Dietikon
Warum die Polizei am Stadtfest Stopp-Limmattalbahn-Plakate entfernt hat

Vergangenes Wochenende lockte das Stadtfest zahlreiche Festbesucher nach Dietikon. Die Limmattalbahn-Gegner wollten die Gunst der Stunde nutzen, um Werbung für ihre Stopp-Initiative zu machen.

David Egger
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Am Stadtfest Dietikon wurde an einer Hecke nahe des Restaurants Pergola ein Plakat aufgehängt, welches für ein «Ja» zur Initiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren» warb. Die Stadtpolizei Dietikon hat das Plakat entfernt, da dieses nicht erlaubt war. (Symbolbild)

Am Stadtfest Dietikon wurde an einer Hecke nahe des Restaurants Pergola ein Plakat aufgehängt, welches für ein «Ja» zur Initiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren» warb. Die Stadtpolizei Dietikon hat das Plakat entfernt, da dieses nicht erlaubt war. (Symbolbild)

Keystone

Glücklich vereint hat Dietikon von Freitag bis Sonntag ein glanzvolles Stadtfest voller Freude gefeiert (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Freude war aber nicht überall ungetrübt. Am Samstagvormittag tauchte an einer Hecke beim ehemaligen Restaurant Pergola ein Plakat auf. Dieses warb für ein Ja zur Initiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren».

Sofort entfernte die Stadtpolizei das Plakat. Wenig später hing ein neues. Auch dieses wurde von der Polizei entfernt. «Das finde ich ganz schlimm, unverhältnismässig und willkürlich. Das sind Gepflogenheiten in totalitären Regimes. Ein klarer Missbrauch der Staatsgewalt», ereiferte sich Bernhard Schmidt (parteilos) vom Initiativkomitee gestern gegenüber der Limmattaler Zeitung.

Die besten Bilder vom Stadfest Dietikon:

