Schlieren
Warum der Reitmen-Brief für Verwirrung sorgt

Welche Schüler im kommenden Sommer das neue Schulhaus beziehen dürfen, konkretisiert sich. Die Eltern wurden per Brief informiert. Wobei Familien mit mehreren schulpflichtigen Kindern nicht wissen, welches ihrer Kinder gemeint ist.

Alex Rudolf
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Ab kommendem Sommer ziehen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe Schüler ins neue Schulhaus Reitmen.

Ab kommendem Sommer ziehen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe Schüler ins neue Schulhaus Reitmen.

Limmattaler Zeitung

Wer die Baustelle des Schulhauses Reitmen an der Badenerstrasse in Schlieren passierte, dem fällt auf, dass die Arbeiten weit fortgeschritten sind.

Obwohl es noch rund ein Jahr dauert, bis der 75-Millionen-Bau fertiggestellt ist und das Schulhaus im kommenden Sommer bezogen werden soll, informierte die Schule Schlieren die Eltern bereits über mögliche Wechsel ihrer Kinder und stiftete dabei Verwirrung.

Noch vor Beginn der Sommerferien wurden zwei Schreiben an die Eltern schulpflichtiger Schlieremer Kinder versandt, die der Limmattaler Zeitung vorliegen. Im einen finden sich allgemeine Informationen bezüglich des Umzugs von Schülern in den Neubau (siehe Kontext), im zweiten werden Eltern konkret darüber informiert, dass ihr eigenes Kind das Schulhaus wechseln wird.

So sieht die Schullandschaft nach dem Umzug aus

Die Schlieremer Schulpflege beabsichtigt, im kommenden Sommer im Schulhaus Reitmen mit neun Sekundarklassen aller Abteilungen zu starten.

«Neu werden Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler in Schlieren in zwei Schulhäusern unterrichtet werden», schreibt die Schulpflege in dem Schreiben an die Eltern und verweist darauf, dass die Zusammenarbeit der beiden Schulhäuser (Reitmen und Kalktarren) sehr eng sein werde.

Der durch den Wegzug gewisser Sek-Schüler frei werdende Platz im Kalktarren werde teilweise mit Mittelstufenklassen neu besetzt.

Beim Reitmen – das über 23 Klassenzimmer Platz für insgesamt 450 Schüler bereitstellt – handelt es sich um ein gemischtes Schulhaus, in dem alle Schüler vom Kindergarten bis zur Sekundarschule unterrichtet werden. Daher werden auch die Schüler, die heute im provisorischen Schulhaus Zelgli West unterrichtet werden, neu an der Badenerstrasse zur Schule gehen.

Eine Entlastung zeichnet sich im Hofacker ab: Auf den Schuljahresbeginn 2016/2017 soll eine 5./6. Klasse ins Kalktarren ziehen und eine 5. Klasse ins Reitmen verlegt werden. Zudem verweist die Schulpflege darauf, dass die Eltern stets auf dem aktuellen Stand der rollenden Planung gehalten würden.

Dass es Familien gibt, die mehrere Kinder in derselben Schuleinheit haben, und daher nicht klar war, welches der Kinder denn vom Wechsel betroffen ist, thematisierte die Gemeindeparlamentarierin Sarah Impusino (CVP) in einer Kleinen Anfrage.

Diese wurde kürzlich von der Exekutive beantwortet. «Das hätte sicherlich besser gelöst werden können», schreibt der Stadtrat darin. Zum Beispiel mit der Erwähnung des Namens des Kindes, wie er ausführt. Bei der Planung dieses Informationsschreibens habe jedoch schlicht niemand an diese mögliche Konstellation gedacht.

Genau beziffern lasse sich indes nicht, wie viele Rückfragen diesbezüglich in der «hektischen Zeit» vor den Schulferien in der Schulverwaltung eingegangen seien. Zwischen fünf und zehn Mütter hätten sich jedoch erkundigt, welches ihrer beiden Kinder denn mit dem Schreiben gemeint sei.

Insgesamt erhielten 91 Schlieremer Familien zwei Briefe, 1100 Familien lediglich jenen mit der allgemeinen Information bezüglich des Umzugs.

Sparsamkeit gefordert

Impusino hat jedoch noch mehr Kritik an die Adresse der Schule Schlieren. So fragt sie in ihrem Vorstoss weiter, ob nicht hohe Portokosten hätten eingespart werden können, wenn den betroffenen Schülern ein Brief mit nach Hause gegeben worden wäre. Es habe ja keine Eile bestanden, da es noch rund ein Jahr dauere, bis der Schulwechsel anstehe.

Dies sieht der Stadtrat nicht so, da bereits kurz nach nach dem Beschluss der Klassenverschiebungen einige Gerüchte im Umlauf gewesen seien, die jeglicher Grundlage entbehrten. «Damit alle auf dem gleichen Stand sind, erachtete es die Schulpflege als zweckmässig die Eltern über die Verschiebungen zu informieren», heisst es in der Antwort.

Gespart wurde hingegen bei der Information der Sekundarschüler und deren Familien, wie der Stadtrat weiter schreibt. Diese Familien wurden erst nach den Sommerferien per Schreiben informiert – dieses wurde in den Klassen verteilt und nicht per Post versandt.