Die Fuchsräude ist eine parasitäre Hauterkrankung, die durch eine Milbe (Sarcoptes scabiei varietas canis) verursacht wird. Die Erkrankung löst einen starken Juckreiz aus und es bilden sich gerötete Stellen. Das Tier kratzt und beisst sich Fell und Haut ab, es kommt auch zu starkem Haarausfall und auf der Haut bilden sich Krusten.

Peter Deplazes, Leiter des Instituts für Parasitologie der Universität Zürich, sagt, die Hautentzündungen und die Krustenbildung führen zu einer spröden, verdickten «Elefantenhaut», in der es Blutungen und bakterielle Infektionen gibt. Die Krankheit kommt vor allem bei Füchsen vor.

Aber auch der Hund kann sich damit anstecken. Für Füchse ist die Räude oft tödlich, Hunde müssen bei Anzeichen von starkem Juckreiz sofort zu einem Tierarzt oder einer Tierärztin gebracht werden. «Sollte ein Hund die Fuchsräude nicht überleben, ist ganz klar von einer Vernachlässigung des Hundes auszugehen. Da würde dann der Tierschutz eingeschaltet», sagt Deplazes. Denn die Symptome sind sehr gut sichtbar.

Fast ausgerottet

In den 1970er-Jahren gab es einen Populationsschwund der Füchse wegen der Tollwut und deren Bekämpfung. So wurde auch die Fuchsräude in der Schweiz praktisch ausgerottet. In Genf gab es sie immer noch, im Berner Oberland nur noch selten.

Doch vor etwa zehn Jahren kam die Milbenart dann über Süddeutschland wieder in die Schweiz. Zuerst tauchte sie in Basel wieder auf und verbreitete sich anschliessend dem Rhein entlang. Laut Peter Deplazes infizierten sich vor etwa zwei Jahren erstmals wieder Füchse aus Winterthur mit der Fuchsräude und in den letzten Monaten ist sie auch wieder vermehrt im Raum Zürich aufgetaucht.

Ein an der Fuchsräude verendetes Tier. (Symbolbild)

Ein an der Fuchsräude verendetes Tier. (Symbolbild)

In Kloten haben sich gar zwei Menschen angesteckt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. Für den Mensch besteht keine Gefahr, da er ein Fehlwirt ist und die Milbe sich nicht ausbreiten kann, wie Deplazes ausführt. Im Limmattal ist bislang kein einziger Fall von Ansteckung eines Menschen durch Fuchsräude bekannt.

Stefan Tresch, Obmann vom Jagdrevier Altberg-Süd, findet es ein leidiges Thema. «Die Fuchsräude gibt es schon seit mehreren Jahren, sie ist nicht aufzuhalten», sagt er. Auch in den restlichen Jagdrevieren hat man Kenntnis davon, es bestehe aber kein Grund zur Sorge.

Kein Verständnis für Abschuss

Was eher Probleme bereite, ist, dass die Füchse, wenn sie krank sind, die Scheu vor dem Menschen verlieren und vermehrt in die Dörfer gehen. «Wenn wir einen räudigen Fuchs finden, der sich zum Beispiel vor der Haustüre hingelegt hat, müssten wir ihn eigentlich abschiessen, um ihn von seinem Leiden zu erlösen und die Ansteckung anderer Füchse oder Hunde zu verhindern. Aber es ist unangenehm, in oder vor Häusern zu schiessen», sagt Tresch. Einerseits herrsche teilweise noch ein gewisses Unverständnis, was den Abschuss der kranken Tiere betrifft, andererseits bestehe ein Unfallrisiko.

«Normalerweise schiessen wir mit einer speziellen Munition auf die kranken Tiere», erklärt Tresch. «Falls diese aus zeitlichen Gründen nicht besorgt werden kann, müssen wir zu Schrot greifen. Durch die Verwendung des Schrots, könnten auch Sachen in unmittelbarer Nähe kaputt gehen.» Dies sei aber selten bis nie der Fall. Füchse haben eine Schonzeit vom 1. März bis Mitte Juni, für kranke Tiere haben die Jäger aber eine Ausnahmebewilligung.

Deplazes sagt, dass das Auftauchen von Füchsen nicht mit der Fuchsräude zusammenhängt: «Füchse kommen schon seit längerer Zeit in die Dörfer und Städte. Wir haben auch in der Stadt mehr Füchse als auf dem Land.» Trotzdem gebe es in letzter Zeit mehr Fälle von angesteckten Hunden. «Man sollte Hunde im Wald nicht freilaufen lassen und auch die Futterschale nicht rausstellen», sagt Deplazes.