Innert zehn Jahren ist der Personalbestand der Stadtverwaltung um 30 Prozent gestiegen. 2003 beschäftigte sie 270 Personen, Ende 2013 waren es bereits 350 – ein Wachstum, von dem viele private Unternehmen nur träumen können.
In Dietikon hingegen führt es zu Fragen. Der Stadtrat soll die stark zunehmende Stellenzahl erklären, forderte Gemeinderat Peter Wettler (SP) in einer Kleinen Anfrage. Denn die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und die Einwohnerkontrolle allein könnten nicht die Ursache sein. Der Stadtrat verweist in seiner Antwort auf diverse Gründe:

Einwohner: Die in den letzten Jahren stark gestiegene Bevölkerungsanzahl ist ein Grund für das Wachstum der Verwaltung. Lebten 2003 noch 21904 Personen in Dietikon, waren es 2013 bereits 25151. In verschiedenen Abteilungen habe es deshalb «geringfügige Stellenanpassungen» gegeben.

Alterszentrum: Die meisten Stellen wurden 2012 im Alterszentrum geschaffen. Aufgrund der demografischen Entwicklung sei das Bedürfnis nach Pflegeplätzen deutlich gestiegen. In den Bereichen Hotellerie, Pflege und Betreuung sowie Technik und Administration sind 31 neue Stellen entstanden.

Sozialabteilung: Eine grosse Zunahme gab es auch in der Sozialabteilung, wo in den letzten Jahren 20 neue Stellen entstanden sind. Dies ist gemäss Stadtrat auf zwei Ursachen zurückzuführen: Erstens ist zwischen 2003 und 2013 die Anzahl der unterstützten Personen von 592 auf 1255 gestiegen. Zweitens wurden zwei Dienstleistungen regionalisiert: das Mandatszentrum Erwachsenenschutz und Autark, eine Arbeitsvermittlung, die Sozialhilfeempfänger wieder in den ersten Arbeitsmarkt eingliedern soll.

KESB: 2012 wurde die KESB aufgebaut, Anfang 2013 begann sie, die ersten Fälle zu betreuen. Die KESB ist mit 14,2 Stellen dotiert. Sie übernimmt die Aufgaben für alle Bezirksgemeinden. Dietikon trägt 35,5 Prozent der für diese Stelle anfallenden Kosten.

Stadtplanung: 2010 entstanden 3,5 Stellen für das Stadtplanungsamt. Der Stadtrat verweist jedoch darauf, dass sich dadurch der Aufwand für externe Dienstleistungen verringert.

Schulsozialarbeit: Am 23. September 2012 entschied das Stimmvolk an der Urne, die Schulsozialarbeit wieder definitiv einzuführen. Dafür wurden 3,5 neue Stellen geschaffen.

Die Stadt Dietikon verfüge generell über einen tief dotierten Stellenplan, betont der Stadtrat in seiner Antwort. Dies spiegle sich auch in einer Auswertung des statistischen Amts des Kantons Zürich von 2012: Die Kosten für Behörden und Verwaltung bewegen sich im Kanton pro Einwohner oder Einwohnerin und Jahr je nach Gemeinde zwischen 149 und 1197 Franken.

Mit einem Nettoaufwand von 350 Franken pro Einwohner gehört Dietikon zu den Gemeinden mit niedrigeren Kosten. Zum Vergleich: Die Stadt Schlieren kam im gleichen Jahr auf 741 Franken pro Einwohner. Heute dürften die Kosten für Dietikon indes leicht höher ausfallen, da die im letzten Jahr neu geschaffenen Stellen noch nicht in die Statistik eingeflossen sind.