Nochmals kurz Konzentration aufbauen: Den Blick auf das Sprungbrett richtend stand Alessia Friedrich von der Kutu Urdorf in der Turnhalle Büel in Unterengstringen. Mit der letzten Disziplin ihres Vierkampfes am 45. Limmat-Cup wollte sie am Samstag ihren ersten Wettkampf in der Kategorie P1 zu einem guten Abschluss bringen.

Alessia schaffte die Aufgabe mit Bravour. Insgesamt 13.40 von möglichen 14 Punkten vergaben die zwei Wertungsrichterinnen an die junge Turnerin. Es war ihre beste Bewertung im ganzen Wettkampf. «Ich war schon ziemlich nervös vor dem Wettkampf», blickte sie zurück, «mit meiner Leistung aber bin ich sehr zufrieden.»

Zusammen mit Alessia haben auch Lorina Seiler, Aylin Fehr und Emi Kröbl die Kutu Urdorf in der Kategorie der Jüngsten vertreten. Wöchentlich stehen die Turnerinnen vier Mal in der Halle. «Turnen macht einfach Spass», sagte Emi strahlend. Ihr erreichtes Total von 52.30 Punkten lässt für die Zukunft hoffen.

Denn der Limmat-Cup in Unterengstringen zählt gleichzeitig als Qualifikationswettkampf für die Schweizer Meisterschaften. Auch Trainer Mige Schillig ist mit seinem Quartett zufrieden. «Für Vereinsturner ist es halt schwierig, ganz vorne mitzuturnen», sagte er, «unser Ziel war, das abzurufen und zu turnen, was sie im Training gezeigt haben. Das haben sie geschafft.»

Während die 104 Turnerinnen der Kategorie P1 an der Rangverkündigung ihren Preis überreicht bekamen, galt es für die Delegation aus Weiningen in der Kategorie P4 Amateure langsam ernst. Die Trainerin und Turnlegende Emmi Schmid-Schubiger gab noch letzte Tipps, bevor Saranya Gräni und Vanessa Zimmermann sich den Wertungsrichtern stellten.

Ganz zufrieden waren sie letztlich aber nicht. «Ich hätte es besser gekonnt», sagte Saranya selbstkritisch. Ähnlich sah es Vanessa: «Am Barren und am Boden könnte ich besser turnen.» Beide haben die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften anvisiert und trainieren dafür viermal wöchentlich.

Über 60 Helfer im Einsatz

Auch wenn der TV Engstringen selbst keine Kunstturnriege mehr hat: Der Limmat-Cup gehört seit 45 Jahren zum festen Bestandteil des Jahresprogrammes. «Natürlich macht der Anlass Spass, aber es ist auch eine Herausforderung», sagte OK-Präsident Michael Wirz. Gut 60 Helfer des Turnvereins, der Frauenriegen Unterengstringen und Engstringen sowie von der Männerriege Engstringen machten den Wettkampf erst möglich.

Ein Luxusproblem sei die Anzahl Turnerinnen. Hier würde der Anlass langsam an seine Kapazitätsgrenzen stossen. Für Wirz war auch der diesjährige Limmat-Cup ein Highlight: «Es ist schön, nach den intensiven Vorbereitungen als Belohnung einen solchen Wettkampf mit den Top-Leistungen der Turnerinnen verfolgen zu können.»