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Zehntausende Automobilisten, Buspassagiere und Anwohner sind betroffen: Am Montag, 2. Juli, um 5 Uhr morgens wird die Schönenwerd-Kreuzung für zwei Monate komplett abgeriegelt, um sie völlig neu zu gestalten. Die Vollsperrung dauert zwei Monate: Bis Ende August gibt es für motorisierte Fahrzeuge kein Durchkommen.

Der Verkehr wird über andere Routen umgeleitet (siehe Grafik unten). Jetzt hat das Zürcher Tiefbauamt sein Umleitungskonzept an einem Info-Anlass in Dietikon vorgestellt. Unter anderem gilt auf der Dietiker Bremgartnerstrasse zwei Monate lang teilweise ein Einbahnregime. Zudem sind manche Kreuzungen nur eingeschränkt befahrbar.
So gut geplant das Konzept sein mag; Stau ist vorprogrammiert. «Die ersten zwei oder drei Tage werden heftig. Da muss man mit einem Chaos rechnen», sagt Baudirektionssprecher Thomas Maag.

Dieses ungewöhnliche Verkehrsregime in Dietikon, Urdorf und Schlieren gilt ab dem 2. Juli bis Ende August. Es wird massive Auswirkungen auf den Ziel- und Quellverkehr im Limmattal haben. Die Kreuzung wird völlig neu gestaltet.

Dieses ungewöhnliche Verkehrsregime in Dietikon, Urdorf und Schlieren gilt ab dem 2. Juli bis Ende August. Es wird massive Auswirkungen auf den Ziel- und Quellverkehr im Limmattal haben. Die Kreuzung wird völlig neu gestaltet.

Nach diesem ersten Chaos wird sich die Situation leicht beruhigen. Aber der Stau wird die Automobilisten weiter plagen. Vor allem in den ersten und letzten zwei Wochen der Vollsperrung herrscht akute Staugefahr. «Damit das Umleitungssystem absolut reibungslos funktioniert, müsste die Zahl der Autos auf den betroffenen Strassen um 30 Prozent abnehmen. Das ist nur während der fünfwöchigen Sommerferien realistisch», erklärt Maag.

Zu dieser Einschätzung sind die Verkehrsplaner des Tiefbauamts gekommen. Der Hintergrund: Mit der Vollsperrung wird der Verkehr in den betroffenen Städten und Gemeinden automatisch um 10 bis 15 Prozent abnehmen. «Das haben schon verschiedene andere Vollsperrungen gezeigt. Dieser Teil der Fahrzeuge verschwindet einfach nach einigen Tagen und sucht sich einen anderen Weg.»

Hinzu komme, dass in den Sommerferien jeweils 15 bis 20 Prozent weniger Verkehr herrschen. Darum sollte das Limmattal die Ferienzeit trotz Vollsperrung der Schönenwerd-Kreuzung gut überstehen. Wobei auch das nicht immer garantiert ist, wie Maag erklärt. «Wenn es auf der Autobahn einen Unfall gibt, ist das System für ein paar Stunden überlastet, da es auch noch den Autobahnverkehr aufnehmen muss.»

Verkehrsdienstler am Schulweg

Dass Zehntausende Automobilisten betroffen sind, lässt sich aus den Zahlen der Limmattaler Verkehrsmessstellen lesen. So sind auf der Badenerstrasse in Schlieren kurz vor der Schönenwerd-Kreuzung täglich mehr als 23'400 Fahrzeuge unterwegs. Auf keiner Kantonsstrasse im Bezirk Dietikon zählt die Baudirektion mehr. Auf der Bernstrasse beim Dietiker Reppischhof sind es 14'200 und am südlichen Urdorfer Ortseingang sind es knapp 8400 Fahrzeuge.

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Die Baudirektion hält aber fest, dass der Durchgangsverkehr, so etwa aus dem Aargau, auch während der Umleitung nicht durch die Quartiere fahren wird. «Die Umleitungen betreffen primär den Ziel- und Quellverkehr. Damit sind zum Hauptteil die Fahrzeuge gemeint, die Dietikon, Urdorf und Schlieren als Ziel- oder Abfahrtsort haben.» Zudem bleibt der Autobahn-Anschluss Urdorf-Nord normal in Betrieb.

Zudem wird Sicherheit grossgeschrieben. «Bei Schulhäusern und an weiteren neuralgischen Stellen wird ein Verkehrsdienst im Einsatz sein», sagt Maag.

Am Info-Anlass (siehe PDF weiter oben) am Dienstagabend in der Dietiker Stadthalle erschienen nur rund 80 Personen, obwohl alle Haushalte in Dietikon und Urdorf eine Einladung im Briefkasten hatten. «Wir sind überrascht, wie wenig Leute gekommen sind. Denn die Dimensionen und Auswirkungen dieser Vollsperrung sind enorm», sagt Thomas Maag.

Die Baudirektion, die Polizeikorps und die Gemeinden – die in die Planung der Umleitung einbezogen wurden und hinter der gewählten Variante stehen – werden die Auswirkungen der Vollsperrung beobachten. «Zeigt sich irgendwo, dass etwas zum Beispiel hinsichtlich der Verkehrssicherheit nicht optimal ist, werden wir zusätzliche Massnahmen prüfen.»