Gross war die Freude, als die renovierte und frisch überdachte Kunsteisbahn Weihermatt am 29.Oktober eröffnet wurde. Weniger erfreulich waren bald darauf die Wassertropfen, welche sich zu Beginn der Eislaufsaison vom Hallendach lösten und auf Zuschauer und Eisläufer fielen. Unschön anzuschauen war aufgrund der Feuchtigkeit auch die Tragkonstruktion aus verleimten Holzbalken.

«Für uns kam das überraschend. Das hat uns niemand gesagt. Jetzt ist es aber das Normalste der Welt, sagen Fachleute», zeigt sich Thomas Hächler, der Finanzvorstand, der das Sanierungsprojekt politisch begleitet hat, überrascht und enttäuscht. Die Verfärbungen mit Schwarzschimmel seien nicht selten bei offenen Holzkonstruktionen. Bei grossen Wärmeunterschieden zwischen Dach- und Bodenbereich würde Kondensation einsetzen und das Problem verursachen. Besonders bei Saisonbeginn, wenn die Aussentemperaturen noch relativ hoch seien, sei das Problem zu beobachten, sagt Hächler. Dies bedeute auch, dass man die Betriebszeiten auch bei einer Überdachung der Bahn nicht beliebig ausdehnen könne.

Die Eisbahn ist mit einer Kunststofffolie überdeckt. «Wir hinterfragten auch, wie sich etwa eine Blechkonstruktion auswirken würde, doch wären die Ergebnisse unter Umständen noch schlechter», erklärt Hächler weiter. Sicher ausschliessen könne er aufgrund der schriftlichen Zusicherungen des verantwortlichen Totalunternehmers Isler Architekten AG, eine Beeinträchtigung der Tragsicherheit und der generellen baulichen Substanz.

Zwei Massnahmen prüfen

Der Gemeinderat prüfe derzeit zwei Massnahmen, welche die Situation verbessern könnten, wie Hächler ausführt. Die erste Verbesserung betrifft die Tropfenbildung. Es soll weniger tropfen als bisher. Dafür braucht es eine Verbesserung der Luftzirkulation. Das bedeutet, dass die First-Öffnung vergrössert werden muss. Die dadurch erfolgende bessere First-Entlüftung soll das Problem mindern. «Fachleute sagen aufgrund von Erfahrungen aus anderen Hallen, dass es trotzdem noch tropfe, aber bedeutend weniger», weiss Hächler. Die negativen Folgen daraus: Es kann mehr Dreck, etwa in Form von Blättern, in die Halle dringen. Ferner kann der Lärm besser entweichen.

Der zweite Vorschlag betrifft die Holzkonstruktion. Sie wurde dreimal imprägniert ohne Lösungsmittel, was dem Umweltschutz dient. Der Vorschlag der Fachleute ist, die Holzkonstruktion mit einem Fungizid abzuwaschen und neu zu streichen. Diese Prozedur wäre aber alle vier bis fünf Jahre nötig, präzisiert Thomas Hächler. Das wäre mit den Jahren auch teuer, so der Finanzvorstand. «Wir werden die beiden Lösungsvorschläge prüfen», stellt er in Aussicht. Der Gemeinderat entscheidet Ende März oder Anfang April.

Garantiefristen nicht verwirken

Für diese unmittelbaren Massnahmen würde sich die Totalunternehmung Isler Architekten AG verpflichten, für eine einmalige Nachbesserung aufkommen, erklärt Franz Wipfli, Bereichsleiter Liegenschaften und technische Betriebe auf der Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat müsse sich überlegen, auf was man eintreten wolle, um die SIA-Garantiefristen und -Pflichten nicht zu beeinträchtigen. Dies wolle man verhindern, so Wipfli weiter. Der Gemeinderat prüfe die vorgeschlagenen Massnahmen des Totalunternehmers unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit, des Nutzens, der Nachhaltigkeit und unter rechtlichen Gesichtspunkten, insbesondere der Auswirkungen der Gewährleistung der SIA-Garantiefristen, ergänzt Hächler.