Geschäftsberichte enthalten viele Zahlen. So auch der kürzlich herausgegebene der Limeco. Sie betreibt im Auftrag von acht Limmattaler Trägergemeinden die Kehrichtverwertungsanlage (KVA), die Abwasserreinigungsanlage (ARA) und das Regiowärmenetz. Zehn Antworten zum Zahlendickicht.

1. Wie viel Abfall verbrennt die Limeco pro Jahr?

Die Antwort ist kurz: 91'319 Tonnen. So viel hat die Limeco in der KVA in Dietikon 2017 verbrannt. Das sind rund vier Prozent weniger, als im Rekordjahr 2016. Gegenüber dem Jahr 2015 ist es noch eine Zunahme um sieben Prozent.  91'119 Tonnen  beträgt die angelieferte Abfallmenge.

2. Aus welchen Gemeinden kommt der Abfall?

Im Vorfeld der Abstimmung vom 10. Juni, bei der es darum geht, ob die Limeco das Nachbargrundstück der heutigen KVA, die Coop-Verteilzentrale in Dietikon, für 90 Millionen Franken kaufen darf, ist das wohl die umstrittenste Frage. 19,3 Prozent sind Siedlungsabfall aus den acht Trägergemeinden, Kehricht von grossen Unternehmen also nicht mitgerechnet. 17,3 Prozent stammen aus dem restlichen Kanton Zürich. 8,2 Prozent lieferten Vertragsgemeinden aus dem Aargau. Und der weitaus grösste Teil des Mülls ist mit 55,2 Prozent sogenannter Marktkehricht. Er hat im Vergleich zu 2016 aber um 8,2 Prozent abgenommen.

3. Woher kommt dieser Marktkehricht?

Der Marktkehricht besteht vor allem aus Abfällen grosser Unternehmen, die mit der Zürcher Abfallverwertungs (ZAV) AG Verträge abschliessen. Laut Patrik Feusi, Geschäftsführer der Limeco, kommt der grösste Teil dieses Marktkehrichts aus dem direkten Einzugsgebiet der KVA: «Die Faustregel ist: Wir bekommen nochmals mindestens so viele Tonnen Marktkehricht aus dem Gebiet, wie wir unsere Siedlungsabfälle bekommen.» Dann sind aber noch rund 10 000 Tonnen Abfall übrig. Ein Teil davon kommt aus dem Ausland (siehe nächste Frage). Feusi kann nicht genauer bezeichnen, woher der restliche Abfall kommt: «Bei der Anlieferung steht kein Absender drauf.»

4. Wie viel Abfall kommt aus dem Ausland?

4,3 Prozent des Abfalls wurden importiert, stammen also aus dem Ausland. Das waren letztes Jahr 3900 Tonnen. Limeco-Geschäftsführer Feusi sagt: «Das ist unsere Manipuliermasse. Wir können damit die KVA an Tagen voll auslasten, an denen saisonal bedingt nicht genug sonstiger Kehricht vorhanden ist.»

5. Welche Limmattaler Gemeinde bringt am meisten Abfall?

Dietikon mit 6,8 Prozent des ganzen Abfalls. Schlieren und Urdorf folgen mit 5,9 und 2,3 Prozent auf den Plätzen 2 und 3. Die Trägergemeinde mit dem wenigsten Müll ist Oetwil. Sie liefert 0,5 Prozent der Gesamt-Abfallmenge oder 419 Tonnen. Von den anderen Zürcher Gemeinden ist Regensdorf zu nennen. Von dort kommen 3,4 Prozent des Abfalls.

6. Woher kommt der Aargauer Abfall?

Über die Hälfte aus der direkten Nachbarschaft der KVA. Nämlich aus Spreitenbach. 4,5 Prozent oder 4118 Tonnen des Abfalls stammen von dort. Die Nummer 2 ist Bremgarten, woher 1,7 Prozent des Abfalls kommen. Schlusslicht bei den einliefernden Aargauer Gemeinden ist Eggenwil mit 0,1 Prozent oder lediglich 121 Tonnen.

7. Zur Wasserreinigung: Wie viel Wasser säubert die Limeco?

Rund 12,4 Millionen Liter reinigte die Limeco 2017 in ihrer Abwasserreinigungsanlage in Dietikon. Das ist deutlich weniger als 2016. Damals wurden 14,1 Millionen Mischwasser gereinigt. Das hat laut Geschäftsbericht einen simplen Grund: 2017 regnete es deutlich weniger im Vorjahr. Die Reinigungsleistung der Anlage sei gleich geblieben.

8. Wie viel Wärme verteilt die Limeco über das Regiowärme-Netz?

2017 sank die abgesetzte Wärme von 26'752 auf 25'520 Megawattstunden. Dies sei bedingt durch Verzögerungen beim Ausbau von Versorgungsleitungen zu den Dietiker Quartieren Gjuch und Fondli. 2017 wurden 39 neue Wärmelieferverträge geschlossen.

9. Wie viel wird die Limeco in den nächsten Jahren investieren?

Der Limeco-Verwaltungsratspräsident und Schlieremer Stadtrat Stefano Kunz (CVP) schreibt im Bericht: «Bis ins Jahr 2035 stehen Investitionen von mehr als 500 Millionen Franken an.» Dies, vorbehaltlich Abstimmung, für den Landkauf, den KVA-Neubau, die Erweiterung der ARA und den Ausbau der Regiowärme.