Dietikon

Von Wolfsmatt bis Zentral: Das wandernde Quartierfest fand Anklang

Eine Dietiker Premiere zum 1. August: Marcel Fantoni hielt seine Festrede über Gemeinschaft und soziale Verantwortung gleich vier Mal.

Der Geburtstag der Schweiz wird in Dietikon seit je auf dem Kirchplatz gefeiert. Doch dieses Jahr ist alles anders. Am Samstag grüsste der Stadtpräsident auch von der anderen Seite der Gleise. «Wir wollen zeigen, dass es trotz Corona möglich ist zu feiern», sagte Roger Bachmann (SVP) auf dem Rapidplatz. Er bat die anwesenden Gäste, für einmal den Schweizer Psalm, den die Stadtmusik Dietikon später spielte, aus Sicherheitsgründen nicht mitzusingen.

Gute Gelegenheit, präsenter zu sein in den Quartieren

Der Rapidplatz war einer von vier Standorten, die am 1. August vom Festtross besucht wurden. Nach dem Start auf dem Schulhausplatz Wolfsmatt ging es über den Rapidplatz weiter zum Schulhausplatz Steinmürli. Seinen Abschluss fand das reisende Fest auf dem Schulhausplatz Zentral. Das Motto «Unterwegs in den Quartieren» passt zu den Bemühungen der Stadt, über das Studio Dietikon mit diversen Aktionen den Puls der verschiedenen Dietiker Quartiere zu fühlen und vor Ort präsenter zu sein (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Das Fest sei eine gute Gelegenheit dafür gewesen, sagte Bachmann.

Das Studio Dietikon war an allen Standorten mit Plakaten vertreten, auf denen die Besucher alles festhalten konnten, was sie schon immer zu ihrem Quartier mitteilen wollten. Die Verteilung auf mehrere Standorte erleichterte es den Organisatoren zudem, das Corona-­Schutzkonzept einzuhalten.

An jedem Ort baute der Feuerwehrverein Dietikon eine kleine Festwirtschaft mit Grill und frisch gezapftem Bier auf. Sie seien so effizient beim Auf- und Abbau, dass sie sogar jede Formel-1-Crew beim Boxenstopp in den Schatten stellen würden, lobte Bachmann in seiner Einführung beim Schulhaus Steinmürli. «Es hat super geklappt. Alle haben am gleichen Strick gezogen und mitgedacht», sagte Feuerwehrvereinspräsident Florian Hunsperger. Der Gelati­-Stand mit hausgemachtem Glace von «Rosso Arancio» aus Zürich daneben sorgte für die willkommene Abkühlung. Jedes des vier Mini-­Feste wurde von der Alphorngruppe Rebberg eingeläutet. Und nach der Festrede spielte eine Kleinformation der Stadtmusik Dietikon den die Nationalhymne und sorgte für den musikalischen Ausklang.

Fantoni erlebte selbst viel Solidarität

Vorbilder seien für ihn Menschen, die anderen gerne zuhören und ein Talent haben, sie zu motivieren und zu fördern, sagte Bachman ­seinen Einführungen. Das verkörpere für ihn der Festredner Marcel Fantoni, Alt-Brigadier, begeistertet Zünfter und ehemalige Dietiker Gemeinderat.

«Ich habe 1981 mein Herz in Dietikon verloren», begann Marcel Fantoni seine Rede. Seine Ausführungen zum 1. August fussten auf drei Gedankenstützen: Fünfliber, Wäscheklammer und Autonummernschild. Darauf aufbauend redete er über Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und gesellschaftliche Verantwortung. Das «Chlüppli» etwa zog er als Metapher für Zusammenhalt und Gemeinschaft bei. Zu Beginn der Coronakrise habe er als Teil der Risikogruppe viel Solidarität erlebt: «Es ist schön, dass die Gemeinschaft funktioniert, wenn sie gebraucht wird.» Die Rede kann weiter auf der städtischen Website angeschaut werden.

«Es war ein besonders Erlebnis», sagt Fantoni nach seinem vierten Auftritt. Und lobte Stadt und Feuerwehrverein für ihren Mut, das Fest durchzuführen. «Wenn ich im Kleinen sehe, was wir alles leisten können, stärkt das mein Vertrauen in den Staat.»

Auch Stadtpräsident Bachmann zeigte sich zum Abschluss zufrieden, dass alles reibungslos geklappt hat. «Der Feuerwehrverein hat uns sensationell unterstützt und es ist schön, dass die Leute das so honoriert haben», sagte er. Er habe einige Reaktionen von Festbesuchern erhalten, dass die Idee mit den Quartierfesten toll sei und beibehalten werden sollte.

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