Laut Anklage haben ein Limmattaler Garagist und ein Komplize für eine dominikanische Drogenbande die Einfuhr von mehreren Dutzend Kilogramm Kokain aus Holland organisiert. Seit gestern Donnerstag beschäftigt der Drogenfall das Bezirksgericht Dietikon.

Es handelt sich um einen der grössten Drogenfälle der letzten Jahre in der Region. Im Mittelpunkt steht dabei ein Garagist aus dem Limmattal. Laut Anklageschrift steckte der italienische Staatangehörige im Frühjahr 2011 in finanziellen Schwierigkeiten und fällte mit einem Aargauer Sicherheitsangestellten den Entscheid, mittels Kokaintransporten aus Holland die wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Zudem erhofften sich die beiden Kokainkonsumenten einen direkteren Zugang zum von ihnen begehrten Rauschgift. Eine entscheidende Rolle nahm dabei ein dominikanischer Drogenhändler ein. Dieser vermittelte wichtige Lieferanten in Den Haag, wo der Sicherheitsangestellte künftig Kokain entgegennehmen und mit seinem Auto in das Limmattal transportieren konnte.

Eigene Garage als Drehscheibe

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zählte zwischen Frühjahr 2011 und Januar 2013 nicht weniger als zwölf Drogentransporte aus Holland auf. Der Aargauer Beschuldigte fuhr damals jeweils mehrere Kilogramm hochwertiges Kokain in das Limmattal ein. Wobei die Garage des Italieners als eigentliche Drehscheibe diente.

Dort wurde der «Schnee» jeweils ausgebaut und der grösste Teil dem dominikanischen Drahtzieher übergeben. Das Limmattaler Duo erhielt dafür nicht nur Provisionen, sondern auch Kokain, das sie zum Teil gestreckt weiterverkauften oder selber konsumierten.

Mit 3,6 Kilo Kokain erwischt

Der Fall flog am 3. Januar 2013 auf. So konnte die Polizei den Sicherheitsangestellten in der Nähe von Banden bei der Einfuhr von 3,6 Kilogramm Kokain erwischen und festnehmen. Wenige Wochen später landete auch der Italiener in der Untersuchungshaft.

Die Drogenfahnder rechneten eine geschätzte importierte Kokainmenge von rund 46 Kilogramm Kokain auf. Seit gestern Donnerstag müssen sich der Garagist und der ehemalige Sicherheitsangestellte vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Den weitgehend geständigen Männern drohen hohe Freiheitsstrafen.

Für den inzwischen wieder aus der Haft entlassenen und heute 45-jährigen Aargauer verlangte die zuständige Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Abzüglich von 343 bereits verbüssten Tagen.
Der immer noch inhaftierte Italiener muss mit einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren rechnen. Er sitzt bereits seit über zwei Jahren hinter Gitter.

Der Aargauer Sicherheitsangestellte machte vor Gericht finanzielle Probleme als Tatmotiv geltend. Er habe sich auch unter Druck gefühlt.
Die Verteidiger setzten sich für milde Strafen ein. Ob sie Erfolg haben, werden sie am nächsten Dienstag erfahren. Dann wird Gericht voraussichtlich ihren Entscheid eröffnen.