Parkplatz zwischen der Bäckerstrasse und der «Krone» geht es.

Viel Platz für Planungsideen: Um diesen Parkplatz zwischen der Bäckerstrasse und der «Krone» geht es.

Nora Güdemann

Dass das Dietiker «Kronen»-Areal ein Schmuckstück ist und ein noch schöneres Schmuckstück werden soll, darin ist man sich einig. Das Areal ist auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Und auch so mancher Regierungsrat hat sich schon in der Taverne zur Krone verköstigt – so etwa Ernst Stocker (SVP), als er diesen Sommer seinen traditionellen Sommerspaziergang als Finanzdirektor in Dietikon durchführte.

Während die «Krone» und der «Alte Bären» bereits erneuert wurden, steht auch der ebenfalls geschichtsträchtigen Zehntenscheune eine Erneuerung bevor. Im Frühling gab der Stadtrat bekannt, dass er das Basler Architekturbüro Buol und Zünd damit betraut, den Umbau der Zehntenscheune in einen Veranstaltungsort zu planen.

Dieses Kulturraum-Projekt, wie es jetzt geplant ist, sorgte diesen Sommer im Gemeinderat für einige Kritik. Der Stadtrat galoppiere mit Scheuklappen in eine Richtung, sagte Gemeinderat Markus Erni (SVP), der ein Postulat zur Sache eingereicht hatte. Er wünschte sich, dass der Stadtrat in Varianten denkt. Wenngleich die Richtung also für Kritik sorgt, läuft derzeit die Planung weiter. Schritt für Schritt.

Der CVP-Gemeinderat Martin Christen und mehrere Mitunterzeichnende – aus CVP, GLP, Grünen, SP und AL – stossen nun auch die Diskussion um den Hedinger-Parkplatz neu an, der zwischen der «Krone» und der Bäckerstrasse liegt. Mit einem Postulat beantragen sie dem Dietiker Stadtrat, dass der Parkplatz – der sich im Eigentum der Stadt Dietikon befindet – von der Kernzone neu in die Erholungszone Park übertragen wird.

«Sicht aufs schöne Areal»

Christen will so verhindern, dass der Hedinger-Parkplatz jemals bebaut wird. Das wäre, wie Christen im Postulat schreibt, ein Zeichen an die Bevölkerung, dass der Stadtrat gewillt ist, dem Dichtestress auch Erholungs- und Freiraum entgegenzuhalten. «Man soll nicht alles bebauen. Gerade auf den Hedinger-Parkplatz darf nie ein Gebäude hinkommen. Das würde die Sicht auf das schöne «Kronen»-Areal wegnehmen», sagt Christen. Ein unverbauter Hedinger-Platz mache das «Kronen»-Areal noch attraktiver, schreibt Christen zudem im Postulat.

Ob es auf dem Parkplatz ein kleines Stadtpärkchen oder einen kleinen Stadtplatz geben soll, hat für Christen zurzeit zweite Priorität. Eine Präferenz hat Christen aber: «Ein Platz, wo man sich treffen kann und den man im Zusammenhang mit der Zehntenscheune oder der ‹Krone› nutzen kann, wäre aus meiner Sicht der grösste Gewinn.»

«Auf die Markthalle beschränkt»

Ein solcher Platz wäre laut Christen eine gute Alternative zum Kirchplatz. «Wer heute etwas machen will, ist oft auf die Markthalle beschränkt und nimmt dann dem Frischmarkt Platz weg», merkt Christen an.

«Ein neuer, kleinerer Platz wäre ein guter zusätzlicher Anziehungs- und Begegnungspunkt» so Christen weiter. Dort könnte man zum Beispiel auch einen Biergarten organisieren im Sommer.

Auch zu den Parkplätzen, die verschwinden würden, hat er sich Gedanken gemacht. «Im Dietiker Zentrum hat es in den Tiefgaragen genug Parkplätze, insbesondere im ‹Löwen›-Zentrum», sagt Christen. Und er fügt an, dass man die Tiefgarage des «Löwen»-Zentrums erweitern könne – unter dem und für das «Kronen»-Areal. Das sei einfach realisierbar, so Christen. In Bezug auf das «Kronen»-Areal als Ganzes hofft Christen, dass sein Postulat mehr Klarheit schaffen wird.

Einst lag eine Bebauung des Hedinger-Parkplatzes ziemlich nahe: Vor bald zehn Jahren gab es einen Wettbewerb für das ganze «Kronen»-Areal, den die Architektin Tilla Theus gewann. In ihrem Konzept war – beziehungsweise ist – eine Bebauung des Hedinger-Parkplatzes vorgesehen.