Oetwil

Volg-Filialleiterin in Oetwil verliert ihre Stelle nach Operation am Fuss

«Mit viel Herzblut aufgebaut»- Rosa Manic vor der Volg-Filiale

«Mit viel Herzblut aufgebaut»- Rosa Manic vor der Volg-Filiale

Die Kündigung traf Roasa Manic hart. Sie habe sehr gute Zwischenzeugnise, fühle sich körperlich gut und sei keineswegs eingeschränkt seit ihrer Operation am Fuss. Im Kündigungsschreiben befürchtet der Arbeitgeber jedoch genau das Gegenteil.

Rosa Manic ist bestürzt. Elf Jahre lang führte sie den Dorfladen in Oetwil - zunächst als Pick'n'Pay- dann als Volg-Filiale. Mitte April erhielt sie überraschend die Kündigung von Volg: «Ich hätte nie damit gerechnet. Es kam aus dem Nichts», sagt sie.

Im vergangenen Dezember musste sie sich einer Fussoperation unterziehen, weshalb sie für vier Wochen als Filialleiterin ausfiel. Manic informierte ihren Arbeitgeber und organisierte eine Stellvertretung. Der zuständige Personalchef habe ihr erklärt, dass ihre Absenz kein Problem darstelle.

Im März dieses Jahres fiel Manic erneut für drei Wochen aus, weil sie die Schrauben, die ihr nach der Operation eingesetzt worden waren, entfernen lassen musste. Auch davon wusste man bei Volg Bescheid. Nach einer Woche, in der sie nur zu 50 Prozent arbeiten konnte, war sie wieder voll einsatzfähig. Ihr Fuss war geheilt.

Arbeitszeugnisse waren sehr gut

Als sie vor einer Woche von der Kündigung erfuhr, traf sie dies hart. «Meine Zwischenzeugnisse waren sehr gut. Nur meine krankheitsbedingten Absenzen wurden negativ aufgeführt», sagt Manic. In der schriftlichen Kündigung stehe, dass ihre Anstellung aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes für den Arbeitgeber nicht mehr tragbar sei. Sie fühle sich aber körperlich gut und in ihrer Arbeit nicht eingeschränkt, erklärt Manic.

Besonders hart ist die Kündigung für die 52-Jährige, weil sich viele Stellenangebote im Detailhandel an 20- bis 40-Jährige richten, wie sie sagt. «Das ist happig für mich. Ich bin auf den Lohn angewiesen und habe mich daher bereits beim RAV anmelden müssen.»

Trotz ihrer langjährigen Erfahrung würde sie eine Stelle auch dann annehmen, wenn sie im Arbeitsalltag keine derart grosse Verantwortung übernehmen könnte, wie zuvor bei Volg, sagt Manic: «Ich habe keine hohen Ansprüche, an meine künftige Arbeit.» Bei Volg wollte man sich zur Entlassung Manics auf Anfrage nicht äussern. Personalentscheide würden grundsätzlich nicht kommentiert.

Kunden im Dorf sind schockiert

Bei der Kundschaft im Dorf ist die Bestürzung über die Kündigung gross. Sylvie Brun, eine langjährige Kundin, wandte sich schliesslich an die Limmattaler Zeitung. «Frau Manic hat es unter Einsatz von viel Herzblut geschafft, unseren Dorfladen aufzubauen und zwei Lehrlinge erfolgreich auszubilden», sagt sie. Man sei im Dorf über die «ungerechte Handlung» des Volg schockiert.

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