Dietikon
War es die Hellseherin? - Die Krimikomödie gibt Anlass zu Spekulationen

Mit «Tarot, Mord und Kaffeekranz» kommt eine Krimikomödie ins Zentralschulhaus.

Franziska Schädel
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Theater Dietikon
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Es geht auch hitzig zu und her
Unterhaltsames Laientheater
Jeder ist in Tarot, Mord und Kaffeekranz ein Verdächtiger
Manche Schüler erkannten ihre Lehrer nicht auf Anhieb
Die Suche nach dem Mörder ist auch erschöüfend
Das Theaterspielen sei gut für das Selbstbewusstsein, sagt der Regisseur Böni

Theater Dietikon

Franziska Schädel

Verdächtige zuhauf, Erpressung, Neid, Eifersucht als mögliche Motive, Gedichte, Perlen und eine Tarotkarte als Indizien – die Krimikomödie «Tarot, Mord und Kaffeekranz» von Lukas Ramseier, hat alles, was dazugehört. Die drei Detektive Sherman Wolmes (Thomas Galliker), Lieutenant Colombo (Stefan Pfister) und Jade Marvel (Debora Tahan) tun ihr Bestes, den Täter zu überführen. Doch die Gäste, ein vergeistigter Dichter (Beat Hänger), der kalauert, was das Zeug hält, zwei Damen aus besten Kreisen (Angela Böni und Barbara Boissin), ein Kriegsveteran (Nikki Stuber) und die ganz in Rosa gekleidete Queen Mom (Fränzi Stalder) sind dabei alles andere als hilfreich. Wahrsagerin Miss Vishnu (Leandra Graf) und die sensationslüsterne Reporterin Cara Woods (Maria Kattner) tragen das ihrige dazu bei, die Zuschauer aufs Beste zu unterhalten. Wer der Mörder ist und ob es überhaupt einen Mord gegeben hat, sei hier allerdings nicht verraten.

Janaina und Sharmin, die beiden Erste-Sek-Mädchen, stecken die Köpfe zusammen: Ob’s die Hellseherin war? «Die Detektivin ist unsere Lehrerin, aber wir hätten sie beinahe nicht erkannt mit ihrer grauen Perücke», kichern sie. Die beiden hätten auch gerne Theater gespielt, aber das Schulprojekt konnte zu ihrem Bedauern mangels Anmeldungen nicht durchgeführt werden. Markus Böni, Lehrer im Zentralschulhaus und Theaterpädagoge, hat darum eine Produktion mit Erwachsenen realisiert. Theater sei seine Leidenschaft, verrät er. Was er mit den Laiendarstellern nach nur einem halben Jahr Proben auf die Bühne bringt, lässt sich sehen. «Es genügt mir nicht, wenn die Schauspieler den Text rezitieren. Bevor wir die Rollen verteilen und loslegen, beginne ich daher immer mit Sprach- und Körpertraining, Improvisationstheater und Stimmtraining», erklärt Böni seine Vorgehensweise mit den Schauspielern.

Theater stärkt Selbstbewusstsein

Dass die Proben Spass bereitet haben, kann Leandra Graf, auch sie Lehrerin im Schulhaus Zentral, nur bestätigen: «Herr Böni macht das absolut super. Es herrschte immer eine entspannte Stimmung und wir haben viel gelacht.» Graf steht zum ersten Mal auf der Bühne. Miss Vishnu, die exaltierte Wahrsagerin, war ihre Wunschrolle. «Irgendwie passt sie zu mir. Es macht Spass, einmal so zu sein, wie man es in der Realität nie wagen würde», sagt sie.

Die Schauspieler spielen mit Witz, Charme und einer grossen Portion Temperament. Die vorlaute Reporterin und der Hoteldirektor (Andreas Steiger) spielen, als hätten sie noch nie etwas anderes getan. Markus Böni ist mit seiner Truppe sehr zufrieden. Ein leises Bedauern schwingt mit, wenn er erzählt, dass die Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarstufe, neben Schule und Vorbereitung auf die Lehre, oft zu wenig Zeit haben, bei einem Theaterprojekt mitzuwirken. «Theater spielen stärkt das Selbstbewusstsein. Wenn die Kinder auf der Bühne stehen, lernen sie ihre Stärken und Schwächen kennen und wachsen an ihrem Erfolg», so Böni. Er ist zuversichtlich, nächstes Jahr ein Projekt mit Schülerinnen und Schülern realisieren zu können.

Weitere Vorführungen: 26.4., 29.4., 30.4., 20.15 Uhr, 24.4., 15 Uhr, Singsaal Schulhaus Zentral, Dietikon