öffentlicher Verkehr
Warum der Halt der S12 in Dietikon ausgefallen ist

Technische Probleme: Reisende von Zürich her mussten gestern zuerst nach Killwangen und dort kehrtmachen.

David Egger
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Die S12 hielt nicht in Dietikon, aber zehn Minuten verspätet in Killwangen, wie hier zu sehen ist.

Die S12 hielt nicht in Dietikon, aber zehn Minuten verspätet in Killwangen, wie hier zu sehen ist.

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Manchmal ist im öffentlichen Verkehr der Wurm drin. Gestern Morgen war insbesondere die S12 von Wil SG nach Brugg AG betroffen (Zugnummer 19230). Reisende nach Dietikon verloren rund eine halbe Stunde wegen des Vorfalls.

Kurz nach ihrem Halt in Glanzenberg blieb die S12 auf der Strecke stehen. Zuerst sah alles nach einer üblichen ­Störung aus, bei der nicht viel Zeit verloren geht. «Die Weiterfahrt verzögert sich um einige Minuten», liess der Zugführer zweimal verlauten. Grund dafür sei eine technische ­Störung bei einem anderen Zug (namentlich die S19). Bei der dritten Lautsprecherdurchsage hiess es dann aber, dass der Halt in Dietikon ganz ausfallen werde, weil das Perron «zu kurz» sei. Wer auf dem Weg in den ­Bezirkshauptort war, wurde ­gebeten, in Killwangen-­Spreitenbach auszusteigen und dort den nächsten Zug nach ­Dietikon zu nehmen. Zeit­verlust: eine halbe Stunde. Eine gröbere Verspätung also.

Daniele Pallecchi, Sprecher der SBB, erklärt auf Anfrage, dass das eigentlich für die S12 reservierte Perron 3 durch die Problem-S19 (Zugnummer 19930) besetzt war. «So blieb nur Perron 1 frei. Dieses ist jedoch für die 300 Meter lange Dreifachkomposition von Zug 19230 zu kurz und darf daher aus Sicherheitsgründen nicht ­benutzt werden», schreibt ­Pallecchi. Dass Züge in Dietikon nicht halten respektive nicht halten können, komme «extrem selten» vor, so Pallecchi weiter.

Der Entscheid, dass der Zug nicht in Dietikon halten wird, fiel in der SBB-Betriebszentrale in Kloten. «Sie hat den Überblick und die Verantwortung für den gesamten sicheren und pünktlichen Zugverkehr im Osten der Schweiz», so Pallecchi.

«Sozusagen ein Neustart wie bei einem Computer»

Wie die Betriebszentrale auf Nachfrage ausführte, habe bei der Problem-S19 der Hauptschalter nicht funktioniert, ­weshalb deren Stromzufuhr unterbrochen war. «In so einer Situation wird ein Reset der ­Lokomotive gemacht. Sozusagen ein Neustart wie bei einem Computer.» Der Vorgang nimmt allerdings 20 bis 30 Minuten in Anspruch, wie Pallecchi sagt. Entsprechend blockierte die Problem-S19 das Perron 3 viel länger, als es der Fahrplan ­vorsieht.

Von dem Umweg über den Bahnhof Killwangen-­Spreitenbach, der durch dieses Ereignis für Reisende nach ­Dietikon nötig wurde, waren ungefähr 40 Personen betroffen.