Urdorf
Warum die Feuerwehr eine Eiche hat und jedes Jahr deren Höhe misst

Der Feuerwehrverein hat zum 30. Mal seine Eiche gemessen, zusammen mit den Kollegen aus Gossau, die auch eine Eiche haben

Nora Güdemann, David Egger
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30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Mit der Automatischen Drehleiter (ADL) geht es in die Höhe, um die Urdorfer Feuerwehreiche zu messen.
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30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Der Urdorfer Kommandant Thomas Bollinger hat vom Boden aus alles im Griff.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Derweil lässt Wachtmeister Ronny Trefzer die Drehleiter emporsteigen ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... höher und höher ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... bis die Feuerwehrmänner mit dem Meterband auf Höhe der Eiche sind.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Dort lassen sie dann ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... das Meterband hinunter ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... damit am Boden die Höhe der Eiche gemessen werden kann.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf 12,32 Meter hoch ist die 1988 gepflanzte Feuerwehreiche bereits.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Damit ist sie vom 4. November 2017 bis zum 10. November 2018 um 38 Zentimeter gewachsen.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Auf der Drehleiter lässt sich auch die Aussicht geniessen ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... auf den Parkplatz Reppischtal ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... den Bauernhof Grob ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... Oberurdorf ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... und in der Ferne erspäht man den Dietiker Limmat-Tower und den Kamin der Kehrichtverwertungsanlage.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Und so sieht die Aussicht in Richtung Bergermoos aus.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Nach der Eichmesse wird mit Weisswein angestossen.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Ein Schluck geht in die Kehle, ein Schluck geht an die Eiche.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Es handelt sich um eine symbolische Stärkung der Feuerwehreiche.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Zum 30. Jubiläum brachten die Gossauer eine Überraschung mit. In einer Holzkiste, die sie aus der Luft hinuntersteigen liessen.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Was sich darin wohl versteckt?
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Dem Urdorfer Feuerwehrvereinspräsident Roland Müller kam die Ehre zu, die Kiste zu öffnen.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Ganz so gross wie die Kiste war das Geschenk dann doch nicht.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Aber schön gemacht ist das Geschenk alleweil.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Es handelt sich um einen Gutschein ...
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf ... für ein Eichenbänkli.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Die Urdorfer revanchierten sich: Hier überreicht der Urdorfer Feuerwehrvereinspräsident Roland Müller der Gossauer Feuerwehrvereinspräsidentin Andrea Kunz eine 40-jährige Flasche Armagnac.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Diese Gruppe von der Gossauer Feuerwehr und dem Gossauer Feuerwehrverein kam am Samstag an die Urdorfer Eichmesse.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Und diese Gruppe von Urdorfern und Gossauern besteht aus all denen, die 1988 bei der Pflanzung der Urdorfer Feuerwehreiche mit dabei waren.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Initianten einer grossen Tradition: Die ehemaligen Kommandanten Paul Müller (Urdorf) und Paul Jörger (Gossau) waren schon vor 30 Jahren dabei.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Alle hörten gespannt zu, als der Urdorfer Paul Müller die Geschichte der Urdorfer Feuerwehreiche erzählte.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Sie ist schon lange dabei: die Urdorfer Feuerwehrfahne.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Schon seit 22 Jahren ist zudem auch Zeusli dabei, die Automatische Drehleiter der Feuerwehr Urdorf.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Auch die Hühner kamen in die Nähe, um die Eichmesse zu verfolgen. Man munkelt, dass die Hühner die Eiche gut düngen würden.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Wer zur Urdorfer Feuerwehreiche geht, wird mit dieser Gedenktafel daran erinnert, dass der Baum ein Geschenk aus Gossau war.
30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Die Feuerwehreiche wurde für die Ewigkeit gepflanzt.

30. Eichmesse der Feuerwehr Urdorf Mit der Automatischen Drehleiter (ADL) geht es in die Höhe, um die Urdorfer Feuerwehreiche zu messen.

David Egger

Was haben die Feuerwehrvereine von Urdorf und Gossau gemeinsam? Eine Eiche. Beide Eichen werden jedes Jahr gemessen. Jene in Urdorf schon zum 30. Mal. Feuerwehren, die eine Eiche haben, sie hegen, plfegen und jährlich mit einem Fest würdigen: Das gibt es nicht häufig. Oder gar nie. Aber vor allem stellt sich die Frage, warum die Feuerwehren diese Eichen überhaupt haben.

Das erklärt Paul Müller. Der Jäger und pensionierte Schreiner war zwölf Jahre Urdorfer Feuerwehrkommandant. Er war dabei, als die Eiche vor 30 Jahren beim Parkplatz Reppischtal gepflanzt wurde. «Die Geschichte mit den Eichen begann 1986, als sich die Urdorfer Feuerwehr für den Feuerwehrmarsch in Gossau anmeldete», sagt er. «Als wir dort ankamen, waren wir nur zwei Gruppen. Wir und die Gossauer.» Müller schmunzelt, er erinnert sich gut an den komischen Moment. «Wir bekamen einen Pokal, da wir die am weitesten angereiste Gruppe waren. Wir tranken und assen viel.»

Nach dem Marsch zeigten die Gossauer Feuerwehrleute den Urdorfern etwas Spezielles: «Ihre Feuerwehreiche.» Diese hatten die Gossauer gepflanzt, als sie vor 40 Jahren ihr neues Depot einweihten. Die Gossauer erzählten den Urdorfern, dass sie die Eiche bei einem jährlichen Festakt messen. Und luden sie zur nächsten Eichmesse ein.

