Die Antwort des Uitiker Imkers Urs Heusser auf die Frage, wie sein Saisonstart gelaufen ist, ist deutlich: «Ganz, ganz schlecht.» Er hat rund die Hälfte seiner Bienenvölker verloren. Die Kälteperiode im Februar habe den Bienen stark zugesetzt und die schwachen Völker seien gestorben. Aber er habe vor allem «einfach Pech gehabt». Die Situation der Imker sei in den letzten Jahren schwieriger geworden. Die Varroa-Milbe, ein Erreger der sich von der Körperflüssigkeit der Bienen ernährt, setzt den Imkern zu. Ausserdem seien die Pflanzenschutzmittel eine zusätzliche Belastung.

Imker Marco Pezzani, ebenfalls aus Uitikon, kann dagegen nicht klagen. «Meinen Bienen geht es gut. Ich hatte nur wenige Verluste.» Wenig heisst in dem Fall fünf verlorene Völker. «Das sind sieben Prozent Verluste, mit bis zu zwanzig Prozent muss man rechnen», sagt Pezzani. Wie gut die Bienen den Winter überstehen, liege auch am Wetter und den Temperaturen, die herrschen, wenn der Imker seine Bienen gegen die Varroa-Milbe behandelt.

Bei Roger Wigger, der in Dietikon imkert, ist die Antwort komplexer: «Der Januar war sehr gut. Aber die Kälteperiode danach hat den Bienen sehr zugesetzt.» Er habe zufüttern müssen, damit die Bienen nicht verhungerten. «Im April hat die Natur aber alles wieder wettgemacht», sagt Wigger. Dafür, dass sich die Resultate von Imker zu Imker unterscheiden hat er eine Erklärung: «Das Problem ist meistens hinter dem Bienenkasten.» Will heissen: Die Fehler machen die Imker, nicht die Bienen.