 Grosse Stars und kleine Freuden: Dietikon pulsierte wie selten zuvor.
45 Bilder
 Stadtpräsident Roger Bachmann erhält ein blaues Schaf als Gastgeschenk aus Köln.
 Lange aufs Stadtfest hingearbeitet: OK-Präsident und alt Stadtpräsident Otto Müller.
 Wo man auch hinschaute, stand die Stadtfest-Freude in den Gesichtern.
 Auch mit Regenschirm kann man feiern, wie Franz Heller aus Geroldswil weiss.
 Das Stadtfest begann mit dem Spiel der Stadtmusik Dietikon auf dem Rapidplatz.
 Südsee im Velohaus: Im Bora Bora Beach Club beim Bahnhof konnten die Besucher mit Drinks zu House-Musik tanzen.
 Der DJ sorgt für die passende Soundkulisse im Bora Bora Beach Club, wo sonst das Velohaus am Bahnhof untergebracht ist.
 Purer Disco-Kult: Als Boney M. die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Zum Hit «Daddy Cool» sang das Publikum lautstark mit und der Rapidplatz wurde trotz Regen zur brodelnden Tanzfläche.
 Roger Zeindler alias DJ Roger Martin im Bora Bora Beach Club.
 Francine Jordi zog das Publikum auf dem Kirchplatz trotz des nassen Wetters mit dem «Feuer der Sehnsucht» in ihren Bann. Die Sängerin hatte neben ihrem Auftritt einen weiteren Grund zum Feiern: Am Freitag konnten Fans ihr neues Album mit dem Titel «Noch lange nicht genug» bereits vorbestellen.
 Familientreff: Die Hadorns assen gemeinsam Fondue und lauschten Boney M.
 «Alphorn, Nashorn, Vollkorn»: Seppli Mc, der Schweizer Bünzli Rapper
 Das Harassenstapeln beim Limmatfeld lockte zahlreiche Festbesucher zum mitfiebern an.
 Matthias Jocham vom Wasser Sport Club Dietikon verpflegte die Besucher mit American Hotdogs. An 35 wartete ebenso Gluschtiges.
 Das Riesenrad lieferte die beste Sicht aufs Fest.
 Mutter und Tochter im Einsatz: Aissatou (links) und Renata Faye aus Nürensdorf sind freiwillige Helferinnen am Stadtfest. Sie verkauften am Freitagabend Festbändeli auf dem Rapidplatz. in Dietikon waren die beiden noch nie zuvor.
 Am Stadtfest kamen auch Kinder und Jugendliche auf ihre Kosten.
 Rap aus Dietikon: Siga, der eigentlich Siva Ganesu heisst, begeistert mit seinen deutschen Rapsongs Zehntausende Musikfans auf Youtube. Am Freitagabend sang er live in seiner Heimatstadt – und dies, obwohl er diesen Tag eigentlich bei seiner Frau hätte verbringen müssen. Sie feierten nämlich Hochzeitstag.
 Das besondere an Sigas Auftritt: Vanessa übersetzte seine Texte auf Gebärdensprache.
 Das trübe Wetter konnte der ausgelassenen Stimmung am Stadtfest nichts anhaben.
 Wohin soll's als nächstes gehen?
 Entenfischen darf an keiner guten Chilbi fehlen.
 Zeitloser Zeitvertreib: An der Chilbi wurden zahlreiche Runden mit dem Autoscooter gedreht.
 Freiwillige Helfer verkauften am Stadtfest Fäschtbändeli für 10 Franken.
Stadtfest-Sonntag
 Der Höhepunkt am Samstag auf der Rapidplatz-Bühne: Dodo.
 Zum Schluss des Konzerts mischte sich Dodo unters Volk.
 Auch einen Konfetti-Regen hatte Dodo mit dabei.
 Ein Blick über die Chilbi am Stadtfest. Das Wahrzeichen ist nicht zu übersehen.
 Nachts ist das Wahrzeichen das Riesenrad besonders schön.
 Ein Spass für Gross und Klein: Gopkart rennen beim Kulturzentrum Gleis 21.
 Die Acapulco Stage Divers haben die Bühne auf dem Rapidplatz eingenommen und spielen ehrlichen Rock aus dem Limmattal.
 Die Limmattaler Musikanten sorgten am dritten Tag des Stadtfestes Dietikon für musikalische und gesellige Momente.
 Ökumenischer Gottesdienst Stadtfest Dietikon
 150 Ballone mit Fürbitten sind vom Kirchplatz in den Himmel gestiegen.
 Dietiker Schüler spielten zusammen mit Willy Tell.
 Schtärne5i begeisterte die Kinder auf dem Rapidplatz.
 Die Piano Connection spielte schon 1989 am Stadtfest.
 In der Füriobeiz, betrieben von der Feuerwehr Dietikon mit Unterstützung von Nachbarschaftsfeuerwehren, auf dem Kirchplatz spielt das Unterhaltungsorchester Limmattal.
 Unter den Augen der Strick-Ente: viel Volk im Zentrum.
 Eine Stunde lang gaben die Swiss Jungle Drummers ihren Sound zum Besten.
 Das Lied "Superstar" widmen Gigi Moto...
 ...den Helfern und Organisatoren des Dietiker Stadtfestes: «So etwas geht nur, wenn man mit Herz und Leidenschaft dabei ist.»
 Auf Wiedersehen: Das dreitägige Stadtfest ist zu Ende.

Grosse Stars und kleine Freuden: Dietikon pulsierte wie selten zuvor.

Claudio Thoma

Der Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) bestätigt den Polizeieinsatz. Dieser sei nicht politisch motiviert gewesen. «Das Plakat wurde auf öffentlichem Grund aufgestellt, wo Plakatieren nur mit Bewilligung erlaubt ist. Die Polizei hat die Plakate entfernt, weil sie nicht erlaubt waren. Gleich wäre sie auch bei Plakaten zu anderen Themen vorgegangen», so Illi. Als die Plakate auftauchten, habe die Sicherheitszentrale des Stadtfests viele Anrufe erhalten. «Die Leute haben sich geärgert, dass das Stadtfest politisiert wurde», so Illi.

Das Stadtfest-OK hatte ganz bewusst entschieden, dass das Fest unpolitisch sein soll. «Es wies Anfragen von Parteien und ähnlichen Organisationen, die eine Beiz oder einen Stand aufstellen wollten, konsequent ab. Das Stadtfest ist nicht zum Politisieren, sondern zum Festen da. Man soll es auch mal einfach lustig haben», führt Illi weiter aus. Gestern konnten die Initianten ihre Plakate wohlbehalten bei der Stadtpolizei abholen.