Limmattalbahn

Warum der Aargau nichts zu sagen hat

Limmattalbahn: die möglichen Korridore bis nach Baden.

Limmattalbahn: die möglichen Korridore bis nach Baden.

Wann genau wird das öV-Projekt an die Urne kommen? Und müsste der Kanton Aargau auch abstimmen, wenn die Bahn abgelehnt wird? Sechs Fragen, sechs Antworten.

1. Wann findet die Abstimmung zur Limmattalbahn statt?

Das Vorhaben kommt voraussichtlich am 29. November an die Urne. Dies teilte die Staatskanzlei des Kantons Zürich gestern auf Anfrage mit. Nachdem das Referendumskomitee die Unterschriften nun eingereicht hat, bleiben dem Kanton drei Monate, um deren Gültigkeit zu prüfen. Ist das Referendum rechtskräftig, erfolgt die Volksabstimmung innerhalb von sieben Monaten.

2. Worüber stimmen wir überhaupt ab?

Bei der Limmattalbahn handelt es sich um einen Feinverteiler, der ab 2022 Zürich Altstetten entlang einer 13,4 Kilometer langen Strecke mit Killwangen-Spreitenbach verbinden soll. Der Zürcher Kantonsrat hat Ende März 510 Millionen Franken für das Bahn- und 136 Millionen für flankierende Strassenprojekte gesprochen. Auch der Aargauer Grosse Rat genehmigte Anfang Mai seinen Teil von 180 Millionen für die Limmattalbahn. Nun ergriff ein Komitee das Referendum gegen den Zürcher Teil des Projekts. Es kommt im Kanton Zürich zur Volksabstimmung.

3. Was bedeutet es für den Aargauer Teil des Projekts, wenn die Limmattalbahn im Kanton Zürich abgelehnt würde?

Mit einem Nein der Zürcher Bevölkerung würde das gesamte Vorhaben scheitern. Der Aargauer Teil wird nicht gebaut, wenn die Zürcher Bevölkerung ihre Teilprojekte ablehnt.

4. Welche sind die drei wichtigsten Argumente der Limmattalbahn-Gegner?

Das Referendumskomitee «Eine halbe Milliarde für die Limmattalbahn?» hält eine Bahn, wie sie geplant ist, für überholt. «Wir sind überzeugt, dass die Mehrheit der Limmattaler Bevölkerung mit uns einig geht, dass diese Bahn nicht geeignet ist, die Verkehrsprobleme in der Region zu lösen», sagt Christian Meier, der Präsident des Referendumskomitees. Weiter verweisen die Gegner auf Probleme bei der Linienführung in Altstetten, Schlieren und im Dietiker Zentrum. Diese würden teilweise «Verkehrsprobleme gar erst schaffen», sagt Meier. Und schliesslich ist dem Komitee auch der finanzielle Aufwand für die Bahn zu hoch.

5. Und welche Argumente nennt das Ja-Komitee für die Limmattalbahn?

Das Ja-Komitee hält die Limmattalbahn für das sinnvollste Verkehrsmittel, um die wachsenden Pendlerströme in der Region aufzufangen. SVP-Nationalrat und Co-Präsident des Ja-Komitees, Hans Egloff, sagt, dass dem Limmattal in der neuen kantonalen Richtplanung neben der Stadt Zürich und dem Glattal das höchste Wachstumspotenzial prognostiziert werde. «Mit der Limmattalbahn kann dieses so aufgenommen werden, dass die Region auch qualitativ zulegt.» Sein Co-Präsident, der Rümlanger SP-Nationalrat Thomas Hardegger, verweist auf Parallelinvestitionen, die das Projekt auslösen werde. Davon würden nicht nur Liegenschaftseigentümer und Wirtschaft profitieren, sondern auch die Lebensqualität in der gesamten Region, erklärt Egloff.

6. Wie sind Gegner und Befürworter organisiert?

Das überparteiliche Referendumskomitee gegen die Bahn ging aus den zwei Vereinen «Limmattalbahn, so nicht!» und «Limmattalbahn – nein» hervor, die das Bahnprojekt in der Region bereits seit längerer Zeit bekämpfen. Komitee-Präsident Christian Meier sagt, dass das Abstimmungskomitee erst gegründet werde. Denn: «Für eine kantonale Abstimmung müssen wir auch das Komitee kantonal ausrichten.»

Das Pro-Komitee wird von den beiden Zürcher Nationalräten Hans Egloff (SVP) und Thomas Hardegger (SP) präsidiert. Ersterer ist bereits Co-Präsident der «Allianz Pro Limmattalbahn». Zu den weiteren Mitgliedern gehören Nationalräte wie Balthasar Glättli (Grüne) und Doris Fiala (FDP), aber auch Limmattaler Kantonsräte wie Andreas Geistlich (FDP) und Josef Wiederkehr (CVP).

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