Sarah Impusino kann die Argumente der Schlieremer Exekutive nur schwer nachvollziehen. Erst im September reichte die CVP-Gemeinderätin ein Postulat ein, das an zwei kritischen Stellen Fussgängerstreifen verlangt. Diese Woche nun veröffentlichte der Stadtrat seine Antwort und erteilt dem Anliegen eine Abfuhr. So will die Exekutive das Postulat, das immerhin
15 Mitunterzeichner im Stadtparlament fand, nicht entgegennehmen. «Ich werde an der Ratsdebatte dafür kämpfen, dass diese Fussgängerstreifen doch noch kommen», sagt Impusino auf Anfrage.

Im Detail geht es um zwei Strassenabschnitte, die aus Impusinos Sicht eine Gefahr für Kinder darstellen. An der Kreuzung Hofacker-, Stations- und Urdorferstrasse herrscht Tempo-30-Regime, gleich angrenzend an diese Kreuzung befindet sich das Schulhaus Hofacker. «Für die Fussgänger – mehrheitlich Schulkinder – ist nicht immer klar, wo sie die Strasse überqueren müssen oder sollen», schreibt Impusino in ihrem Vorstoss und verlangt, «noch bevor es zu einem unnötigen Unfall kommt», die Prüfung eines Fussgängerstreifens. Einen solchen möchte sie auch an der Kreuzung Freiestrasse/Rotstiftweg gerne sehen, da es auch bei diesem Strassenübergang zu gefährlichen Situationen komme.

Wie es in der stadträtlichen Antwort heisst, wurde bereits Anfang 2015 ein Fussgängerstreifen an der Kreuzung vor der Schule Hofacker geprüft. Zwar seien solche in Tempo-30-Zonen unzulässig. Herrschen jedoch besondere Vortrittsbedürfnisse, etwa vor Schulen oder Heimen, kann trotzdem ein Zebrastreifen markiert werden.

Benutzung infrage gestellt

Mit einem solchen Fussgängerstreifen würden laut Stadtrat jedoch eine ganze Reihe weiterer Massnahmen einhergehen. So verlangt die Kantonspolizei etwa das Aufstellen von Kandelabern, die Verlängerung der Rampe auf der Stationsstrasse sowie die Markierung des Bodensignals vor der Schule.

Die Baukosten würden sich auf 22 000 Franken belaufen. «Würde dieser Fussgängerstreifen erstellt, bestünde eine Benützungspflicht», stellt der Stadtrat weiter fest. So würde gebüsst, wer in einem Radius von unter 50 Metern die Strasse überquert, ohne dies auf dem markierten Streifen zu tun. «Die Kantons- wie auch die Stadtpolizei und der Stadtrat stellen infrage, ob Anwohner und Schülerschaft den Fussgängerstreifen tatsächlich benutzen würden», schreibt die Exekutive.

Keine Bewilligung von Polizei

Noch aussichtsloser scheint die Lage an der Kreuzung Freiestrasse/Rotstiftweg. Weil sich die Schule nicht in unmittelbarer Nähe befindet, würde die Kantonspolizei an dieser Stelle keinen Fussgängerstreifen bewilligen, schreibt der Stadtrat.

Für Sarah Impusino ist diese Antwort unbefriedigend. «Seit Jahren wird an diesen beiden Stellen ein sicherer Strassenübergang gefordert», sagt sie. Auch Exponenten der Schule Hofacker seien für einen Fussgängerstreifen. «Ich werde mich stark dafür einsetzen, dass eine Mehrheit meiner Ratskollegen das Postulat auch gegen den Willen des Stadtrats überweist.»