Weiningen
Volle Punktzahl bei Mathe-Wettbewerb: «Man muss einfach gut überlegen»

Der Weininger Sechstklässler Stefan Zihlmann lässt an einem Mathematikwettbewerb 23 000 Teilnehmer hinter sich: Er holt die maximale Punktzahl.

Sandro Zimmerli
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Die goldene Münze bekommt einen Ehrenplatz in Stefan Zihlmanns Glasvitrine.

Die goldene Münze bekommt einen Ehrenplatz in Stefan Zihlmanns Glasvitrine.

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Die goldene, australische Münze mag klein sein, ist aber eine Auszeichnung für eine grosse Leistung. Vollbracht hat sie der Weininger Sechstklässler Stefan Zihlmann.

Am Mathematik-Wettbewerb Känguru, der seit 1995 jährlich am selben Tag in verschiedenen Ländern durchgeführt wird, hat er 120 Punkte erreicht. Mehr geht nicht. Bemerkenswert an dieser Leistung ist, dass von den knapp über 23 000 Teilnehmern aus der Schweiz insgesamt lediglich 12 Schüler das Punktemaximum holten. In Stefan Zihlmanns Kategorie schaffte dieses Kunststück nur eine weitere Schülerin.

Was das Geheimnis hinter diesem Erfolg ist, kann Stefan Zihlmann nicht erklären. «Es gibt keines. Man muss einfach gut überlegen», sagt er, der überraschenderweise «Mensch und Umwelt» und nicht Mathematik als Lieblingsfach angibt. Lösen musste der 12-Jährige 24 Multiple-Choice-Fragen. Dafür hatte er 75 Minuten Zeit. Normalerweise dauern die Prüfungen für die Weininger Primarschüler 45 Minuten.

«Natürlich war ich etwas nervös. Das heisst aber nicht, dass man deswegen seine Konzentration verlieren muss», so Stefan Zihlmann. Möglicherweise rühre seine Ausdauer von seinen Hobbys her. Er sei in der Pfadi, spiele Fussball und Saxofon und mache Karate.

Keine Vorbereitung

Die Konzentrationsfähigkeit und der Wille, so lange durchzuhalten, sorgt auch bei seiner Lehrerin Karin Fischer für grossen Respekt. «Viele Schüler schalten im Verlaufe der Prüfung ab», sagt sie. Zumal der Schwierigkeitsgrad von der ersten bis zur letzten Frage stetig zunehme. Doch nicht nur deshalb sei die Leistung bemerkenswert. «Der Wettbewerb besteht ausschliesslich aus Textaufgaben, bei denen man die richtige Antwort ankreuzen muss. Das verlangt von den Schülern auch ein gutes Sprachverständnis», so Fischer. Unter diesen Voraussetzungen sei es schwierig, sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Stefan Zihlmann hat es denn auch ganz bleiben lassen. «Ich habe schon drei Mal am Wettbewerb teilgenommen. Deshalb wusste ich, was mich erwarten wird. Logisches Denken kann man zudem nicht lernen», sagt er. Komme dazu, dass er bei den vorgängigen Teilnahmen auch immer sehr gut abgeschnitten habe. «Ich wusste, dass ich das kann.»

Grosse Feier im Schulhaus

Dennoch war die Überraschung gross, als er vor wenigen Tagen erfahren hat, dass er dieses Mal das Punktemaximum erreicht hatte. «Es war ein spezielles Gefühl. Auch weil wir das mit dem halben Schulhaus gefeiert haben», erklärt Stefan Zihlmann.

Was er später einmal machen will, weiss der Primarschüler noch nicht. Er könne sich aber gut vorstellen dereinst an der ETH zu studieren, wie das seine beiden älteren Brüder tun. Zuerst wartet aber noch der Besuch der Kantonsschule Limmattal. Erst kürzlich hat Stefan Zihlmann die Aufnahmeprüfung bestanden. Mit Bravour. In der Mathematik hat er eine glatte Sechs geschrieben.