Gesundheit

Warum wir im Frühling so müde sind

Der Frühling lockt mit Sonne und wärmeren Temperaturen nach draussen. Trotzdem fühlen sich viele Menschen dann besonders müde. Wieso eigentlich? Thinkstock

Der Frühling lockt mit Sonne und wärmeren Temperaturen nach draussen. Trotzdem fühlen sich viele Menschen dann besonders müde. Wieso eigentlich? Thinkstock

Der jahreszeitliche Wechsel macht sich oft in Schlappheit bemerkbar. Die Ursachen sind jedoch mit einigen einfachen Tricks zu bekämpfen, wie ein Limmattaler Hausarzt weiss.

Draussen scheint die Sonne, die Pflanzen blühen und die Vögel zwitschern. Trotzdem fühlt man sich seltsam schlapp und ausgelaugt. Der Volksmund macht dafür die Frühlingsmüdigkeit verantwortlich. Doch was steckt tatsächlich hinter dieser Müdigkeit, die viele Menschen befällt, sobald die Temperaturen wieder etwas ansteigen? Und wie kann man mit ihr umgehen?

Laut dem Bergdietiker Hausarzt Claudio Lorenzet gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen dem Frühling und den weitverbreiteten Ermüdungserscheinungen belegen. Das bedeute aber keineswegs, dass sich die Betroffenen die Symptome nur ausdenken.

Die Umstellungen in Temperatur und Lichtverhältnis haben einen Einfluss auf den Organismus. «Unser Körper ist keine Maschine, die das ganze Jahr über gleich funktioniert», sagt er.

Viel Schlaf und gesund essen

Aufgrund der Kälte ernähren sich die Menschen im Winter generell fettiger und sie bewegen sich weniger. Dazu kommt, dass sie zwangsläufig weniger Zeit mit Tageslicht verbringen. In Kombination können diese Umstände bei gewissen Personen zu depressiven Zuständen führen.

Der Frühlingsbeginn bringt wieder vermehrt natürliches Licht, was die Ausschüttung des Hormons Serotonin begünstigt. Dieses fördert den Wachzustand. Gleichzeitig wird das im Hirn für den Schlaf zuständige Hormon Melatonin abgebaut. Die unausgeglichene Hormonkombination kann zwischenzeitlich dazu führen, dass wir schlechter schlafen.

Doch es gibt einige einfache Tricks, die den Müdigkeitserscheinungen entgegenwirken können, wie Lorenzet weiss. Dazu gehören viel Schlaf und eine ausgewogene, leichte Ernährung. Der Körper benötigt zudem viele Vitamine, aber auch Eisen, Fohlsäure und Mineralien, um gut zu funktionieren.

Als natürliche Aufsteller gelten Löwenzahn, Kresse und Brennnesseln. Sie können in den Salat gemischt oder als Säfte getrunken werden.

Patienten, die oft müde sind, verlangen häufig nach Nahrungsergänzungsmitteln, wie Lorenzet sagt. Manchmal empfehle er sie, da nur schon der Placeboeffekt bei einigen Menschen einen positiven Einfluss habe.

Wer sich gesund ernähre, habe diese aber in der Regel nicht nötig. Zusätzlich dazu fördert regelmässiges Trinken von genügend Wasser das allgemeine Wohlbefinden.

Am 29. März ist es wieder soweit; um zwei Uhr nachts werden die Uhren um eine Stunde nach vorne gedreht. Die Zeitumstellung kann einen sogenannten «Mini Jetlag» hervorrufen. Mit genügend Schlaf kann der jedoch wettgemacht werden. Laut Lorenzet tendieren die Menschen in der Sommerzeit dazu, weniger zu schlafen.

Wer der Sonne folgt, steht früher auf und geht später ins Bett. Der Schlafmangel kumuliert sich und irgendwann ist man völlig erschöpft. Darum sei es besonders wichtig, am Wochenende zur Ruhe zu kommen. «Der Frühling kann als eine Art Startphase betrachtet werden», findet der Arzt.

Der Körper stimmt sich ein auf die wärmere Jahreszeit und dabei können gewisse Startschwierigkeiten auftreten. Wer ihm jedoch genug Zeit gebe, sich anzupassen, werde keine weiteren Probleme haben.

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