Schlieren

Vorerst gibt es keinen neuen Spielplatz für Schlieremer Kinder — die Mittel für den Bau fehlen

Die Einweihung des Spielplatzes Schärerwiese sorgte für viele fröhliche Kindergesichter.

Die Einweihung des Spielplatzes Schärerwiese sorgte für viele fröhliche Kindergesichter.

Angebote für Schlieremer Familien mit Kleinkindern, wie Spielplätze und Familientreffs, geraten unter Druck. Vorerst fehlen die Mittel für den Bau von Spielplätzen. Die fehlende Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit stellt ein weiteres Problem für Freizeitangebote für Kinder in der Stadt dar.

So viel steht fest: Die Umsetzung des umstrittenen Schlieremer Spielplatzkonzepts wird in diesem Jahr zu einem vorläufigen Stillstand kommen. Zwar sind die vorgesehenen 1,35 Millionen Franken für die Aufwertung von Spielanlagen noch längst nicht aufgebraucht, doch strich das Gemeindeparlament anlässlich seiner Budgetsitzung von Dezember Mittel von 50'000 Franken für 2020. «Es ist natürlich schade, dass wir nicht an der Umsetzung weiterarbeiten können. Ausgaben für die weitere Planung werden wir aber sicher im Budget des kommenden Jahres beantragen», sagt der verantwortliche Werkvorstand Andreas Kriesi (GLP). In Koordination mit dem Renaturierungsprojekt des Kantons am Limmatbogen ist die Neugestaltung des Spielplatzes Im Rohr vorgesehen, denn das Zelgli-Quartier verdiene auch eine moderne, gute und spannende Anlage, sagt Kriesi auf Anfrage.

Kleiner Anlagen werden nun doch nicht geschlossen

Kriesi vermutet den Grund für die Blockade aus dem Parlament beim überzogenen Budget beim letzten Projekt. Im Oktober 2019 wurde der neue Spielplatz Schärerwiese an der Schulstrasse eingeweiht. Kostenpunkt: 310'000 Franken, was Mehrkosten von 110'000 Franken entspricht. 410'000 Franken kostete die Aufwertung der Anlage Schönenwerd neben dem Spital, die 2017 abgeschlossen wurde. Für 2020 waren noch keine baulichen Massnahmen am Spielplatz im Rohr vorgesehen, stattdessen sollten die Planungsarbeiten aufgenommen werden, wie Kriesi sagt. Zudem sollten gemeinsam mit den Eigentümern der umliegenden Liegenschaften Lösungen für einen Weiterbetrieb der Siedlungsspielplätze Limmatstrasse, Gugel, Freiestrasse und Bundentalstrasse erstellt werden. Vom ursprünglichen Plan, diese Anlagen zu schliessen, weiche man ab, da eine Nutzerbefragung und eine Bedarfsanalyse gezeigt hätten, dass eine Schliessung nicht sinnvoll sei.

Dennoch: Die SP-Gemeinderätin Rixhil Agusi befürchtet, dass die Stadt künftig kein ausreichendes Spielangebot für Kinder bereitstellt. Noch bevor der Gemeinderat den Planungskredit für das Konzept strich, hatte sie eine kleine Anfrage zum Spielplatz im Stadtpark eingereicht. Sie moniert, dass beim Siegerprojekt für den Alterszentrum-Neubau im Stadtpark der geplante Spielplatz fehle. Agusi vermutet, dass dieser womöglich gestrichen werde. Eine Antwort wurde vom Stadtrat noch nicht veröffentlicht. «Informell wurde mir zwar bereits versichert, dass der Spielplatz erstellt werde. Das reicht mir aber nicht: Ich will dies schriftlich», sagt Agusi. Dass eine Umsetzung ernsthaft auf der Kippe steht, glaubt sie nicht. Und falls doch, würde sie den Projektierungskredit für das Alterszentrum, der im Frühling ins Parlament kommt, zurückweisen.

Werkvorstand Kriesi sagt, dass das Stadtpark-Projekt komplexer und im Kontext der übergeordneten Planung der Grünen Mitte zu betrachten sei. «Für die Erarbeitung benötigen wir entsprechend Zeit.»

Die fehlende Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit stellt ein weiteres Problem für Freizeitangebote für Kinder in der Stadt dar. Vor über einem Jahr löste sich die IG Familie auf, die das Familienzentrum neben dem Ortsmuseum betrieb. Die ehrenamtliche Tätigkeit wurde den Mitgliedern zu viel und andere Freiwillige liessen sich nicht finden. Zwar wird die Organisation des Kleinkindertreffs seit der Vereinsauflösung von der Stadt betrieben. Die Öffnungszeiten konnten gar von zwei auf drei Halbtage ausgeweitet werden. Das Familiencafé und das Kasperlitheater wurden aber nicht weitergeführt.

Konzept für den langfristigen Betrieb wird erarbeitet

In einer zweiten kleinen Anfrage an den Stadtrat, regte Agusi an, eine Teilzeitstelle für den Betrieb auszuschreiben. In seiner jüngst erschienenen Antwort schreibt der Stadtrat, dass sich das Familienzentrum als wichtiger Begegnungsort erwiesen habe. Dennoch sei die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, überschaubar. Ob man eine fixe Stelle schaffen wolle, zeige sich im Rahmen der Weiterentwicklung des Familienzentrums. Eine Strategie dazu soll noch in diesem Jahr ausgearbeitet werden. Mit dieser Antwort ist Agusi zufrieden. «Dieser Treff ist für die Entwicklung von Kleinkindern sehr wichtig und ich bin froh, dass die Stadt für den Betrieb eingesprungen ist», sagt sie. Mit zu viel Lob halte sie sich aber noch zurück, bis der Stadtrat dieses Jahr mit einem neuen Konzept, in dem der langfristige Betrieb geklärt ist, an die Öffentlichkeit trete.

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