Niemand in der geselligen Stammtischrunde hat wohl davon zu träumen gewagt, dass ihre Idee dereinst zum Bau einer modernen Sport- und Freizeitanlage führen würde. Vor 31 Jahren haben Stammgäste des Restaurants Freihof in Oetwil den FC Freihof gegründet und dafür gesorgt, dass der FC Oetwil-Geroldswil 2003 seine neue Heimstätte im Geroldswiler Werd mit einem grossen Fest einweihen konnte. Dieses Wochenende wird das Jubiläum mit einem Fest begangen (siehe Box).

In diesen zehn Jahren hat sich die einstige Sportstätte zu einer modernen Sport- und Freizeitanlage mit Kinderspielplatz, Skaterpark, Bocciabahn und Restaurant entwickelt. Ihre Ursprünge sind dennoch beim Fussball zu suchen. Der FC Freihof wurde schon ein Jahr nach seiner Gründung in FC Oetwil umbenannt, seit 1998 heisst der Verein nun FC Oetwil-Geroldswil.

Spiele auf der Dietiker Dornau

Um am Meisterschaftsbetrieb des Zürcher Fussballverbandes teilnehmen zu können, musste der Verein einen Platz haben. Er mietete sich zuerst auf der Dietiker Dornau und später auf der Sportanlage Juchhof 3 in Zürich Altstetten ein. Schon damals wünschten sich die Fussballer einen eigenen Platz.

Eine Begehrlichkeit, die mit der Gründung der Juniorenabteilung 1995 noch weiter wuchs. Vorerst trainierten und spielten die jungen Fussballer aber auf den Schulanlagen in der Fahrweid, in Geroldswil und in Oetwil. «Damals wussten wir nicht, ob wir die Juniorenabteilung überhaupt aufrechterhalten können, da uns schlicht der Platz fehlte», erinnert sich Patrick Schaffter, von 2002 bis 2010 Präsident des FC OetwilGeroldswil.

Ein Gemeinschaftswerk

Mittlerweile hatten aber auch die Gemeindeverantwortlichen erkannt, dass eine Lösung gesucht werden muss. Dabei spielte die Juniorenabteilung eine zentrale Rolle. «Damals kamen über 90 Prozent der Junioren aus Weiningen, Geroldswil und Oetwil», so Schaffter.

Dieser Umstand führte dazu, dass die drei Gemeinden Weiningen, Geroldswil und Oetwil gemeinsam nach einem geeigneten Standort für eine Sportanlage suchten. Verschiedene Grundstücke standen zur Debatte, ehe man sich für das Werd in Geroldswil entschied. Von da an ging es schnell. Ende 1998 wurde mit der Sportstättenplanung begonnen, ein halbes Jahr später eine siebenköpfige Sportstättenkommission ins Leben gerufen. Sie bestand aus Vertretern der Gemeinderäte Geroldswil, Oetwil und Weiningen sowie des FC Oetwil-Geroldswil. «Als die Planungen losgingen, sahen wir erstmals Licht am Horizont», sagt Schaffter.

«So etwas muss man heute suchen»

An den Gemeindeversammlungen im Juni 2000 gaben die Stimmberechtigten der drei Gemeinden dann grünes Licht für den Bau eines Naturrasen- und eines Kunstrasenplatzes sowie der dazugehörigen Infrastruktur. Der Baukredite von 1,92 Millionen Franken wurde bewilligt.«Für den Verein war das ein Meilenstein», so Schaffter.

Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten, die 2003 abgeschlossen werden konnten. Gleichzeitig gründeten die drei involvierten Gemeinden den Verein OGW Sportanlage Werd. Bis heute betreiben sie die Sportanlage gemeinsam und stellen sie dem Fussballclub als Hauptnutzer zur Verfügung. «Die Arbeit im OGW funktioniert einwandfrei.

Es ist überhaupt eine schöne Sache, dass drei Gemeinden ein solches Projekt realisieren konnten», sagt Martin Conrad, Geroldswiler Sicherheitsvorstand und Präsident des OGW. Auch der Einsatz der Fussballer, in über 1000 Frondienststunden ein Clubhaus mit Garderoben und Restaurant zu erstellen, könne nicht hoch genug bewertet werden. «So etwas muss man heute suchen», so Conrad.

Schon im Jahr 2001 bewilligte der Geroldswiler Gemeinderat einen Kredit, um die Anlage mit einem Kinderspielplatz und einer Skateranlage zu ergänzen. Ziel war es, das Angebot im Werd zu erweitern und zusätzlichen Nutzern zu öffnen. «Es war ein guter Entscheid. Im Werd ist ein beliebter Treffpunkt für die Bevölkerung entstanden», sagt Conrad. Seither wurde die Anlage stetig erweitert, auch um einen zusätzlichen Kunstrasenplatz für die Fussballer.