Bezirk Dietikon

Wahl des Statthalters: Im letzten Moment ist noch ein dritter Kandidat aufgetaucht

Seine Stelle wird neu besetzt: Adrian Leimgrübler 2013 im Bezirksgebäude Dietikon.

Seine Stelle wird neu besetzt: Adrian Leimgrübler 2013 im Bezirksgebäude Dietikon.

Die turbulente Geschichte um die Statthalterwahl im Bezirk ist seit gestern um ein Kapitel reicher. Auch Ramon Steffen will den entlassenen Adrian Leimgrübler beerben.

Ein neuer, dritter Kandidat hat sich gemeldet, der am 12. Februar 2017 Dietiker Statthalter und Bezirksratspräsident werden will: Ramon Steffen, parteiloser Jurist aus Dietikon, hat sich am Freitag ins Spiel gebracht, wie Hansjörg Frei, Bezirksratspräsident ad interim, gestern auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagte.

Damit hat sich der 39-Jährige gerade noch im letzten Moment einen Platz auf dem Kandidatenkarussell gesichert: Am Freitag lief die Frist für neue Wahlvorschläge ab.

Steffen gesellt sich damit zu den beiden bereits bekannten Kandidaten Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler. Dass nun drei Personen um die Gunst der Wählenden buhlen, ist vor allem deshalb interessant, weil noch vor zwei Monaten erst ein Kandidat bekannt war. Damals stellte die FDP des Bezirks den von ihr nominierten Simon Hofmann vor, der Ende September auch einstimmig den Segen der Interparteilichen Konferenz (IPK) erhielt.

Der 36-jährige Stadtzürcher Jurist, der beim eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) arbeitet und noch nicht lange in der FDP ist, soll den früheren Statthalter Adrian Leimgrübler beerben. Leimgrübler, ebenfalls FDP-Mitglied, wurde im September 2015 von seinem Amt freigestellt, nachdem die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte: Er soll Rechtspflegedelikte und Begünstigung begangen haben.

Seit August läuft ein Strafverfahren gegen ihn. Anfang Dezember wurde Leimgrübler fristlos entlassen, nachdem eine von der kantonalen Justizdirektion in Auftrag gegebene externe Untersuchung ergeben hatte, dass er sich «mehrere Pflichtverletzungen» hatte zuschulden kommen lassen. Gegen seine Entlassung hat Leimgrübler beim Regierungsrat Rekurs eingereicht, der Ausgang ist noch offen. Auch das strafrechtliche Verfahren läuft nach wie vor.


Im September die Kehrtwende


Im Juli dieses Jahres gab die FDP des Bezirks bekannt, sie werde Leimgrübler nicht wieder für die Bezirksratswahlen im Februar 2017 nominieren. Die Partei sei gemeinsam mit Adrian Leimgrübler zum Schluss gekommen, dass eine Kandidatur nicht sinnvoll sei, solange das Strafverfahren noch nicht abgeschlossen sei, gab FDP-Bezirkspräsident Gerald Künzle damals bekannt. Leimgrübler selber sagte, er verzichte aus Loyalität zur FDP auf eine erneute Kandidatur.

Im September kam dann der Paukenschlag: Leimgrübler teilte mit, er habe sich entschlossen, auf seinen Entscheid zurückzukommen und trotzdem anzutreten. Seine Partei, die davon nichts wusste, war konsterniert. Sie hält an ihrem Kandidaten Simon Hofmann fest.


«Konkurrenz belebt das Geschäft»


Das tut sie auch, nachdem gestern der neue Kandidat Ramon Steffen ins Spiel kam. «Die IPK hat Simon Hofmann einstimmig nominiert und wir stehen zu hundert Prozent hinter ihm», sagt Künzle. Dass ein neuer Kandidat aufgetaucht sei, beunruhige ihn nicht: «Konkurrenz belebt das Geschäft.» Auch Simon Hofmann selber bleibt gelassen: «Ich glaube nicht, dass die neue Kandidatur auf meine Chancen einen wesentlichen Einfluss haben wird.»

Was sich mit dem dritten Kandidaten ändern werde, sei das Absolute Mehr, sagt Adrian Leimgrübler. Seine eigenen Chancen hingegen sehe er als intakt an, denn er könne auf breite Unterstützung zählen.


Wer Ramon Steffen ist und wieso er Statthalter und Bezirksratspräsident werden will, bleibt indes vorläufig offen. Er war gestern nicht zu erreichen. Und: Weder Künzle, noch Hofmann, Leimgrübler oder IPK-Präsident Rolf Steiner kennen ihn.

Autorin

Bettina Hamilton-Irvine

Bettina Hamilton-Irvine

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