Dietikon

Von der Polizei ins Stadthaus: Claudia Winkler ist die neue Stadtschreiberin

Claudia Winkler

Claudia Winkler

Claudia Winkler wird Anfang Februar als Nachfolgerin der Dietiker Stadtschreiberin Karin Hauser antreten.

Der Dietiker Stadtrat hat eine neue Stadtschreiberin ernannt: Claudia Winkler, derzeit Chefin des Büros für Veranstaltungen bei der Stadtpolizei Zürich, erhielt die Stelle. Sie wird ab Februar die Nachfolge von Karin Hauser antreten, die bereits Ende Mai in die kantonale Verwaltung zu Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) gewechselt hatte. Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) zeigt sich mit der Wahl der neuen Stadtschreiberin zufrieden: «Claudia Winkler hat mich und meine Kollegen überzogen», sagt er. 

Vor Winkler war die Juristin Karin Hauser Stadtschreiberin, sie begleitete Dietikon während zwölf Jahren. Die neue Stadtschreiberin aus Zürich soll die Bezirkshauptstadt nun auf dem Weg zum «modernen Verwaltungsbetrieb», wie es der Stadtpräsident ausdrückt, begleiten. Dabei sei ihre Erfahrung als Chefin des Büros für Veranstaltungen bei der Stadtpolizei Zürich eine gute Voraussetzung. Dort koordinierte Winkler sowohl interne als auch externen Anfragen. Die 52-Jährige arbeitete dabei eng mit den unterschiedlichsten Einheiten zusammen. Das ist auch für ihre künftige Arbeit mit den verschiedenen Abteilungen des Dietiker Stadthauses von Vorteil. Vor ihrer Stelle in der Stadtpolizei war Winkler für Meteo Schweiz und die Schweizerische Post tätig. Bei Letzteren führte sie unter anderem während fünf Jahren das Marketing- und Verkaufsteam und amtete als Leiterin des Verkaufsinnendienstes.

Im Jahr 2014 schloss Winkler zudem ihr Masterstudium in Public Administration an der Uni Bern ab. «Auch wenn ihr Lebenslauf nicht typisch für eine Stadtschreiberin ist, so passt das Gesamtpaket für uns doch sehr gut», sagt Bachmann. Dieses habe ihn und seine Kollegen überzeugt, ihr den Posten an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Stadtrat anzuvertrauen.

«Die Zeiten des hierarchischen Führens sind vorbei»

Damit der Dietiker Verwaltungsapparat kundenorientiert geführt wird und der Bevölkerung etwas nützt, braucht es eine erfahrene Führungskraft als Stadtschreiberin. Dabei sei es vor allem wichtig, dass diese gut coachen könne. «Die Zeiten des hierarchischen Führens sind vorbei», sagt Bachmann. Die Führungsperson von heute müsse motivieren und beraten.
Das wird Winkler in ihrem neuen Arbeitsgebiet im Dietiker Stadthaus oft tun müssen. Momentan arbeiten 569 Mitarbeitende auf der Verwaltung, das sind rund 100 Personen mehr als vor zwölf Jahren als die letzte Stadtschreiberin ihren Posten antrat.

Vom angeheuerten Jobvermittlungsunternehmen hörte der Stadtrat während der Rekrutierung immer wieder, wie ausgetrocknet der Markt der Stadtschreiber sei. Anfangs suchte der Stadtrat nach internen Mitarbeitern, die den Posten übernehmen würden, doch niemand hatte Interesse oder die passenden Qualifikationen dafür. Die Dietiker Stadtschreiberin muss sowohl Kommunikations- und Vernetzungsfähigkeiten als auch starke Führungsqualitäten aufweisen. «Die Suche nach einer Person, die all diese Voraussetzungen mit sich bringt, war alles andere als einfach», sagt Bachmann. Zudem soll die Stadtschreiberin eng mit dem Stadtpräsidenten zusammenarbeiten ohne sich direkt in politische Geschäfte einzumischen. «Wir wollen nicht einen achten Stadtrat, sondern einen Dienstleister, der unterstützt und berät», sagt Bachmann.

Künftig hat der Stadtpräsident bereits einige Projekte geplant, die er mit der neuen Stadtschreiberin umsetzen will. «Beispielsweise die Digitalisierung und das Dietiker Image sind Themen, die wir künftig gemeinsam entwickeln wollen», sagt Bachmann. Damit er diese Arbeiten gut erledigen kann, war es ihm wichtig, dass nicht nur die fachliche Ebene, sondern auch die persönliche Chemie stimme.

Per Zufall ist die neue Stadtschreiberin wieder eine Frau

Der Anforderungskatalog an die neue Stadtschreiberin war ausführlich. Einzig, dass Karin Hausers Nachfolgerin wieder eine Frau ist, das war reiner Zufall. «Ich halte nicht viel vom Geschlechterkampf. Fachliche Qualifikation sind mir wichtig, die Geschlechterfrage spielt dabei allerdings keine Rolle», sagt Bachmann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1