Dietikon

Von Rock bis Schlager: Moderne Hexen stehen auf Gin

Die Guggi-Häxe halten sich an keine Regeln. Sie trieben in Dietikon für einmal bei hohen Temperaturen ihren Schabernack.

Die moderne Hexe lässt sich nicht auf Walpurgisnacht oder Knusperhäuschen reduzieren. Auch die Dietiker Guggi-Häxe, die seit 20 Jahren ein fester Wert in der hiesigen Fasnachtsszene sind, haben es nicht so mit dem Einhalten von scheinbar festen Vorgaben. So feierten sie auch ihr Jubiläumsfest nicht klassisch in der fünften Jahreszeit, sondern mitten im Sommer. Und liessen es am Wochenende auf dem Stadtplatz ordentlich krachen. Zwei Tage lang sollten Magie, Musik und etwas Horror beweisen, dass Kindernachmittage und feuchtfröhliches Feiern in denselben Hexenkessel passen.

Gestört hat der Regelbruch der mittlerweile 38 Hexen aus dem Guggenbühlwald offenbar niemanden: Das saisonuntypische Fasnachtsfest wurde rege besucht. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Publikumsandrang», sagte OK-Präsident Florian Hunsperger, der sonst als Hexe Tibantina in Erscheinung tritt.

Viele Monate waren nötig, um den Anlass auf die Beine zu stellen, Sponsoren und Gönner dafür zu finden. Zentrum des Spektakels war das Festzelt, ausstaffiert mit Spinnen, Eulen und einer fliegenden Hexe. Am offiziellen Festakt am Freitag würdigte auch Stadtpräsident Otto Müller das Engagement der Guggi-Häxe: Sie würden die närrische Zeit jeweils «mit viel Schalk, Humor und Ideen vervollkommnen».

Viel Schlaf konnten sich die Guggi-Häxe nach einem Abend mit DJs und Livemusik aber nicht gönnen: Am Samstagmorgen ging es mit dem Frühschoppenkonzert gleich weiter. Das Wetter spielte auch am zweiten Tag mit. Hüpfburg und Schminkecke boten einen Tummelplatz für angehende Hexen. Musikalisch untermalt von der Stadtmusik Dietikon und den «Swiss Jungle Drummers», wartete man auf den eigentlichen Höhepunkt – den Auftritt der noch jungen Dietiker Band «Old Gin Brothers». Mit eigener Lichtshow und Trockennebel betraten die neun Musiker unter grossem Applaus die Bühne. Entstanden sind die «Old Gin Brothers» vor zwei Jahren. Allesamt Mitglieder der Dietiker Gugge Reppischfäger, wollten sie an der Hochzeit eines Freundes etwas mehr bieten als «nur» Guggenmusik. Gesagt, getan – nun bieten die «Old Gin Brothers» ein Programm von Rock bis Schlager.

Noch bis tief in die Nacht hinein feierten die Guggi-Häxe ihren Geburtstag. Den «Old Gin Brothers» folgte die Band «Wirbelwind» und – selbstverständlich – die Reppischfäger selbst. Bis der famose Spuk sein Ende fand und die Hexen sich auf den Abflug vorbereiteten. Und es hätte auch nicht verwundert, wenn statt den traditionellen Besen am Ende 38 Turbo-Staubsauger Richtung Guggenbühlwald entschwunden wären.

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