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Volle Konzentration beim Ski-Orientierungslauf: er nutzt Ski und Kompass

Alois Achermann gewann in Seefeld Bronze und Silber.

Alois Achermann gewann in Seefeld Bronze und Silber.

Der Ski-Orientierungslauf spornt den Dietiker Alois Achermann zu Höchstleistungen an.

An einem Ski-Orientierungslauf ist stets volle Konzentration ­gefragt. 15 Sekunden vor dem Start sieht ein Läufer erstmals die Karte. Darauf ist ein komplexes Netz an unterschiedlich breiten und steilen Loipen zu sehen, die den Läufer zu verschiedenen Posten führen. Innert wenigen Sekunden muss er entscheiden, auf welchem Weg er den ersten Posten ansteuern will. Dann folgen der Start und der Läufer begibt sich mit seinen Langlaufski auf die Loipe. Während des Laufs muss er mit Karte und Kompass immer wieder das Gelände analysieren und die optimale Route bestimmen. «Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste. Oft ist es schneller, wenn man einen Hügel umfährt, als ihn zu besteigen», sagt Alois Achermann.

Für den 60-jährigen Dietiker ist diese Sportart die ideale Kombination aus zwei Leidenschaften. Auf den Langlaufski stand er schon immer gern. Zum Orientierungslauf fand er erst später. Vor 14 Jahren trat er dem Limmattaler OL-Klub Piz Hasi bei. Heute trainiert Achermann jede Woche mit dem Klub und im Sommer läuft er an zahlreichen Wettkämpfen. Zudem ist er im Verein als Technischer Leiter tätig. «Ohne den Ski-OL würde ich das Langlaufen wohl etwas vernachlässigen. So werde ich aber angespornt, an meiner Kondition und Lauftechnik zu arbeiten», sagt Achermann. Weil es nahe des Limmattals mangels Schnee keine Loipen gibt, muss er sich mit Lauftrainings oder auf Rollskiern für die Wettkämpfe vorbereiten. Vor einem Wettkampf versucht er aber, zumindest einige wenige Schneetrainings durchzuführen.

Er hätte das Rennen fast abgebrochen

Im Januar nahm Achermann an den Ski-OL-Wettkämpfen im österreichischen Seefeld teil, die zu den Winter World Masters Games gehörten. An diesem Event treten über 30-Jährige in verschiedenen Sportarten und Alterskategorien gegeneinander an. Achermann bestritt die drei Ski-OL-Rennen in der Alterskategorie 60 bis 64 Jahre. Im Sprint wurde er Zweiter, auf der Langdistanz Dritter und auf der Mitteldistanz Vierter. Er war gegen 18 andere Läufer aus ganz Europa angetreten. Wichtiger als die Medaillen sei aber das Erlebnis an sich gewesen. Deshalb ging Achermann die Wettkämpfe gelassen an. «Eine Woche Ferien liess sich gut mit dem Ski-OL verknüpfen. Ich konnte die Zeit geniessen und traf einige alte Bekannte», sagt er.

Während der Rennen mus­s­te Achermann einige knifflige Situationen überwinden. Wegen des Schneemangels waren die Loipen schwierig zu präparieren und nicht immer in optimalem Zustand. «Auf schmalen Streckenabschnitten mit wenig Schnee konnte ich mich nur im einseitigen Schlittschuhschritt fortbewegen», sagt Achermann. Auch die eisigen Abfahrten hätten ihm alles abverlangt. Im letzten und längsten Rennen sei er genau auf einer solchen Abfahrt gestürzt. Wegen der starken Schmerzen hätte er das Rennen fast abgebrochen. «Ich kam an meine Grenzen, weil ich keine gute Körper­spannung mehr aufbauen kon­nte», sagt er. Nach einer Stunde und viereinhalb Minuten erreichte er aber schliesslich das Ziel – und gewann die ­Bronzemedaille.

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