Limmattal
Wahlzettel: Deshalb sind viele Stimmen ungültig

Bürgern unterlaufen immer wieder dieselben Fehler beim Wählen. Hier finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Ursachen für ungültige Stimmabgaben – und wie sich selbige vermeiden lassen.

Anina Gepp
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Sowohl bei Wahllisten als auch bei Abstimmungen unterlaufen den Stimmberechtigten immer wieder dieselben Fehler. (Archivbild)

Sowohl bei Wahllisten als auch bei Abstimmungen unterlaufen den Stimmberechtigten immer wieder dieselben Fehler. (Archivbild)

Keystone

Wenn am 12. April 2015 die Wahlzettel der Stimmbürger ausgewertet werden, können wohl einige Stimmabgaben nicht gezählt werden. Ungültig sind Wahlzettel (respektive Stimmrechtsausweise) beispielsweise, wenn sie nicht unterschrieben sind, ehrverletzende Äusserungen enthalten oder wenn wesentliche Teile fehlen.

Die Nachfrage bei verschiedenen Limmattaler Gemeinden zeigt: Das sind nicht die einzigen Fehler, die den Abstimmenden unterlaufen.

Wille muss ersichtlich sein

Oft passiert es Abstimmenden, dass nur der Nachname eines Politikers aufgeschrieben wird. Auf der Gemeinde in Bergdietikon wird in diesem Fall geschaut, ob es mehrere Kandidaten mit demselben Nachnamen gibt. «Der Wählerwille muss klar ersichtlich sein», sagt Gemeindeschreiber Patrick Geissmann.

Gebe es mehr als nur einen Politiker mit demselben Namen, sei die Stimmabgabe ungültig. Diesem Umstand werde insbesondere bei den Nationalratswahlen grosse Beachtung geschenkt. Gleich gehandhabt wird dies auch in Unterengstringen. «Wenn es zwei Personen mit dem gleichen Nachnamen hat, so muss der Vorname zwingend aufgeführt sein», so Gemeindeschreiber Jürg Engeli.

Grundsätzlich sei aber zu unterscheiden, ob die Stimmabgabe ungültig ist oder nur die einzelne Stimme auf dem Wahlzettel, so Geissmann. Ungültig werde die Stimmabgabe, wenn der Wahlzettel nicht handschriftlich ausgefüllt wurde, sondern zum Beispiel mit der Schreibmaschine.

Auch ehrverletzende Äusserung dürfen nicht enthalten sein. Es sei beispielsweise schon vorgekommen, dass jemand «Keine Frauen im Parlament!» auf seine Unterlagen geschrieben habe.

Ein gängiger Fehler, der Wählern aus Birmensdorf unterläuft und die Stimme ungültig macht, dass mehr Kandidaten auf die Liste gesetzt werden als es Sitze gibt. Beim Kumulieren und Panaschieren passiere es zudem öfters, dass der Name vergessen werde und nur die Kandidatennummer vermerkt werde, sagt die stellvertretende Gemeindeschreiberin Melanie Eicher.

Auch bei Abstimmungen Fehler

Doch nicht nur beim Ausfüllen der Wahllisten unterlaufen Limmattaler Stimmbürgern Fehler. Auch bei Abstimmungen können Stimmen immer wieder einmal nicht gezählt werden.

In Bergdietikon kommt es sogar vor, dass Paare die Stimmrechtsausweise und das amtliche Stimmzettelcouvert in einen Rückantwortumschlag legen. Die Gemeinde drückt aber gerne ein Auge zu. «Wenn wir sehen, dass zwei Stimmrechtsausweise und zwei amtliche Stimmzettelcouverts vorhanden sind, sind diese gültig», sagt Geissmann.

Am häufigsten würden jungen Wählern Fehler unterlaufen. Auch Bürger, die selten an die Urne gingen, würden sich öfter vertun als andere.

Die unterlassene Unterzeichnung des Stimmrechtsausweises stellt in Oetwil an der Limmat den Hauptgrund für die ungültige Stimmabgabe dar. «Zwischen sieben und acht Stimmen sind pro eidgenössischer Vorlage ungültig. Bei kantonalen Vorlagen sind es zwischen fünf und sieben Stimmen», sagt Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini.

Wer auf Nummer sicher gehen will, gibt seine Stimme am besten direkt an der Urne ab. Dort weisen Mitglieder des Wahlbüros auf allfällige Fehler hin.