Dorfteil Ringlikon

Von brennenden Autos und Kartoffeln: Feuerwehr führte ihre Hauptübung durch

In Ringlikon brennt auf der Sonnhaldenstrasse lichterloh ein Auto. Ein zweites Auto ist gegen die Fassade eines Einfamilienhauses aufgefahren, in dem es ebenfalls zu rauchen beginnt. Darin ist eine Person eingeschlossen. Im anderen Wagen sind eine Frau und ein Baby eingeklemmt.

Alles geht jetzt Schlag auf Schlag. Die Feuerwehrleute sind daran, die aufwendige Rettung auszuführen. Mit einer hydraulischen Schere werden die beiden Autotüren weggeschnitten. Anschliessend bergen die Männer die eingeklemmte Person sowie das Baby. Auf der Strasse oben löschen derweil zwei Feuerwehrleute das lodernde Fahrzeug.

Interessiert verfolgten die zahlreichen Gäste aus den benachbarten Limmattaler Feuerwehren den spektakulären Einsatz. Auch zahlreiche Eltern mit ihren Kindern interessierten sich für das Geschehen. Sogar ein Nachbar oberhalb der Sonnhaldenstrasse zückte auf dem Balkon sein Smartphone.

Fast eine Stunde lang waren die 25 Üdiker Feuerwehrleute an diesem leicht besonnten Samstagnachmittag im Einsatz. Mit dabei war auch Joseline Rinderknecht, die jüngste Feuerwehrfrau: «Ich war vier Jahre bei der Jugendfeuerwehr. Und jetzt ist dies mein erster grösserer Einsatz hier in Ringlikon. Ich find’s super, dass ich heute dabei sein kann.»

Eine verunfallte Frau wird aus dem Auto gerettet – Video Christian Murer

Eine verunfallte Frau wird aus dem Auto gerettet – Video Christian Murer

Feuerwehrübung: Eine verunfallte Frau wird aus dem Auto gerettet.

Philosophisches vom Instruktor

«Es ist Erntezeit und die Kartoffeln wachsen im Boden. Es hat Sprossen daran, die sich entfalten wie bei der Feuerwehr», sagte Instruktor Jürg Bachmann mit philosophisch angehauchten Vergleichen bei der Schlussbesprechung.

Auch ein Feuerwehrmann, eine Feuerwehrfrau entfalte sich mit der Zeit durch die Ausbildung, durchs Training und durch die Einsätze. Da seien halt im Boden ab und an Steine im Weg, die das Wachstum hindern würden. «Wenn ich dies auf die Feuerwehr abwälze, sind es die Fehler, die bei einer Übung passieren können», sagte Bachmann und fuhr fort, «ihr seid jetzt nicht mehr die kleine Kartoffel, sondern ihr seid wie die Kartoffel im Boden ständig gewachsen.» In diesem Sinne gratulierte Instruktor Bachmann der Feuerwehr Uitikon für den effizienten Übungseinsatz.

Kommandant Werner Oetiker sagte beim Imbiss nach der anspruchsvollen Einsatzübung: «Für uns war es diesmal eine aufwendigere Hauptübung. Beim Entwurf und Aufbau der Übung ging es punkto Schadensbild immer weiter.»

Sie hätten angefangen beim Autounfall, bei dem es zum Übergriff auf das Gebäude komme, wo eine Person gerettet werden musste. «Ich persönlich bin zufrieden mit dem Einsatz meiner Feuerwehrleute, auch wenn Fehler passieren dürfen. Denn nur so lernt man aus den Fehlern.»
Sein Highlight sei der ganz spezielle Vergleich des Instruktors mit den beiden Kartoffeln und den Steinen gewesen. «Das hat für mich eigentlich nicht viel mit der Feuerwehr zu tun. Dennoch kann ich das überaus treffende Bild für den zukünftigen Feuerwehralltag mitnehmen», so Oetiker.

Christian Murer

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