Birmensdorf

Vom Volkslied bis Elvis: Frauenchor singt sich mit Liebesliedern in die Herzen

Die Auswahl an Liebesliedern, die sich dem Frauenchor Birmensdorf bot, war unüberschaubar gross. Ebenso die Inhalte, die die Liedtexte transportieren: Sie reichten von todunglücklich bis himmelhochjauchzend.

Platz im zweistündigen Programm fanden schliesslich gut ein Dutzend alte und neue Liebeslieder in diversen Sprachen. Dass das Jahreskonzert des Frauenchors ganz unter dem Motto Liebeslieder stand, verhiess schon die Tischdekoration. Klein ausgeschnittene Herzen wurden über alle Tische gestreut, die Getränkekarte zierte ein grosses rotes Herz. Als dann der ganze Chor die Bühne in schwarz-roten Outfits und jeweils mit einem roten Herzen auf der Schulter betrat, war die Inszenierung komplett – und schon fast ein wenig kitschig.

Exil-Birmensdorferin als Gastsolistin

Mit dem ersten Lied «Ich han en Schatz am Zürisee» von Buddy Bertinat eröffneten dreissig Sopran- und Altstimmen das Konzert. Auch das zweite Lied «S’ Vreneli ab em Guggisberg» war ein schweizerdeutsches, jedoch weit weniger beschwingt als das erste. «Es ist eines der wenigen Volkslieder in Moll», sagte dazu die Präsidentin des Chors, Maja Rajgl. Dann trat deren Tochter, Martina Glock-Rajgl, im roten Glitzerkleid auf die Bühne. Die in Birmensdorf Aufgewachsene wohnt heute mit ihrem Mann Michael Glock in Deutschland. Er durfte als einziger Mann im Konzert als Pianist mitwirken.

Zur Zusammenarbeit zwischen dem «Duo Campana» und dem Birmensdorfer Frauenchor kam es dank der Dirigentin Marie-Louise Wipf-Staubli, die von Maja Rajgl die CD des Duos zum Geburtstag geschenkt bekam. Die Musik hatte es der Chorleiterin so angetan, dass ihr die Idee kam, gemeinsam mit dem Duo am Jahreskonzert zu singen.

Obwohl das «Duo Campana» erst am Tag zuvor aus Deutschland anreiste, habe es sofort harmoniert zwischen ihm und dem Chor, so Rajgl: «Nach einer Mammutprobe von sieben Stunden sind wir stolz, nun gemeinsam auftreten zu können.» Gemeinsam sang der Chor mit Martina Glock-Rajgl als Solistin Elton Johns «Don’t Let the Sun Go Down on Me» oder Elvis Presleys «Love Me Tender».

Blinkende Herzen im Saal

Um dem Motto «Liebeslieder gestern und heute» nicht nur musikalisch und modisch gerecht zu werden, baute der Chor zwischen den Liedern einige kleine Überraschungen ein. So pflückte eine der Sängerinnen mit den Worten «Er liebt mich, er liebt mich nicht» Blätter aus einer grossen Blume. Dann erlosch im ganzen Saal das Licht und die Herzen auf den Schultern der Sängerinnen begannen rot zu blinken.

Das Konzert zwischen Hoffnung, Sehnsucht und Verliebtsein ging mit dem Lied «Time to Say Goodbye» zu Ende. Dieses Lied ist eines von Sopranistin Gerda Franceschinis persönlichen Lieblingsliedern. Zu welchem Lied sie sich selbst verliebte, konnte sie sich aber nicht mehr erinnern. Der Sopranistin Béatrice Singenberger gefiel das Lied «Weisst du wohin» von Maurice Jarre am besten.

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