Für die Ewigkeit gepflanzt

Ab da besuchten die Urdorfer die Gossauer Eichmesse. 1988 bekamen sie ihre eigene: «Zur Einweihung unseres neuen Tanklöschfahrzeugs schenkten uns die Gossauer einen Gutschein für eine Eiche. Wir pflanzten sie dann im November ein», sagt Müller. Gemeinsam mit den Wurzeln des Baums, der aus einem Gossauer Waldstück kommt, versenkten die befreundeten Feuerwehren auch eine Zeitkapsel im Boden. Darin Unterlagen der Feuerwehr, ein Schnaps und eine Ausgabe der Limmattaler Zeitung. Ein Zeitpunkt, wann die Kapsel ausgegraben werden soll, wurde nicht beschlossen: «Ich hoffe, die Eiche, und damit auch die Kapsel, werden ewig erhalten bleiben», sagt Müller.

Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Mit diesem Gutschein fing alles an: Die Gossauer schenkten den Gossauern einen Gutschein für eine Feuerwehreiche.
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Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Hier graben die Gossauer in ihrem Wald eine Eiche aus ...
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche ... um sie nach Urdorf zu verfrachten.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche 1988 wurde die Eiche dann in Urdorf gepflanzt.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Zur Feier des Tages gab es natürlich einen Schluck aus dem Pokal des Gossauer Feuerwehrmarschs 1986.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche In eine Zeitkapsel wurden Unterlagen der Feuerwehr Urdorf und eine Ausgabe der Limmattaler Zeitung sowie ein Schnaps gelegt.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Das Metallrohr wurde verlötet ...
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche ... um es dann ...
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche ... am Ort der Eichenpflanzung im Boden verschwinden zu lassen.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Dann wurde die Eiche gepflanzt.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Und schon bald wurde die Eiche ein erstes Mal gemessen.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Und so entwickelte sich die Eichmesse je länger je mehr zur Tradition in Urdorf.
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche
Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche

Historische Fotos zur Urdorfer Feuerwehreiche Mit diesem Gutschein fing alles an: Die Gossauer schenkten den Gossauern einen Gutschein für eine Feuerwehreiche.

Zur Verfügung gestellt

So kamen also die Urdorfer zu ihrer Feuerwehreiche. Seit nun 30 Jahren versammeln sich die Feuerwehren Urdorf und Gossau jährlich bei ihren Eichen und vermessen sie. Exakt, mit Drehleiter, Meterband und Wasserwaage. «Damit nicht geschummelt wird», sagt Müller. Doch Schummeln ist nicht nötig bei der Urdorfer Eiche. Vor 30 Jahren noch ein schmales Bäumchen, mit einem Stammdurchmesser von 7,5 Zentimetern und einer Höhe von circa 6 Metern, ist sie jetzt ein stattlicher Baum mit voller Blätterkrone – kein Wunder, bei so viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. So wurde sie jeweils geschmückt und in trockenen Sommern wie 2018 wird sie bewässert.

Der Einsatz lohnt sich, wie sich am Samstag zeigte. Mit der vom Urdorfer Ronny Trefzer gesteuerten Automatischen Drehleiter (ADL) namens Zeusli ging es in die Höhe, um das Meterband vom höchsten Punkt der Eiche herunterzulassen und unten die Höhe abzulesen. Um 38 Zentimeter ist die Urdorfer Feuerwehreiche seit der letzten Messung am 4. November 2017 gewachsen. 12,32 Meter beträgt nun ihre Gesamthöhe. Der Umfang – er wird einen Meter über dem Boden gemessen – beträgt 1,2 Meter.

Nach der Messung wird traditionell mit Weisswein angestossen: Einen Schluck in die Kehle, den anderen wirft man der Eiche zu – als Stärkung. Der Gossauer alt Kommandant Paul Jörger kennt das sehr gut: Er ist seit 1988 jedes Jahr dabei.

Zum Jubiläum ein Eichenbänkli

Seine Kollegen vom Feuerwehrverein Gossau haben den Urdorfern zum 30. Jubiläum eine Überraschung mitgebracht: ein Gutschein für ein Eichenbänkli. Die Urdorfer revanchierten sich mit einer Flasche Armagnac; 40 Jahre alt, wie die Gossauer Eiche. Danach ging es in die Besenbeiz des Bauernhofs Grob nebenan.

Viele Erinnerungen sind mit der schönen Tradition verbunden. Beim zehnten Geburtstag der Gossauer Eiche organisierten Paul Müller und seine Kollegen einen Helikopter, landeten neben der Eiche und sprangen mit einer Kettensäge heraus: «Wir drohten, den Baum abzusägen – haben es aber natürlich nicht getan.»

Die Gossauer Eiche ist gefährdet

Doch nun ist die Gossauer Eiche tatsächlich in Gefahr: Sie steht der geplanten Fortsetzung der Oberlandautobahn im Weg. Aber die Gossauer Feuerwehr gibt ihre Eiche so schnell nicht auf: «Wir hoffen, dass dort ein ‹Rastplatz Eiche› gebaut wird. Dann kann sie stehen bleiben», sagt Andrea Kunz, Präsidentin des Feuerwehrvereins Gossau.

12,32 Meter ...

... hoch ist die Urdorfer Feuerwehreiche gemäss der neuen Messung. Vor einem Jahr waren es noch 11,94 Meter. Bei der Pflanzung im Jahr 1988 war die Eiche noch 6 Meter hoch.