Zweimal jährlich treffen sich die Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Birmensdorf (NVV), um der Natur den Platz zu geben, den sie verdient. Am Samstag war es wieder soweit: Hacken, Schneiden und Graben standen auf dem Programm. Um 9 Uhr früh treffen die ersten Mitglieder des NVV Birmensdorf gut ausgerüstet und motiviert vor dem Feuerwehrdepot ein. Man grüsst sich, stellt sich vor, denn Neulinge gibt es auch.

Der Vizepräsident des Vereins, Josef Senn, begrüsst die rund zwanzig Freiwilligen, die ihre Zeit der Natur widmen werden, und erklärt den heutigen Tagesablauf: zwei Gruppen, eine wird in Rörlen und die zweite im Naturgarten Wuliken aktiv sein. Was die Mitglieder nicht selber mitbringen konnten, wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt: Schaufel, Hacke, Pickel und weitere Gartenutensilien werden verteilt und jeder trägt, was er tragen kann. «Lieber aktiv mitmachen, statt nur Negatives in der Zeitung lesen», teilt mir Isabelle mit Kleinkind im Wagen mit, die heute zum ersten Mal dabei ist.

Nach kurzem Marsch trifft die kleine Gruppe im Naturgarten ein. Es wird kurz erklärt und gezeigt, was zu tun ist. Von den Sonnenstrahlen gewärmt, vertieft sich jeder in seine Arbeit. Die Brombeeren werden zurückgeschnitten, das hohe Gras mit der Sense gekürzt, die Kanadische Goldrute aus dem Boden gezerrt. «Diese verbreitet sich überall», verrät Josef Senn, bevor er mit seiner Handsäge einen weiteren Ast in Angriff nimmt.

Gezielt wird um die Karden herumgeschnitten, damit diese wichtige Futterquelle, wo kleinste Tierchen herumkriechen, in den Wintermonaten verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle dienen kann. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass man solche Pflanzen auch im Garten haben kann», so Senn, «die darin lebenden Insekten sind ein perfektes Vogelfutter für Amseln, Drosseln und sogar Vogelarten aus Skandinavien.»

700 Nistkästen im Repertoire

Rund 400 Mitglieder, davon etwa 20 aktive, treffen sich jeweils im Frühjahr und Herbst. Einige Mitglieder sind schon seit vierzig Jahren dabei, andere soeben dazugestossen, aber eines haben sie gemeinsam: Sie wollen die Natur pflegen. Dies tun sie mit 700 Nistkästen, die jedes Jahr aufs Neue geputzt werden, um den Vögeln Schutz vor der kalten Jahreszeit zu bieten, einer Kindergruppe, die auch den Kleinsten anhand von Ausflügen die Natur näherbringt, und dem Naturschutzgebiet Risiloch. Auf seiner Homepage informiert der Verein über seine Aktivitäten.