Oberengstringen
Volk sagt Ja: Engstringen erhält neuen Naturrasen-Fussballplatz

Mit 73 zu 8 Stimmen hat die Gemeindeversammlung den Umbau des Sportplatz Brunewiis genehmigt, der 900 000 Franken kostet. Schon im Juli sollen die Bagger auffahren. Die Engstringer Sportler können sich freuen. Vor allem der FCE.

David Egger
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Sportanlage Brunewiis Oberengstringen
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Diese beiden Fussballplätze werden umgebaut. Der vordere Platz wird vergrössert, der Sandplatz dahinter wird durch einen Naturrasen-Platz ersetzt.
Die Zuschauerstufen bei der Schulwiese: Keine ist gleich hoch wie die andere. Sie sollen neu gebaut werden.
Wer hier professionell Weitwurf betreiben will, lebt gefährlich. Gleich daneben befindet sich die Weitsprunganlage. Dieser Teil soll 2017 saniert werden.
Bei der Weitsprunganlage und der Sprint-Laufbahn (Vordergrund) muss der Belag saniert werden. Dieses Teilprojekt kommt erst nächstes Jahr.
Hier soll das neue Beachvolleyball-Feld entstehen, das zugleich als Kugelstossanlage dienen wird. Das Beachvolleyball-Feld wird für nationale Spiele zugelassen sein.
Wegen der Vergrösserung der beiden Fussballplätze muss auch die Finnenbahn (im Bild) und die Zufahrt zum FC-Clubhaus angepasst werden.
Die Skateranlage soll dann ebenfalls erst 2017 saniert werden.
Der Allwetterplatz, auf dem Basketball, Fussball und Handball gespielt werden kann, ist zurzeit nicht mehr allwettertauglich. Auch seine Sanierung folgt 2017.
Am Hauptplatz des FC Engstringen wird nichts geändert, er ist gut in Schuss.
Die Arbeiten für den Anbau am Allmend-Schulhaus (beiges Gebäude) laufen seit Mitte März. Die Fussballplatz-Baustelle wird die gleiche Baustellenzufahrt nutzen können.

Sportanlage Brunewiis Oberengstringen

David Egger

Das Spiel ist aus: Mit 73 zu 8 Stimmen hat die Oberengstringer Gemeindeversammlung am Montagabend den Kredit über 900 00 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Sportplatz Brunewiis genehmigt.

Ein Teil der Gegner reckte die Hand schnell und entschlossen empor, die anderen vier zaghaft, in der hintersten Reihe. Das führte dazu, dass Gemeindepräsident André Bender (SVP) nur fünf Nein-Stimmen zählte. Angesichts des klaren Resultats ist das aber nur noch eine Randnotiz in der langen und teils von unschönen Zwischentönen gefärbten Geschichte um die Sportanlage Brunewiis, in der der Gemeinderat aus Sicht vieler Stimmbürger zuerst ein zu teures Projekt vorschlug.

«Ich erwarte vom Gemeinderat mehr Gefühl»

Daran erinnerte einer der Stimmbürger die Politiker gestern noch einmal, in der kurzen Diskussion vor der Abstimmung. Das alte Projekt mit Kunstrasen – es war mehr als viermal so teuer – sei «einfach überrissen» gewesen. «Ich erwarte vom Gemeinderat in Zukunft mehr Gefühl dafür, was in unserem Dorf machbar ist», so der Bürger in seinem Votum.

Auch die erst letzte Woche vorliegenden schriftlichen Zusicherungen einer finanziellen Beteiligung durch die Gemeinde Unterengstringen und den Fussballclub Engstringen griff der Stimmbürger nochmals auf. Er finde es unangebracht, dass die Finanzierung erst so spät geregelt wurde: «Ich bitte daher den Gemeinderat, in Zukunft eine Checkliste zu machen, damit solche wichtigen Sachen nicht mehr erst kurz vor der Versammlung vorliegen.»

Gefälle der Schulwiese musste angepasst werden

Der zuständige Gemeinderat René Beck (CVP) erklärte daraufhin, warum es zu Verzögerungen mit dem im Januar eingereichten Baugesuch gekommen ist. So forderte zum Beispiel das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, dass das Gefälle der Schulwiese angepasst wird. Und Unterengstringen wollte vom Nachbar einen genau definierten Betrag wissen, mit dem es sich beteiligen soll.

Bauarbeiten sollen im Juli beginnen

Doch genug aus der Vergangenheit: Bauvorstand René Beck sagte an der Versammlung auch, dass die Bauarbeiten voraussichtlich im Juli beginnen werden – sofern es nicht zu Einsprachen gegen die Baubewilligung kommt, die ebenfalls seit letzter Woche vorliegt.

Basierend auf den Offerten der involvierten Baufirmen äusserte Beck zudem Optimismus für den weiteren finanziellen Verlauf des Projekts. Die 900 000 Franken würden ausreichen. «Es wird keine Kostenüberschreitung geben», sagte Beck zu den 81 anwesenden Stimmberechtigten.

Als 2013 das alte «Brunewiis»-Projekt vor die Gemeindeversammlung kam, fanden sich im Gemeindesaal im Zentrum noch 291 Stimmbürger ein. Mit den grossen Einsparungen beim Sportplatzprojekt ist die überwältigende Mehrheit der früheren Sportplatz-Gegner offenbar zufrieden. Und die Befürworter fürchteten nicht mehr um ihren Abstimmungssieg.

Trotz Zusatzleistungs-Affäre: Einstimmiges Ja zur Rechnung

Eine negative Vorgeschichte, aber ein klares Ja: Unter ähnlichen Vorzeichen wie die Abstimmung um den Sportplatz stand die Abstimmung um die Jahresrechnung 2015. Aus dieser ging hervor, dass wegen Fehlern einer Mitarbeiterin, welche für die Gesuche um Bezug von Zusatzleistungen zur AHV und zur IV zuständig war, in 200 Fällen insgesamt über zwei Millionen Franken verloren gingen. Die Stimmbürger wollten die Politiker nicht für die Fehler der bereits 2013 pensionierten Mitarbeiter verantwortlich machen und genehmigten die Rechnung einstimmig.

Zwei Verfahren wegen Sozial-Bschiss

Heute könnten solche Fehler wegen des Vieraugenprinzips nicht mehr passieren, so Bender. «Es gab natürlich auch Leute, die uns haben bescheissen wollen. Deswegen laufen derzeit zwei Verfahren», so Bender.

Auch die Sportplatz-Gegner klatschen für den FCE

Am Schluss der Gemeindeversammlung gratulierte er dem FC Engstringen zum Wiederaufstieg. Der FCE hat in der laufenden Saison in der Gruppe 3 der vierten Liga fünf Punkte Vorsprung auf dem ersten Platz und steigt damit in die dritte Liga auf. Auf diese Gratulation des Gemeindepräsidenten hin klatschten dann auch die, die zuvor Nein zum Sportplatz sagten.