An ihrem Jahreskonzert am Samstagabend wartete die Stadtjugendmusik Schlieren mit einem abwechslungsreichen Programm auf. «Querbeat» präsentierte sich als musikalisches Potpourri, das jedes Alter und jeden Musikgeschmack anzusprechen vermochte. Entsprechend voll war die Aula des Schulhauses Reitmen.

Die Stadtjugendmusik hat ein bewegtes Jahr hinter sich. 2018 kündigte Dirigent Thomas Behnd, und Präsidentin Susanne Dalcher trat zurück. Im Oktober war mit Anton Shaposhnyk die neue musikalische Leitung gefunden. «Umso beeindruckender ist, was in der kurzen Probephase entstanden ist», sagte Franz Stimpfle, Präsident ad interim, vor dem Konzert.

Brise über Berggipfel

Der erste Programmteil war ein Tribut an die klassische Musik. Mit dem Stück «Mountain Wind» fühlte man sich zunächst wie von einer Brise über Berggipfel hinweggetragen, bevor man mit der «Peer Gynt Suite No. 1» in die Hallen des Bergkönigs hinabstieg.

Die Begeisterung der jungen Musiker liess sich aus ihrer Darbietung heraushören, insbesondere bei ihrer anschliessenden Darbietung der James-Bond-Titelmusik. Daraufhin zog die 20-köpfige Gruppe der Tambouren Kreismusik Limmattal unter der Leitung von Raffael Hotz in die Aula ein. Schlag auf Schlag folgten Stücke mit den klingenden Namen «Macarouni», «Paukito» und «Power Rangers».

Die rhythmische und perkussive Vielfalt des Programms, gepaart mit eindrucksvoller Schlegel-Akrobatik, versetzte das Publikum ein ums andere Mal in Erstaunen. Höhepunkt war der «Klödelmarsch», zu dem die Tambouren mit fluoreszierenden Masken und Schlegeln aufspielten. Nach der Pause rückte die Junior-Band der Stadtjugendmusik ihre Stühle zurecht und zeigte, ebenfalls unter Leitung Shaposhnyks, ihr Können mit Stücken wie «Postman Pat», «Wallace & Gromit», und ABBAs «I have a dream».

Danach wurde es eng auf der Bühne: Zu Ehren ihres langjährigen Dirigenten Thomas Behnd spielten Junior-Band und Hauptkorps gemeinsam «Smoke on the Water». Im zweiten Programmteil des Hauptkorps ging es ähnlich rassig weiter mit «Cloverfield Rock», «Just a Gigolo» und «Don’t stop me now» – gleichwohl souverän und mit musikalischem Gespür vorgetragen.

Den Abschluss machte das Stück «See you again», was wohl augenzwinkernd die Hoffnung ausdrücken sollte, das Publikum bei der nächsten Vorstellung wiederzusehen.

«Alles hat geklappt»

Als der Korps als Zugabe den Sechseläuten-Marsch anstimmte, gab es für das Publikum kein Halten mehr: Freudig wurde mitgeklatscht, bis zum tosenden Schlussapplaus. «Das Konzert war super, es hatte anspruchsvolle Stücke darunter», so Zuhörer Peter Luginbühl aus Urdorf.

Auch Dirigent Anton Shaposhnyk resümierte zufrieden: «Alles hat geklappt. Das Orchester und ich verstehen uns sehr gut.» Nach den intensiven Probemonaten sei nun mehr Zeit für «detailliertere Arbeit mit systematischen Übungen, wobei der Spass nicht zu kurz kommt». Am Ausgang sammelten Mitglieder der Junior-Band Kollekten.

Darunter war Querflötistin Raquel (13), die zum zweiten Mal am Jahreskonzert mitmachte: «Mir hat es gefallen», sagte sie strahlend. «Das Hauptkorps hat richtig gut getönt.» Es verwundert nicht, dass Sahashra (12) – sie spielt Geige – ergänzte: «Unser Ziel ist es, einst bei den Grossen mitzuspielen.»