Dietikon
Volk soll mitbestimmen: Komitee «Gateway: so nicht!» stellt neue Forderung zum Rangierbahnhof

Das Komitee «Gateway: so nicht!» will, dass das Volk über die Teilaufhebung des Rangierbahnhofs und die neue Nutzung des Areals befinden kann.

David Egger
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Gefordert wird, darüber abzustimmen, wie die frei werdenden 65 Prozent des Rangierbahnhofs genutzt werden sollen.

Gefordert wird, darüber abzustimmen, wie die frei werdenden 65 Prozent des Rangierbahnhofs genutzt werden sollen.

Keystone

Das Komitee «Gateway: so nicht!» gibt den Diskussionen rund um den Rangierbahnhof Limmattal neuen Schub: Es hat ein Projekt namens «Freiräume fürs Limmattal» ausgearbeitet und dieses bei der Regionalen Projektschau Limmattal eingereicht. Die Idee sieht vor, dass 65 Prozent des Rangierbahnhofs aufgehoben und die restlichen 35 Prozent eingehaust werden. In einem Konsultativverfahren im Jahr 2019 soll das Volk der 15 Mitgliedsgemeinden der Regionalen Projektschau Vorschläge einbringen, von denen eine Jury dann die drei besten auswählt. 2020 soll das Volk dann mittels Abstimmung das Siegerprojekt auswählen, das bis 2025 umgesetzt werden soll.

Die konkreten Zahlen in der Projektidee kommen daher, dass die SBB Cargo zuletzt noch 35 Prozent der Kapazität des Rangierbahnhofs nutzten, wie die Limmattaler Zeitung im November exklusiv berichtet hatte. «Das heisst auch, dass rund 65 Prozent des Areals an bester Lage brachliegt», schreibt das Komitee nun in seiner Eingabe an den Verein Regionale Projektschau Limmattal.

Letzterer sammelt derzeit Projekte für das Limmattal, von denen ein Teil später weiter entwickelt werden soll. In einer ersten Runde gingen 15 Projekte ein. Der Vorstand der Regionalen Projektschau entschied sich, acht Projekte weiterzuverfolgen, wobei eines davon eine Projektfamilie ist, die sich aus mehreren thematisch ähnlichen Projekten zusammensetzt.

Wichtiger Entscheid am 3. April

Nun neigt sich die zweite Runde ihrem Ende zu. Auch dieses Mal wurden 15 Projekte eingereicht. Wie viele davon es in den weiteren Qualifizierungsprozess schaffen werden, ist noch offen. Entscheiden wird dies der Vorstand der Regionalen Projektschau in seiner Sitzung am 3. April. Eine weitere Runde – die dritte und letzte – wird im kommenden Herbst durchgeführt. 2019 soll es dann zu einer ersten Zwischenpräsentation der Projekte aus dem Qualifizierungsprozess kommen.

«Bewusst moderater Vorschlag»

Mit der nun vorliegenden Idee stellt das Komitee seine eigentliche Forderung, den Rangierbahnhof ganz aufzuheben, für einmal etwas in den Hintergrund. «Für die Regionale Projektschau haben wir ganz bewusst einen moderaten Vorschlag ausgearbeitet», sagt dazu Komitee-Präsident Bernegger.

Zuletzt machten in Sachen Rangierbahnhof auch Gedanken aus dem Aargauer Limmattal von sich reden: Oliver Hager, Leiter der Spreitenbacher Bauverwaltung, stellte in der «NZZ» seine Ideen zur Umnutzung des Rangierbahnhofs vor. Diese sehen unter anderem vor, dass die S-Bahn-Gleise neu südlich des Rangierbahnhof-Areals verlaufen sollen, womit auch der Standort der geplanten Dietiker S-Bahn-Station Silbern nach Süden verschoben werden müsste. Dafür soll in Spreitenbach nahe der Ikea ein neuer S-Bahnhof entstehen.

Hagers Denkanstoss – es handelt sich um seine Abschlussarbeit für sein Diploma of Advanced Studies an der ETH – wurde im Zürcher Limmattal unterschiedlich aufgenommen. «Diese Idee ist eine gute Anregung zur Diskussion, stimmt uns aber letztlich nicht positiv. Sie tangiert derart viele andere Verkehrsträger, dass ich bezweifle, dass es die optimale Lösung ist», sagt dazu Bernegger. Zudem gelte nach wie vor: «Die S-Bahn-Station Dietikon Silbern muss so wie geplant kommen.» Zur Erinnerung: Insbesondere die Stellungnahmen aus dem Bezirk Dietikon und vom Zürcher Regierungsrat in der Vernehmlassung zum Bahnnetz-Ausbauschritt 2030/2035 fielen sehr deutlich und sehr geeint für die geplante S-Bahn-Station Silbern aus.

Es liegt gleichwohl auf der Hand, dass die Regionale Projektschau Hagers Denkanstoss – der der Projektschau ebenfalls als Projektidee eingereicht wurde – und die Idee des Komitees «Gateway: so nicht!» angesichts der gleichen Thematik zu einer Projektfamilie vereinen könnte. Denn, von der Station Silbern einmal abgesehen, sehen sowohl Hagers Pläne als auch die Idee des Komitees eine Umnutzung des Rangierbahnhofs vor, die tausende Arbeitsplätze und Wohnungen sowie begrünten Freiraum ermöglichen würde.

Gespräch mit SBB Cargo geplant

Das Komitee «Gateway: so nicht!» kämpft auch an anderer Front weiter. Wie Bernegger sagt, hat das Komitee einen Gesprächstermin mit SBB Cargo vereinbaren können. Im Mai kommt es zum Treffen mit dem Leiter Netzentwicklung Ost und dem Gesamtstudienleiter des Regionalterminals Dietikon. «Es ist sehr positiv, dass nun das Gespräch mit uns gesucht wird, ganz unabhängig davon, wohin die Reise geht», sagt Bernegger.