Am 24.Juni richtete Roger Püntener eine Kleine Anfrage an den Schlieremer Stadtrat: «Betreffend der Umsetzung des Volksschulgesetzes (VSG) und das durch die Regierungsrätin Regine Aeppli ‹verworfene› sonderpädagogische Konzept bitten wir den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen.»

In der Folge gab der Stadtrat Antworten auf zehn Fragepunkte. Zum Hauptpunkt schrieb der Stadtrat, die Schulpflege Schlieren habe gemäss Umsetzungsplan im Schuljahr 2009/ 2010 in Zusammenarbeit mit Schulleitungen und Lehrpersonen das Rahmenkonzept für die Sonderpädagogik der Schule Schlieren erarbeitet und im Sommer 2010 verabschiedet. Nach der Äusserung durch Regierungsrätin Regina Aeppli sei es nicht mehr möglich gewesen, die Diskussionen für das folgende Schuljahr neu zuführen, da die Schule Schlieren die Personalplanung weitsichtig vorangetrieben und bereits Heilpädagogen verpflichtet gehabt hatte.

Auf die Frage, wie das neue VSG in Schlieren umgesetzt werde, antwortete der Stadtrat klar: «Das neue VSG ist in Schlieren bereits umgesetzt. Dazu gehören die Einführung der Schulleitungen, die Bereitstellung der Tagesstrukturen, die Elternmitwirkung und die sonderpädagogischen Massnahmen. Bei der Elternmitwirkung sind noch nicht alle Konzeptarbeiten abgeschlossen, ansonsten hat die Schule Schlieren alle Teilprojekte gemäss den Vorgaben und dem Plan der Bildungsdirektion eingeführt. Wie das sonderpädagogische Konzept der Schule Schlieren anzupassen ist, kann erst bei der definitiven Bekanntgabe der kantonalen Vorgaben entschieden werden.»

Immer noch Sonderklassen

Die Schule Schlieren kann auf die Beibehaltung von Sonderklassen nicht verzichten, und dies trotz integrativer Förderung und dem Druck des Kantons. Es sind derzeit deren fünf. Je eine Aufnahmeklasse an der Primar- und an der Sekundarstufe, sowie je eine gemischte Sonderklasse B/D für die Primarschule im Zelgli und an der Grabenstrasse sowie eine Sonderklasse b in der Oberstufe.

Im Weiteren schreibt der Stadtrat auf eine entsprechende Frage, die Schule Schlieren habe dank frühzeitiger Planung der Schulleitungen die für die integrative Förderung der Schüler und Schülerinnen notwendigen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen anstellen können.

Keine Erhöhung der Regelklassen

Roger Püntener wollte weiter wissen, wie hoch die durchschnittliche Anzahl der Schüler zurzeit pro Regelklasse sei und wie sie sich weiter entwickeln werde. Darauf antwortete der Stadtrat, der Durchschnitt betrage zurzeit 22 Kinder. Es sei nicht vorgesehen, die Schülerzahlen in den Regelklassen zu erhöhen. Bei Zuzügen würden die Kinder auf die Schulen verteilt. Durch die Zuzüge kann es zu höheren Schülerzahlen kommen, da es aus Platz- und Kostengründen unmöglich sei, ohne Dringlichkeit neue Klassen zu eröffnen.

Zu den Schulprovisorien äusserte sich der Stadtrat folgendermassen: «Die Übergangslösungen wie Theodosianum und Container Grabenstrasse würden bis zur Fertigstellung der neuen Schulanlage benötigt werden. Die Schule überprüfe regelmässig die Zuzüge. Eine exakte Planung sei jedoch unmöglich. Es könne deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass bis 2015 neue Provisorien bereitgestellt werden müssen. Erschwerend komme hinzu, dass in der Schule Kalktarren keine Mittelstufenklassen vorhanden seien.

In der neuen Schulanlage würden die vom Kanton geforderten Gruppenräume erstellt werden. Auch im Zelgli konnten solche Räume geschaffen werden. In den anderen Schlieremer Schulanlagen würden die Gruppenräume nach den vorhandenen Möglichkeiten bereitgestellt.

Vorausschauend planen?

Roger Püntener fragt zum Schluss den Stadtrat, ob Untersuchungen gemacht wurden in Bezug auf die Schule angesichts des Schlieremer Wachstums, was auch ein Bevölkerungswachstum sei. Wie der Stadtrat in seiner Antwort schreibt, habe die Arbeitsgruppe Schulraumplanung sich seit ihrer Einsetzung permanent mit dem Thema Schülerzahlen, Prognosen und Raumbedarf beschäftigt. Ein Vergleich mit anderen Städten sei hinsichtlich der Grösse von Schulanlagen angestellt worden. Bezüglich Schülerzahlen und Kosten würde ein solcher Vergleich kaum verwertbare Erkenntnisse bringen.